vergrößernverkleinern
Michael Ballack feierte 1999 sein Länderspieldebüt für die A-Elf © getty

Der Kapitän fordert im heutigen Testspiel gegen Südafrika eine deutliche Leistungssteigerung der deutschen Nationalmannschaft.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Leverkusen - Es ist "nur" ein Testspiel, das die deutsche Nationalmannschaft am heutigen Abend (ab 20.15 Uhr LIVE) in Leverkusen gegen Südafrika bestreitet.

Doch es soll die heiße Phase in der Vorbereitung auf die WM 2010 einläuten.

Das will die DFB-Auswahl für jeden offensichtlich machen.

Die Leistung soll sich von den jüngsten, allenfalls mäßigen Auftritten des Ensembles von Bundestrainer Joachim Löw in Aserbaidschan (2:0) sowie während der Asien-Reise (1:1 gegen China, 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate) deutlich abheben.

Marin neben Özil

Schon bei der Aufstellung setzte Löw ein Zeichen: Neben Mesut Özil soll dessen Bremer Teamkollege Marko Marin in der Offensive wirbeln.

Im defensiven Mittelfeld agiert Lokalmatador Simon Rolfes, in der Innenverteidigung erhält der Berliner Arne Friedrich den Vorzug vor Per Mertesacker.

Klare Ansage des Kapitäns

Angeführt wird das Team erwartungsgemäß von Michael Ballack, der klare Forderungen stellt.

"Wir müssen zu alter Stärke zurückfinden", sagt der Kapitän 29125(DIASHOW: Michael Ballacks Karriere).

"Es ist wichtig, dass wir wieder an uns glauben. Es lief zuletzt nicht immer alles rund. Jeder muss von seiner Leistung und seinem Können überzeugt sein."

In der jüngeren Vergangenheit habe sich eine "gewisse Verkrampfung" im deutschen Spiel bemerkbar gemacht, die es nun zu lösen gelte.

Özils Unbekümmertheit als Bereicherung

Ballack hofft dabei besonders auf Özil, der im offensiven Mittelfeld zum Zug kommen wird: "Er bringt Unbekümmertheit mit, das ist für uns vielleicht gar nicht so schlecht."

Gegner Südafrika nötigt dem deutschen Kapitän Respekt ab:

"Das ist eine spielstarke Mannschaft, ähnlich wie Russland, nur mit einer anderen Mentalität. Sie hat beim Confed Cup gegen große Kontrahenten ihre Klasse unter Beweis gestellt."

[image id="89e684f6-65de-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Gegner ist kein Fallobst

Im Vorbeigehen wird der WM-Gastgeber also nicht in die Knie zu zwingen sein. "Es wird wichtig sein, dass wir wieder mehr Laufbereitschaft zeigen", glaubt Ballack.

"Wir dürfen kein Stück nachlassen. Das wäre der erste Schritt zurück."

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel:

Die Bilanz:

Die DFB-Auswahl spielt zum vierten Mal gegen Südafrika. In den bisherigen drei Duellen blieb sie ungeschlagen, es gab zwei Siege und ein Unentschieden.

Am 15. November 1995 trennten sich beide Mannschaften 0:0, am 15. November 1997 siegte Deutschland in Düsseldorf 3:0.

Die bislang letzte Begegnung endete am 7. September 2005 in Bremen mit 4:2 für den Gastgeber.

Die Spieler im Fokus:

Rene Adler: Der Leverkusener steht bei seinem "Heim-Länderspiel" erstmals seit dem 0:1 gegen Norwegen im Februar wieder zwischen den deutschen Pfosten. Es ist sein fünfter Einsatz für das DFB-Team.

"Ich weiß, was ich kann. Und als Sportler strebt man immer das höchstmögliche Ziel an", sagt der Torhüter. "Ich will die Nummer eins werden und werde bis zum Schluss darum fighten."

Mesut Özil: Der Bremer erlebt seine Startelf-Premiere. "Mesut hat in den ersten Wochen der Saison tolle Leistungen gebracht und sich aufgedrängt. Daher ist es nur logisch, dass er seine Chance erhält", lobt Kapitän Ballack.

Co-Trainer Hansi Flick kündigte zudem an, dass Özil "im offensiven Mittelfeld spielen wird, denn er ist jemand, der das Spiel lenken kann."

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Ich war mit den Leistungen in den letzten Spielen nicht zufrieden. Wir werden uns steigern und anders auftreten als bei den unbefriedigenden Leistungen bei der Asien-Reise und gegen Aserbaidschan."

Joel Santana: "Deutschland hat kreative Mittelfeldspieler und kopfballstarke Stürmer. Was wir entgegenzusetzen haben, sind technische und physische Qualitäten; unsere Spieler sind wendig und grazil. Wir haben typisch afrikanische Tugenden, dagegen wollen wir uns auch gar nicht wehren. Aber die Deutschen werden überrascht sein, welche taktischen Fähigkeiten wir auch entwickelt haben. Und vielleicht können wir Deutschland so ein Schnippchen schlagen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Adler - Lahm, Friedrich, Tasci, Schäfer - Schweinsteiger, Rolfes, Ballack, Özil - Marin, Gomez

Südafrika: Fernandez - Gaxa, Khumalo, Mokoena, Masilela - Pienaar, Mhlongo, Dikgacoi, Tshabalala - Mphela, Parker

Schiedsrichter: Circhetta (Schweiz)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel