vergrößernverkleinern
Matthias Sammer ist seit April 2006 Sportdirektor des DFB © getty

Im Doppelpass stärkt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer Bundestrainer Joachim Löw den Rücken - und äußert sich zu seiner Zukunft.

München - Matthias Sammer scheut sich nicht vor Konflikten.

Schon auf dem Platz war der "Feuerkopf" immer Wortführer seiner Mannschaften, beim EM-Triumph 1996 nahm er im DFB-Team die entscheidende Rolle ein.

Nun, als Sportdirektor des DFB, zeichnet Sammer einerseits verantwortlich für den Aufschwung in der Nachwuchsarbeit.

Drei Junioren-EM-Titel in den letzten Jahren sind auch auf seine Arbeit zurückzuführen.

Gleichzeitig kam es aber auch zu Reibungen mit der sportlichen Leitung der A-Mannschaft. Schließlich war Sammers Berufung zum Sportdirektor in der Klinsmann-Ära nicht unumstritten.

Nach dem 2:0-Sieg Deutschlands war Sammer beim DSF-Doppelpass zu Gast. Sport1.de hat die wichtigsten Aussagen im Überblick:

Matthias Sammer über...

das Spielsystem in der Nationalmannschaft:

"Wir haben uns eigentlich auf ein Spielsystem, eine Spielphilosophie festgelegt. Unsere Orientierung bleibt das 4-4-2. Dafür sind wir einerseits gelobt, andererseits auch wieder kritisiert worden. Meine Erfahrungen sind, dass es sehr wichtig war, eine Orientierung für die Trainingsarbeit gefunden zu haben und trotzdem die Flexibilität zu haben, dass zum Beispiel gestern ein Mesut Özil sehr viele Freiheiten hatte."

den Kompetenzstreit zwischen Bundestrainer und Sportdirektor:

"Die letzte Entscheidung, was die A-Nationalmannschaft betrifft, trifft ganz eindeutig Jogi Löw. Bei der U21 haben wir jetzt eine Lösung, dass sich Bundestrainer und Sportdirektor austauschen sollen. Wenn es dann mal keine Lösung gibt, soll der Bundestrainer entscheiden. Das ist eine Philosophie, die anzuerkennen ist und des wegen sind wir da relativ gut und klar aufgestellt."

seine Zukunft als DFB-Sportdirektor:

"Wenn man etwas anfängt - wie ich beim DFB - dann sollte man nicht mittendrin wegrennen. Ich bin beim DFB noch lange nicht fertig, ich habe auch noch einen langfristigen Vertrag. Das ist ein klares Bekenntnis zur Position des Sportdirektors beim DFB. Wir müssen, bei aller Euphorie, inhaltlich noch sehr viel arbeiten, wir müssen die Strukturen verbessern und ein Gewicht im Fußball zu schaffen."

die Nominierungen von Bundestrainer Joachim Löw:

"Der Bundestrainer ist doch kein Floh, der von einem Baum zum anderen hüpft und sich von jeder Tagesaktualität leiten lässt. Irgendwann muss er auch seinen Leuten vertrauen und das macht er im Moment. Deswegen ist die Diskussion, die wir im Moment in Deutschland führen, fußballfachlich eine Katastrophe."

Mesut Özils Startelf-Debüt:

"Mesut Özil ist ein toller Spieler. Da muss man auch Werder Bremen ein Kompliment machen. Dort hat er, als Diego noch da war, schon rechts gespielt. Er ist sehr flexibel einsetzbar und das ist ein hohes Gut an Qualität. Er hat seit zwei Jahren sehr intensiv an sich gearbeitet und er hat eine unglaubliche gute Entwicklung genommen. Dass ein Spieler innerhalb von zwei Jahren so eine Entwicklung nimmt, nötigt mir sehr großen Respekt ab. Gute Spieler erkennen an, dass junge Spieler an sich arbeiten. Nur die Schwachen haben Angst, wenn ein Besserer kommt. Wenn sich ein Michael Ballack über einen Spieler äußert, erkennt er einfach die Qualität und die Unberechenbarkeit eines Spielers an."

die Torwart-Frage:

"Man sollte es positiv sehen. Wir haben im deutschen Fußball in manchen Bereichen noch Probleme, aber sicher nicht auf der Torwartposition. Man muss die Leistung der vier (Robert Enke, René Adler, Manuel Neuer und Tim Wiese; Anm. d. Red.) an sich betrachten und man kann sicher unterschiedlicher Meinung sein. Der Bundestrainer und der Bundestorwarttrainer beobachten Woche für Woche und entscheiden dann aus sportlichen Gründen und auch danach, wie es dann zusammenpasst. Es ist gut für den Fußball, wenn diskutiert wird, aber irgendwann gibt es dann den Trainer, der eine Entscheidung treffen muss. Diese muss man dann auch respektieren."

die Chancen der nachrückenden Talente:

"Von einem Generationswechsel Richtung 2010 will ich nicht sprechen, weil die, die da sind auch ihre Qualität haben und die, die nachrücken, noch sehr jung sind. Wir dürfen also nicht in einen Jugendwahn verfallen. Man braucht immer eine gute Mischung, deswegen würde ich eher von punktuellen Möglichkeiten sprechen. Aber es ist schon richtig, dass da einige richtig gute Spieler nachkommen."

die Spekulationen über Rückkehr Jürgen Klinsmanns zum DFB:

"Das sollte man jetzt nicht zu hoch hängen. Man sollte jetzt auch Jürgen irgendwie helfen. Aber nicht auf die Art und Wese, ihn beim DFB ins Gespräch zu bringen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel