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Rene Adler darf gegen Aserbaidschan von Beginn an ran © getty

Der Leverkusener steht nach der Absage von Robert Enke zwischen den deutschen Pfosten, rückt im Ranking aber nicht auf.

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Hannover - Die Überraschung blieb aus.

"Gegen Aserbaidschan wird Rene Adler im Tor stehen", kündigte Bundestrainer Joachim Löw am Tag vor dem WM-Qualifikationsspiel in Hannover (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) an.

"Er hat gegen Südafrika eine sehr gute Leistung gezeigt und sich diesen Einsatz verdient. Dazu besitzt er ein derzeit großes Selbstbewusstsein, das hat zu unserer Entscheidung sicher beigetragen."

Adler vertritt damit Robert Enke, der sich wegen eines nach wie vor unbekannten Infekts am Montag aus dem Kreis der DFB-Auswahl verabschieden musste.

Ranking wie gehabt

Einen Wechsel in der Favoritenrolle auf dem Platz zwischen den Pfosten der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2010 sieht Löw darin nicht:

"Wir haben vor diesem Spiel gesagt, dass Robert Enke gegen Russland spielen wird. Ich gehe davon aus, dass er auch bald wieder gesund ist und einsteigen kann."

Schließlich habe sich die sportliche Leitung der Nationalmannschaft festgelegt, dass Enke bis zum Jahresende die Nase vorne habe. Eine Hintertür ließ der Bundestrainer Adler jedoch offen.

"Selbstverständlich gibt es für jeden Torhüter die Möglichkeit, sich mit einer guten Leistung noch mehr in den Blickpunkt zu rücken", meinte Löw.

"Jetzt werden wir aber erstmal sehen, wie das Spiel läuft und wie sich die Situation von Robert Enke entwickelt."

"Robert ist sehr geknickt und frustriert"

Der Gesundheitszustand des Hannoveraners, der sein Heimspiel sausen lassen musste, ist nach wie vor ungeklärt.

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Um einen Fall von "Schweinegrippe" soll es sich laut DFB aber nicht handeln.

"Es kann alles oder nichts sein, das ist das Schreckliche. Robert ist deshalb auch sehr geknickt und frustriert", erklärte Enkes Berater Jörg Neblung, der mit einem Ergebnis erst in der kommenden Woche rechnet.

Bereits seit zwei Wochen fühlt sich der 32-Jährige unwohl, der Anfang vergangener Woche nach offiziellen Angaben wegen eines Magen-Darm-Infektes den Leistungstest nicht mitmachen konnte.

In der Nacht zu Montag bekam er dann Schüttelfrost. "Robert hat sein T-Shirt total durchgeschwitzt und schon insgesamt drei Kilogramm Gewicht verloren", berichtete Neblung.

Tropeninstitut untersucht Enkes Blut

"Es sind einige Untersuchungen gemacht worden, die alle negativ waren", ergänzte Löw.

"Allerdings ist gestern eine Blutprobe zum Tropeninstitut nach Frankfurt geschickt worden. Da müssen wir aber bis Anfang nächster Woche warten, bis ein Ergebnis feststeht."

Durch den Vorfall fühlt sich Löw in seiner Marschroute bestätigt, den Torwartvierkampf noch länger offenzuhalten:

"Man hat gesehen, wie schnell es gehen kann, dass einer aus dem Quartett ausfällt", äußerte er. "Und wer kann jetzt schon sagen, was in acht, neun Monaten ist?"

Systemfrage bleibt offen

Eine Festlegung vermied Löw auch bezüglich des Spielsystems, mit dem er am Mittwoch der Auswahl von Ex-Bundestrainer Berti Vogts gegenübertreten will.

"Das 4-3-3 und das 4-4-2 sind beide möglich, da möchte ich noch das Abschlusstraining abwarten. Mesut Özil gibt mir viele Optionen im taktischen Bereich", blieb der Bundestrainer wenig konkret.

Bezüglich des halblinken Innenverteidigers, der neben Per Mertesacker agieren wird, kämen sowohl Serdar Tasci als auch Heiko Westermann und Arne Friedrich in Frage.

"Kritik an Tasci überzogen"

"Friedrich hat seine Sache gegen Südafrika organisatorisch gut gelöst, die jüngste Kritik an Tasci fand ich überzogen", fuhr Löw fort.

"Er hat seine Aufgabe solide bewältigt, nur in der Feinabstimmung gab es ein paar Probleme."

Die Frage, wer im Sturmzentrum ran darf, ist eng mit der Systemwahl verknüpft. Miroslav Klose oder Mario Gomez oder doch beide gemeinsam?

"Ich kann mir nach wie vor vorstellen", verriet der Bundestrainer wenig Neues, "dass beide zusammenpassen."

Die voraussichtliche Aufstellung:

Adler - Lahm, Mertesacker, Friedrich (Tasci), Schäfer - Ballack, Hitzlsperger - Schweinsteiger, Özil, Trochowski (Marin) - Klose (Gomez)

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