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Rainer Adrion fordert mehr Teilnehmer für die Endrunde der U-21-EM © getty

Der deutsche Nachwuchs muss in der EM-Quali gegen Tschechien ran. Aus Sicht von Coach Adrion kommt die Partie zu früh.

Wiesbaden - Das deutsche U-21-Team steht zehn Wochen nach dem EM-Triumph von Malmö vor einem wegweisenden Spiel.

Im positivsten Fall stehen nach dem Qualifikationsspiel gegen den stärksten Gruppengegner Tschechien in Wiesbaden (ab 20.15 Uhr LIVE im DSF) die Türen zur EM 2011 in Dänemark und Olympia 2012 in London weit auf.

Im schlimmsten Fall droht dem Europameister die sportliche Ziellosigkeit für die nächsten drei Jahre.

Adrion fordert mehr Teams bei der EM

Unabhängig vom Ausgang der Partie fordert der neue Trainer Rainer Adrion vor seinem ersten Härtetest ein Umdenken der UEFA.

"52 Mannschaften spielen in der Qualifikation, nur sieben qualifizieren sich für die EM. Da müsste man sich bei der UEFA überlegen, ob man das Teilnehmerfeld der Endrunde nicht erhöht", sagt Adrion.

Derzeit qualifizieren sich nur die Sieger der 14 Vorrunden-Gruppen für die Playoffs.

Spiele gegen Tschechien entscheiden

Die dort ermittelten sieben Endrunden-Teilnehmer neben Gastgeber Dänemark spielen 2011 die vier europäischen Olympia-Starter aus.

Und da die übrigen Gegner kaum Stolpersteine darstellen, entscheiden praktisch die beiden Spiele gegen Tschechien über die deutsche Ausbildungs-Perspektive bis 2012.

"Die EM-Teilnahme hängt immer am seidenen Faden. Einmalige Ausrutscher kann man fast nicht mehr wettmachen", meint Adrion.

"Wir waren in den Playoffs zur EM 2009 gegen Frankreich bis zur Nachspielzeit praktisch raus und wurden am Ende Europameister", erklärt der 55-Jährige.

"Die Niederlande holten vorher zweimal in Folge den Titel und waren für Schweden nicht qualifiziert. Da spielt das Glück einfach eine zu große Rolle."

Deutschland erst im Entwicklungsprozess

Eigentlich kommt das Spiel gegen die Tschechen zu diesem frühen Zeitpunkt des Neuaufbaus auch ungelegen.

"Diese Aufgabe kommt sehr früh, aber wir haben die Qualität, sie zu meistern", meint Adrion.

"Wir befinden uns noch in einem Entwicklungsprozess und müssen die Tschechen trotzdem schlagen. Wenn wir diese Hürde gemeistert haben, können wir ein Team formen und uns stabilisieren."

Die Tschechen mit dem Schalker Jan Moravek waren in Schweden nicht dabei und konnten sich frühzeitig dem Aufbau eines neuen Teams widmen.

"Das ist eine eingespielte Mannschaft, beinahe wie eine Vereinsmannschaft", erklärt Adrion.

Im Kampf um den Gruppensieg darf sich Deutschland keinen Ausrutscher erlauben, sonst hätte das Team schon neun Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze.

Hummels von seinem Team überzeugt

Denn die Tschechen haben im Gegensatz zur DFB-Elf, die am Freitag mit einem 6:0 gegen San Marino in die Qualifikation einstieg, nämlich bereits drei Spiele absolviert. Die Bilanz: Drei Siege, neun Punkte, 12:0 Tore.

Mats Hummels, einer von sechs verbliebenen Europameistern, schreckt das jedoch nicht ab.

"Tschechien ist sicher der härteste Gegner", sagt der Dortmunder. "Aber wenn wir alle voll konzentriert sind, sind wir die stärkste Mannschaft in dieser Gruppe."

Sam oder Schindler sollen Gebhart ersetzen

Personell ist Adrion wegen der Sperre von Timo Gebhart zu mindestens einer Änderung gezwungen.

"Wenn wir im selben System spielen, könnten Sidney Sam oder Kevin Schindler ins Team rücken", sagt er. Womöglich nimmt der Trainer auch taktische Änderungen vor.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

Sippel (1. FC Kaiserslautern) - Schwaab (Bayer Leverkusen), Hummels (Borussia Dortmund), Höwedes (Schalke 04), Bastians (SC Freiburg) - Boateng (Hamburger SV), Reinartz (Bayer Leverkusen) - Schindler (FC Augsburg) oder Rudy (VfB Stuttgart), Kroos (Bayer Leverkusen), Naki (FC St. Pauli) - Schieber (VfB Stuttgart)

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