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Mesut Özil (l.) erzielte im Testspiel gegen Südafrika das 2:0 © getty

Löw wagt gegen Südafrika die Abkehr vom 4-4-2. Im neuen System siegt die DFB-Auswahl mit 2:0 und freut sich über Mesut Özil.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Leverkusen - Bundestrainer Joachim Löw hat Wort gehalten.

Die deutsche Nationalmannschaft werde sich gegenüber den jüngsten, eher dürftigen Darbietungen auf der Asien-Reise und in Aserbaidschan deutlich steigern, hatte er vor dem Testspiel gegen Südafrika in Leverkusen versprochen.

Seine Spieler setzten dieses Vorhaben beim ungefährdeten 2:0 (1:0)-Erfolg gegen den WM-Gastgeber in die Tat um.

"Wir haben schon ein paar Dinge wieder gesehen: Mehr Kombinationen, mehr Fluss im Spiel, Schnelligkeit in Richtung Tor und ein paar gute Kombinationen", urteilte Löw nach dem Sieg, den Tore von Mario Gomez (35.) und Startelf-Debütant Mesut Özil (77.) besiegelt hatten.

"Mehr Harmonie" als zuletzt

"Die Mannschaft hat mehr Harmonie gezeigt und war in der Feinabstimmung besser als in Aserbaidschan oder den vorherigen beiden Spielen. Da waren wir ja weit unter dem hier gezeigten Niveau."

Die spielerische Steigerung war eng mit der Einbindung Özils als offensive Schaltzentrale verknüpft, für die Löw vom bewährten 4-4-2-System auf ein 4-2-3-1 umgestellt hatte, aus dem bei eigenem Ballbesitz ein 4-3-3 wurde 148449(DIASHOW: Bilder des Spiels).

"Vor dem Spiel hatte ich das Gefühl, wir müssten da mal eine Kleinigkeit verändern", spielte Löw den Taktikwechsel herunter (Die Stimmen zum Spiel).

Experimente auf den Außenbahnen

Dass der Test dieser Ausrichtung eine Generalprobe für das wohl entscheidende WM-Qualifikationsspiel am 10. Oktober in Russland gewesen sei, verneinte der Bundestrainer.

"Wir wollten das neue System spielen, weil wir es die ganze Woche über trainiert haben und ich die Außenpositionen mal ein bisschen anders besetzen wollte."

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So hatte er auf der linken offensiven Außenbahn überraschend den Bremer Marko Marin aufgeboten, der zur zweiten Halbzeit für Lukas Podolski Platz machte.

Özil hinterlässt starken Eindruck

Rechts absolvierte Bastian Schweinsteiger sein 70. Länderspiel, ehe er in der Schlussphase durch Piotr Trochowski abgelöst wurde.

Özil allerdings stellte alle vier mit seiner Leistung in den Schatten.

"Er hat in der Vorwärtsbewegung sehr gut gespielt. Da hat er geniale Pässe gespielt, viele gute Aktionen eingeleitet und ein schönes Tor erzielt", lobte Löw den Spielmacher. "Wo er sich auf internationalem Niveau weiter verbessern muss, ist im Defensivverhalten."

Mit der Rückwartsbewegung der ganzen Mannschaft dagegen zeigte sich Kapitän Michael Ballack zufrieden.

Rolfes ordentlich, Innenverteidiger mit Problemen

"Wir haben auch hinten gut gestanden, die Ordnung hat gestimmt?, behauptete er. An seiner Seite empfahl sich zwar Simon Rolfes als spielstarke Option des zweiten Sechsers.

Doch mit der Innenverteidigung wies das DFB-Team gegen Südafrika durchaus eine Schwachstelle auf.

Dort konnten sich weder Serdar Tasci noch Arne Friedrich oder der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Heiko Westermann für den Platz neben dem gesetzten Per Mertesacker empfehlen.

Adler und Klose sammeln Pluspunkte

Dagegen betrieben Torhüter Rene Adler und der zuletzt in der Liga schwache Angreifer Miroslav Klose Werbung in eigener Sache.

"Meine eigene Leistung heute war sicher nicht so schlecht", urteilte Adler, der mit drei Glanztaten das "zu Null" verteidigt hatte.

"Ich wollte in meinem Heimatstadion das Spiel genießen und jeden Moment aufsaugen."

Klose hatte zum ersten Mal nach 46 Einsätzen in der Startelf zu Spielbeginn auf der Bank gesessen, nach seiner Einwechslung aber mit einer couragierten Leistung und der Vorlage zu Özils 2:0 reagiert.

Eigenes Können angedeutet

"Ich freue mich für Mesut, weil er ein sehr gutes Spiel gemacht hat", meinte der Münchner anschließend. "Ich freue mich auch ein bisschen für mich selbst, weil ich ein bisschen davon gezeigt habe, was ich kann."

Das hat auch Sami Khedira, der in der 72. Minute für Rolfes eingewechselt wurde und seine Länderspielpremiere feierte.

"Ich bin glücklich, dass das mit meinem Debüt endlich geklappt hat", bekannte der U-21-Europameister.

Khedira will "jede Minute nutzen"

"Ich hatte mir vorgenommen, mich aufzudrängen und mein Bestes zu geben. Wenn man dabei ist, versucht man, Spiele zu bekommen, egal wie lange sie dauern, und jede Minute zu nutzen."

Schweinsteiger richtete unterdessen schon nach dem Duschen den Blick nach vorne.

"Ich bewerte das Spiel nicht über. Es war ein guter Test und nicht mehr", sagte er.

"Ich glaube nicht, dass Südafrika großartig besser ist als Aserbaidschan. Und dagegen geht?s am Mittwoch um wichtige Punkte."

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