Der Bundestrainer entwickelt seine Mannschaft Stück für Stück weiter. Dadurch ergibt sich mehr Flexibilät.

Joachim Löw ist vor der Begegnung gegen Südafrika aufgrund seiner Nominierung ungewohnt scharf kritisiert worden.

"Ich habe einen Plan", hatte er seine Personalentscheidungen verteidigt.

In Leverkusen war nun gut zu sehen, worin der Plan des Bundestrainers besteht: Einen Kader zusammenzustellen, dessen Besetzung es ihm ermöglicht, beliebig zwischen zwei Spielsystemen hin- und herzuschalten.

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Das 4-5-1 war im Vorjahr bei der EM noch eher aus der Not geboren und in der Offensive nicht sonderlich durchschlagskräftig.

Doch nun hat Löw mit Mesut Özil als zentraler Figur im offensiven Mittelfeld einen Instinktfußballer zur Verfügung, der aufrückende Außen und die jeweilige Spitze glänzend einzusetzen versteht.

"In so einem System brauchst du eben einen Spieler wie Özil, sonst wird es schwierig", meinte Löw am Samstagabend.

Ein Dribbler wie Marko Marin kann Özil beim 4-5-1 in Zukunft von der Außenbahn her entlasten. Er wird aber in der aktuellen Form als Erster weichen müssen, wenn sich Löw für das 4-4-2 entscheidet.

Durch Özils Aufrücken zur Stammkraft verliert dort nun wohl Piotr Trochowski seinen Platz, er streitet künftig mit Marin und Lukas Podolski um die Position als erste Alternative für den linken Flügel.

Der Hamburger ist aber auch als Backup für Bastian Schweinsteiger auf der rechten Seite eine Option.

Die gute Leistung von Simon Rolfes und der ordentliche Einstand Sami Khediras im defensiven Mittelfeld bestätigen Löw in seiner Ansicht, dass neben Thomas Hitzlsperger und Michael Ballack kein weiterer Bedarf für Torsten Frings im defensiven Mittelfeld mehr besteht.

Das gilt ungeachtet aller Verdienste, die der Bremer um die Nationalmannschaft hat.

Mario Gomez und Miroslav Klose belegten zudem, dass die deutsche Mannschaft mit ihnen als Keilstürmer beim 4-5-1 gut besetzt ist.

Die Nominierung des formstarken Leverkuseners Stefan Kießlings erscheint also nicht zwingend notwendig, da er den gleichen Stürmertypus wie die Münchner verkörpert.

Torwart Rene Adler hat seinen Platz im deutschen Kader mit seiner guten Vorstellung vorerst wohl manifestiert.

Von Innenverteidiger Serdar Tasci lässt sich das nicht behaupten. Der Stuttgarter ist im DFB-Team bislang zu fehleranfällig, auch Arne Friedrich und Heiko Westermann konnten sich für den Platz neben dem gesetzten Per Mertesacker nicht empfehlen.

Somit bleibt die Innenverteidigung die einzige größere Baustelle. Eine Rückkehr von Christoph Metzelder dürfte ernsthaftes Diskussionsthema werden.

Zukunftsorientierter wären die Optionen Jerome Boateng oder Benedikt Höwedes. Die nächste Nominierung verspricht erneut Spannung.

Bei der aktuellen Kaderzusammenstellung aber hat Löw schon sehr viel richtig gemacht.

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