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Die DFB-Junioren hatten laut Trainer Adrion "zu wenig Biss und keinen Rhythmus" © getty

Der Europameister zeigt gegen Tschechien "zu wenig Biss" und unterliegt mit 1:2. Ein Stuttgarter muss mit Rot vom Platz.

Wiesbaden - Ernüchterung beim Europameister: Zehn Wochen nach dem EM-Triumph von Malmö haben die deutschen U-21-Fußballer auf dem Weg zur EM 2011 und Olympia 2012 einen herben Rückschlag hinnehmen müssen.

Durch ein 1:2 (0:1) im zweiten Qualifikationsspiel gegen Tschechien sind die Teilnahmen an der EM-Endrunde in Dänemark und damit auch den Olympischen Spielen in London für die DFB-Elf in weite Ferne gerückt.

Beide Treffer für die Tschechen erzielte Stürmer Michael Rabusic (21./70., Foulelfmeter). Kurz vor dem Abpfiff bekam auch die deutsche Elf noch einen Foulelfmeter zugesprochen, den Mats Hummels verwandelte (90.).

"Lächerliche" Schiedsrichterentscheidung

"Dass es vor dem 0:2 einen Elfmeter und eine Rote Karte gibt, ist absolut lächerlich. Das ist nicht nachzuvollziehen", sagte Rainer Adrion nach seiner ersten Pflichtspiel-Niederlage als U-21-Trainer.

"Man muss aber auch sagen, dass wir viel falsch gemacht haben. Wir hatten zu wenig Biss und keinen Rhythmus."

Nachdem der überforderte englische Schiedsrichter Stuart Attwell nach einer harmlosen Rangelei zwischen Stefano Celozzi und Marcel Gecov auf Strafstoß für Tschechien entschieden und dem Stuttgarter sogar die Rote Karte gezeigt hatte, sorgten die Zuschauer für einen Eklat - sie bewarfen den jubelnden Torschützen mit Bierbechern.

Tschechen liegen klar vorne

Die Tschechen haben nun 12 Punkte und 14:1 Tore auf dem Konto und damit neun Zähler Vorsprung auf die Mannschaft des neuen Trainers Adrion, die erst am Freitag mit einem 6:0 gegen San Marino in die Qualifikation gestartet war.

Nur die zehn Gruppensieger und die vier besten Zweiten qualifizieren sich für die Playoffs, in denen die sieben Endrunden-Teilnehmer neben den Dänen ermittelt werden.

Nur die EM-Halbfinalisten sind für Olympia qualifiziert.

Zwei Fernschüsse rütteln die Deutschen wach

Vor nur 4089 Zuschauern im Stadion des Zweitliga-Absteigers SV Wehen Wiesbaden waren die Gäste in der ersten halben Stunde die klar bessere Mannschaft.

Sie wirkten eingespielter, technisch versierter, ballsicherer und dynamischer und nutzten ihre erste Torchance gleich zur Führung.

Die wieder mit fünf Europameistern angetretene DFB-Elf blieb zunächst ohne durchdachte Offensivaktion.

Zwei Fernschüsse von Kapitän Jerome Boateng und Deniz Naki innerhalb weniger Sekunden wirkten aber als Hallo-Wach-Effekt (30.).

Zudem nahm Adrion bereits nach 35 Minuten einen Wechsel vor, brachte in Sidney Sam für den beim Gegentor desorientierten und zudem mit Gelb vorbelasteten Daniel Schwaab eine zusätzliche Offensivkraft.

Kroos kann nicht überzeugen

In der Tat zeigte die DFB-Elf nun mehr Engagement und Offensivgeist, allerdings fehlte die nötige Zielstrebigkeit.

Naki traf nach einer Einzelleistung nur das Außennetz (43.), Hummels köpfte knapp vorbei (49.), wiederum Naki schoss aus zehn Metern freistehend weit über das Tor (52.).

Danach ging der Schwung wieder etwas verloren. Nach dem 0:2 und dem Platzverweis musste Adrion sich auf Schadensbegrenzung konzentrieren und brachte in Holger Badstuber noch einen Defensivspieler für den völlig enttäuschenden Spielmacher Toni Kroos.

Beste Akteure im deutschen Team waren Naki und Hummels, der nach der Pause im Tausch mit Boateng von der Innenverteidigung ins zentral-defensive Mittelfeld rückte.

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