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2:0-Schütze Mesut Özil (l.) jubelt zusammen mit Lukas Podolski © getty

Mit neuem System und einem starken Startelf-Debütanten gelingt der Löw-Elf eine Steigerung und ein Sieg über die Südafrikaner.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Leverkusen - Die deutsche Nationalmannschaft scheint gerüstet für den Endspurt in der WM-Qualifikation.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw gewann das Testspiel gegen WM-Gastgeber Südafrika mit 2:0 - und präsentierte sich dabei insgesamt überzeugender als bei den müden Auftritten zuletzt.

Mario Gomez (35.) und der überragende Mesut Özil (77.) erzielten in Leverkusen die Treffer für die Gastgeber.

Das DFB-Team hat sich also Selbstvertrauen verschafft für das Rückspiel gegen Aserbaidschan am Mittwoch und das entscheidende Duell in Russland am 10. Oktober 148449(DIASHOW: Bilder des Spiels).

Sonderlob für Özil

"Wir haben besser gespielt als zuletzt und zwei schön herausgespielte Tore gemacht", resümierte Teamkapitän Michael Ballack zufrieden.

Auch Löw hat "viele gute Ansätze gesehen, es ist besser kombiniert worden als zuletzt". Ein Sonderlob gab es für Özil: "Mesut hat heute gezeigt, dass er viel Kreativität ins Spiel bringt."

Der Bremer selbst meinte: "Ich wollte Gas geben und heute ist mir alles gelungen. Ich freu mich, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe. Wir haben als Mannschaft sehr gut agiert." (Die Stimmen zum Spiel)

Taktisches Experiment gut umgesetzt

Die Freude rührte auch daher, weil die DFB-Elf ein taktisches Experiment Löws über weite Strecken ordentlich umsetzte.

Vor 29.569 Zuschauern in der BayArena hatte der Bundestrainer die Abkehr vom fast schon traditionellen 4-4-2 mit der so genannten "flachen Vier" gewagt und auf ein Fünfer-Mittelfeld gesetzt, vor dem mit Gomez nur eine echte Spitze agierte.

Simon Rolfes bildete dabei gemeinsam mit Kapitän Michael Ballack eine Doppel-Sechs, die das offensive Mittelfeld-Trio aus Bastian Schweinsteiger und den beiden Bremer Startelf-Debütanten Özil und Marko Marin absicherte.

Özil übernahm darin die klassische Spielmacherrolle zentral hinter Gomez.

Tasci und Friedrich in der Abwehrzentrale

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Vor Torhüter Rene Adler durften sich der Stuttgarter Serdar Tasci und Arne Friedrich von Hertha BSC in der Innenverteidigung bewähren.

Die deutsche Mannschaft übernahm mit dem Anpfiff die Initiative und hatte durch Marin schon in der 4. Minute ihre erste Chance.

Doch Rowen Fernandez, Südafrikas Schlussmann in Diensten von Arminia Bielefeld, lenkte den 20-Meter-Schuss des Ex-Gladbachers zur Ecke.

Gomez verpasst frühes Führungstor

Kurz darauf setzte Gomez - von Özil mit einem Steilpass in die Gasse bestens bedient ? den Ball aus sechs Metern über das Gäste-Tor (7.).

Die DFB-Elf ließ in der Folge die Kugel ansehnlich zirkulieren und versuchte mit Seiten- und Positionswechseln Lücken in die südafrikanische Abwehr zu reißen.

Dabei tat sich besonders Özil hervor, der stets anspielbar war und die Spielgestaltung an sich riss. Allerdings tat sich die deutsche Mannschaft bis zur Pause schwer, weitere hochkarätige Chancen herauszuspielen.

1:0 sehenswert herausgespielt

Die Ausnahme bildete die 35. Minute, als Rolfes, Özil und Ballack Gomez mustergültig in Schussposition brachten. Die flache Hereingabe des Kapitäns brauchte der Neu-Münchner aus Nahdistanz nur noch zum 1:0, seinem elften Länderspieltor, einzuschieben.

Um ein Haar wäre auf der Gegenseite sofort der Ausgleich gefallen. Doch Adler bog eine verunglückte Kopfballabwehr von Friedrich mit einer Blitzreaktion noch um den Pfosten (36.).

Ähnliche Gefahr beschworen die harmlosen Gäste ohne deutsche Unterstützung vor dem Seitenwechsel nicht herauf.

Drei Neue, gleiches System

Zur zweiten Spielhälfte brachte Löw Heiko Westermann für Tasci, Lukas Podolski für Marin und Miroslav Klose für Gomez, blieb aber auch in dieser Besetzung beim 4-2-3-1.

Auch am Spielverlauf änderte sich wenig, die DFB-Elf verbuchte den Großteil des Ballbesitzes für sich.

Zunächst verhinderte Fernandez mit einer unorthodoxen Parade gegen einen Distanzschuss Özils einen zweiten deutschen Treffer (51.), dann parierte er mit dem Fuß gegen den von Klose gut freigespielten Schweinsteiger (58.).

Pech und Glück für Deutschland

Das Pech, dass Ballack dann mit einem Kopfball an den linken Pfosten (65.) hatte, beklagten gleich anschließend auch die Gäste bei einem der seltenen Konter.

Nachdem Adler einen Flachschuss von Katlego Mphela stark pariert hatte, verhinderte nur der im Weg liegende Bernard Parker beim Nachschuss von Steven Pienaar das 1:1 (66.).

Seine Premiere in der A-Nationalmannschaft feierte dann U-21-Europameister Sami Khedira, der für Rolfes in die Partie kam (72.) und schon bald das 2:0 mitbejubeln durfte.

Klassespielzug zum 2:0

Schweinsteiger und Klose hatten Özil mit feinem Direktspiel in Position gebracht. Der Spielmacher schloss mit seinem vermeintlich schwächeren rechten Fuß aus elf Metern erfolgreich ab und traf somit erstmals in der A-Auswahl (77.).

Den Vorsprung brachte die deutsche Mannschaft in der Schlussphase unbeschadet über die Zeit, weil Adler in der Schlussminute noch glänzend gegen Parker rettete.

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