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Miroslav Klose erzielte zwei Treffer gegen Aserbaidschan © getty

Die DFB-Elf löst nach anfänglichen Schwierigkeiten die Pflichtaufgabe Aserbaidschan. Miroslav Klose gelingt ein Doppelpack

Vom DFB-Team berichtet Martin van de Flierdt

Hannover ? Das Endspiel um die WM-Qualifikation in Russland kann kommen.

Mit einem 4:0 (1:0)-Erfolg gegen Aserbaidschan hat die deutsche Nationalmannschaft die Tabellenführung verteidigt und darf selbstbewusst nach Moskau reisen.

Michael Ballack per Foulelfmeter (14.), Miroslav Klose (55./66.) und Lukas Podolski (71.) erzielten die Treffer für die deutsche Auswahl, die ihren Vorsprung allerdings erst nach der gelb-roten Karte für Gäste-Kapitän Samir Abbasov (50.) in die Höhe schraubte.

Ballack: "Das Soll erfüllt"

"Wir haben das Soll erfüllt, jetzt geht es ans Eingemachte. Das Spiel in Russland wird das schwerste Spiel der gesamten Qualifikation", sagte Ballack nach seinem 95. Länderspiel.

Er gab aber zu: "Wir haben gut begonnen, nach dem Tor aber unerklärlicherweise den Faden verloren. In der zweiten Halbzeit war es dann wieder okay."

Bundestrainer Joachim Löw teilte die Ansicht seines Kapitäns: "Nach dem frühen Tor war ich mit dem Spiel absolut unzufrieden. Das habe ich der Mannschaft in der Halbzeit auch deutlich gesagt. Für Miroslav Klose war die zweite Halbzeit wie eine Befreiung."

Und Philipp Lahm kommentierte: "Wir müssen heute die 20, 25 Minuten vor der Halbzeit aufarbeiten. So darf man sich vor heimischen Publikum nicht präsentieren."

Abwehr umgebaut

Vor 35.369 Zuschauern hatte Bundestrainer Joachim Löw seine Mannschaft im Vergleich zum 2:0 gegen Südafrika auf vier Positionen neu besetzt.

Abwehrchef Per Mertesacker kehrte in die Innenverteidigung zurück. Für ihn musste Arne Friedrich weichen.

Der Berliner hatte wegen einer Oberschenkelzerrung ohnehin kurzfristig passen müssen und kam daher auch nicht für den zweiten Platz in der Abwehrzentrale in Frage.

Westermann für Tasci

Stattdessen übernahm Heiko Westermann den Posten von Serdar Tasci. Im defensiven Mittelfeld agierte Thomas Hitzlsperger anstelle von Simon Rolfes neben Kapitän Ballack.

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Für Marko Marin begann Podolski auf der linken offensiven Außenbahn des 4-3-3, dem Löw nach dem gelungenen Test von Leverkusen treu geblieben war.

Die deutsche Mannschaft begann engagiert und erspielte sich zügig erste Torchancen.

Auf Ablage von Ballack brachte Podolski Aserbaidschans Torhüter Kamran Aghayev mit einem Flachschuss erstmals in Bedrängnis (6.).

Starke Szene von Özil

Gleich darauf düpierte Mesut Özil gleich vier Gäste-Verteidiger, brachte den Ball aus wenigen Metern aber ebenfalls nicht an Aghayev vorbei (7.).

Der Torhüter lenkte schließlich auch einen satten Distanzschuss Bastian Schweinsteigers über die Querlatte (10.), ehe er dann doch hinter sich greifen musste.

Samir Abbasov hatte Podolski im Strafraum nur mit einem Foul stoppen können. Ballack verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zum 1:0 (14.).

Aghayev verhindert zweites Tor

Einen weiteren deutschen Treffer unmittelbar im Anschluss durch einen Flugkopfball von Mario Gomez verhinderte Aghayev spektakulär (16.).

Doch von diesem Zeitpunkt an ging im deutschen Angriffsspiel bis zur Pause nur noch wenig zusammen. Özil und Schweinsteiger verzettelten sich immer häufiger im Spielaufbau.

Die Mannschaft von Berti Vogts gewann zunehmend Spielanteile und wurde auch im Abschluss gefährlich. Zunächst bereitete Aleksandr Chertoganov Torwart Rene Adler mit einem Schuss aus 40 Metern enorme Probleme (37.).

Adler mit Klasseparade

Nach der folgenden Ecke kam Mahir Shukurov im Strafraum ungehindert zum Abschluss. Adler verhinderte mit einer Klassereaktion den möglichen Ausgleich (41.).

Zur zweiten Halbzeit brachte Löw Klose für Gomez und Rechtsverteidiger Andreas Beck für Marcel Schäfer, so dass Lahm auf die linke Abwehrseite wechselte.

Das machte sich schnell bezahlt. Zunächst sah Gäste-Kapitän Abbasov nach Foul an Klose die Gelb-Rote Karte (50.). Dann bewies der Münchner seine Gefährlichkeit.

Klose trifft zum 2:0

Mit einer Volleyabnahme scheiterte er zwar zunächst an Aghayev (53.). Dann aber markierte er aus Nahdistanz nach schöner Lahm-Vorarbeit das 2:0 (55.).

Mertesacker (56.) und Podolsk (59.) vergaben das zügige 3:0. Das markierte erneut Klose.

Eine Hereingabe von Beck nahm er direkt und schloss mit seinem 47. Länderspieltor in der ewigen Rangliste der DFB-Torjäger zu Jürgen Klinsmann und Rudi Völler auf, die gemeinsam auf dem dritten Platz liegen (66.).

Podolski schließt zu Kirsten auf

Podolski rückte in diesem Ranking wenig später auf Platz zehn vor. Nach Kopfballablage von Ballack vollstreckte er zum 4:0 (71.) und liegt nun gleichauf mit Ulf Kirsten (ebenfalls 34 Tore).

Der eingewechselte Piotr Trochowski hätte kurz vor Schluss beinahe noch auf 5:0 erhöht. Doch seinen Freistoß lenkte Aghayev unorthodox und mit viel Glück zur Ecke (87.).

Dann entschärfte der Torhüter auch noch seinen wuchtigen Distanzschuss (90.).

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