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Mesut Özil (vorn) steht vor der Länderspiel-Premiere in der deutschen A-Nationalmannschaft © imago

Gegen Südafrika steht der Bremer erstmals in der deutschen Startelf. Das kann eine große taktische Veränderung zur Folge haben.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Köln - "Das eine oder andere Experiment" hatte Bundestrainer Joachim Löw Mitte der Woche für das Testspiel gegen WM-Gastgeber Südafrika (ab 20.15 Uhr LIVE) angekündigt.

Die Experimente tragen, wie nun gesichert ist, die Namen Mesut Özil und Sami Khedira.

Während der Bremer in seinem dritten Länderspiel erstmals beim Anpfiff auf dem Platz stehen wird, kommt Khedira zwar auf jeden Fall zu seinem Debüt.

Ob er aber anstelle seines Stuttgarter Klubkollegen Thomas Hitzlsperger im defensiven Mittelfeld beginnen oder erst im Verlauf der Partie eingewechselt wird, ließ Hansi Flick, der Co-Trainer der Nationalmannschaft, am Freitagmittag offen.

"Flache Vier" oder Raute?

Das hängt sicher auch davon ab, ob die sportliche Leitung nach Jahren von der sogenannten "flachen Vier" - also zwei zentralen Mittelfeldspielern und zwei Außen auf einer Höhe ? abkehrt und zu Gunsten von Özil zu einer Raute mit vorgezogenem Spielmacher wechselt.

Flick wollte sich dahingehend noch nicht in die Karten schauen lassen.

"Wir haben mehrere Optionen trainiert", berichtete er. "Wichtig ist, dass wir Räume schaffen und Mesut dann in diese Freiräume startet."

Özil fordert den Ball

Löw und er seien froh, in Özil einen weiteren Spieler zu haben, der erkennbar "den Ball fordert".

Özil hatte im Sommer sowohl am DFB-Pokalsieg von Werder Bremen als auch dem EM-Triumph der deutschen U 21 entscheidenden Einfluss.

Das Formhoch des 20-Jährigen hielt auch in der neuen Bundesligasaison an. Nach überstandener Einblutung ins Knie war er allerdings erst am Donnerstag ins Training der Nationalmannschaft eingestiegen.

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Großes Ziel - große Qualität

"Ich hoffe, dass ich mich in den nächsten Spielen für weitere Einsätze in der Nationalmannschaft empfehlen kann", sagt der gebürtige Gelsenkirchener. Denn: ?Ich will ein großer Spieler werden.?

Dass er das Zeug dazu hat, steht mannschaftsintern außer Frage. "Mesut hat eine Qualität wie kaum ein anderer Spieler", lobt etwa Philipp Lahm.

Kapitän Michael Ballack bescheinigt Özil "hervorragende Ansätze. Man kann hoffen, dass Deutschland mal wieder eine typische Nummer zehn mit all ihren Facetten bekommt."

Ballack warnt vor übertriebenen Erwartungen

Sollte der Bremer tatsächlich gegen Südafrika auf der Spielmacherposition agieren, warnt Ballack allerdings davor, ihn mit Erwartungen zu überfrachten:

"Es ist nicht so, dass dadurch nun großer Druck auf ihm lastet. Er soll seine Unbekümmertheit beibehalten und so spielen, wie er das in Bremen tut."

Der U-21-Europameister müsse langsam in die Mannschaft hineinwachsen. "Das ist ein Prozess. Einen Stammplatz in der Nationalmannschaft zu erobern, braucht Zeit", meint der Kapitän.

Chance für Adler

Dessen ist sich auch Rene Adler bewusst. Der Leverkusener Keeper erhält vor heimischem Publikum eine erneute Bewährungschance.

In der Innenverteidigung hat der Schalker Heiko Westermann derzeit bessere Chancen als Serdar Tasci (Stuttgart), an der Seite des gesetzten Bremers Per Mertesacker zu agieren.

Rechts wird Philipp Lahm, links der Wolfsburger Marcel Schäfer verteidigen. Leidtragende der Einbindung von Özil und Khedira dürften Piotr Trochowski und Hitzlsperger sein, im rechten Mittelfeld kommt Bastian Schweinsteiger zum Zug.

Im Angriff tendiert die sportliche Leitung des DFB-Teams nun doch erneut zu Miroslav Klose und Mario Gomez. Das Bayern-Duo stürmte bereits beim 2:0 in Aserbaidschan gemeinsam von Beginn an.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Adler - Lahm, Mertesacker, Westermann, Schäfer - Schweinsteiger, Ballack, Hitzlsperger (Khedira), Özil - Klose, GomezSüdafrika: Fernandez - Gaxa, Khumalo, Mokoena, Masilela - Pienaar, Mhlongo, Dikgacoi, Tshabalala - Mphela, ParkerSchiedsrichter: Circhetta (Schweiz)

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