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Sami Khedira spielte 15 Mal für die deutsche U 21 © getty

Der Stuttgarter steht vor seinem Debüt in der Nationalmannschaft. Doch das soll nur eine Etappe auf dem Weg nach oben sein.

Von Martin van de Flierdt

München - "Es ist durchaus möglich, dass es das eine oder andere Experiment geben wird", hat Bundestrainer Joachim Löw für das Testspiel der deutschen Nationalmannschaft am gegen Südafrika am Samstag (ab 20.15 Uhr LIVE) in Leverkusen angekündigt.

Durchaus möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich ist, dass das Debüt von Sami Khedira zu diesen Experimenten gehören wird.

Der Kapitän der deutschen U-21-Europameistermannschaft macht aus seinen Ambitionen auch keinen Hehl.

"Ich will mich aufdrängen, am besten schon jetzt in den Spielen am Samstag gegen Südafrika und nächste Woche gegen Aserbaidschan", sagte der Stuttgarter der "Berliner Zeitung". "Die WM ist mein ganz klares Ziel."

Der 22-Jährige verschärft damit den Konkurrenzkampf um die üblicherweise zwei Plätze in der Mittelfeldzentrale der deutschen Auswahl.

Aktuell streiten drei Spieler um den Posten neben dem gesetzten Kapitän Michael Ballack: Thomas Hitzlsperger, Simon Rolfes und eben Khedira.

Auch Bastian Schweinsteiger und Christian Gentner können durchaus die Position vor der Abwehr bekleiden. Dass sich zudem zwei Bremer Routiniers nach wie vor zu den WM-Kandidaten zählen, bleibt dabei sogar außen vor.

Frings und Borowski melden Ansprüche an

"Meiner Meinung nach gehöre ich in die Nationalmannschaft", sagte Torsten Frings am Mittwoch dem DSF. "Ich gehe ja davon aus, dass es nach dem Leistungsprinzip geht."

Einen Tag später meldete sich Tim Borowski zu Wort. "Ich gebe die Hoffnung auf eine WM-Teilnahme nicht auf", sagte er dem "Weser-Kurier". "Aber ich bin auch realistisch. Im Moment spiele ich in der Nationalmannschaft keine wirklich wichtige Rolle."

Mit dieser letzten Einschätzung dürfte er richtig liegen, denn für Löw und seinen Trainerstab besteht kein Anlass, das herrschende Gedränge im Mittelfeld noch weiter zu verstärken.

Hitzlsperger auf der Pole Position

Zuletzt durfte sich Hitzlsperger dort als Stammkraft fühlen. Beim 2:0 in Aserbaidschan nahm er den Platz neben Ballack ein, stand zudem mit Ausnahme des 0:1 gegen Norwegen im Februar in diesem Jahr immer in der Startformation.

Dass er zunehmend Verantwortung übernehmen möchte, hatte der Stuttgarter schon bei der EM im Vorjahr selbstbewusst geäußert. In der Schweiz und Österreich stand er im Viertel- und Halbfinale bereits mit Rolfes gemeinsam auf dem Platz.

Auch im April 2009 schirmte das Duo beim 2:0 in Wales des vorgerückten Ballack ab, öfter ließ Löw die drei nicht zusammen aufs Feld.

Duo muss um Erbe bangen

Doch das mittelfristige Ziel von Hitzlsperger und Rolfes, der bei der Asienreise wegen des DFB-Pokalfinals und in Aserbaidschan verletzungsbedingt fehlte, ist es, den Kapitän in der Schaltzentrale zu beerben.

Womöglich müssen sie darauf aus zwei Gründen länger warten als erhofft. Denn zum einen hat sich Ballack noch nicht festgelegt, ob er nach der WM in Südafrika nicht doch noch weiter in der Nationalmannschaft spielen will.

"Ich entscheide nach der WM, ob ich weitermache oder aufhöre", sagte der 32-Jährige am Mittwoch mehreren Zeitungen. "Das ist dann eine neue Situation für mich, die ich überdenken werde. So lange ich den Ehrgeiz und den Spaß habe, spiele ich weiter."

Khedira greift Etablierte an

Zum anderen plant der forsche Khedira, schon bald "eine tragende Säule" der DFB-Auswahl zu werden und somit zumindest einen der beiden Ballack-Kronprinzen oder den Kapitän selbst zu verdrängen.

"Ich wurde ein bisschen hereingezwungen in diese Rolle als Chef", berichtet der Stuttgarter über seinen Werdegang in den Jugendmannschaften, bei denen er stets Führungsaufgaben übernommen hat. "Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass es mir liegt, eine Mannschaft in die Hand zu nehmen."

Dass er sich mit dem nationalen Fußballadel anlegt, bereitet Khedira keine Kopfschmerzen.

"Meine Zeit kommt"

"Ich weiß, dass ich starke Konkurrenz habe, und ich will ihr einen fairen Kampf liefern", sagt er. "Aber ich kann keine Rücksicht auf bekannte Namen nehmen. Ich war immer überzeugt, dass irgendwann meine Zeit kommt."

Es ist durchaus möglich - um noch einmal Joachim Löw zu paraphrasieren - dass diese Zeit in der DFB-Auswahl am Samstag in Leverkusen beginnt.

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