Löw tut gut daran, den Bayern auch fortan auf der anderen Seite zu bringen und auf rechts einen Youngster ranzulassen.

Nach dem 4:0 der deutschen Nationalmannschaft über Aserbaidschan ist man geneigt, schnell einen Haken unter das Gesehene zu setzen und die Partie als erwarteten Pflichtsieg zu verbuchen.

Am Ende souverän, aber mit Abstrichen. Letztere sind allerdings durchaus bemerkenswert.

So hat das Spiel die Erkenntnis gebracht, dass das 4-3-3 auch mit Mesut Özil nicht zwangsläufig die ideale Ausrichtung für das DFB-Team sein muss.

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Wenn der Bremer Spielmacher wie gegen Aserbaidschan einen Kettenhund bekommt und die Außenpositionen wie in der Phase zwischen der 15. und 45. Minute kaum ein Zuspiel in die Sturmmitte bringen, ist die Offensive schlicht nicht vorhanden.

Da können sich Mario Gomez oder Miroslav Klose im Angriffszentrum aufreiben wie sie wollen.

Dass Klose in der zweiten Halbzeit besser ausgesehen hat als sein Münchner Klubkollege, liegt zum einen sicher an seiner eigenen, erfreulichen Leistung.

Zum anderen aber auch wesentlich an den verbesserten Zulieferer-Diensten.

Der Platzverweis von Aserbaidschans Kapitän Abbasov schuf zudem größere Räume, die Gomez in der ersten Hälfte nicht hatte.

Allein die Entstehung der beiden Klose-Tore legt Bundestrainer Joachim Löw allerdings nahe, von seiner erst am Dienstag geäußerten Absicht Abstand zu nehmen, Philipp Lahm in den nächsten Spielen weiter auf der rechten Seite einzusetzen.

Denn: Der Münchner kurbelt das Angriffsspiel von links weit wirkungsvoller an als vom rechten Flügel.

Und die Flanken von Andreas Beck, der auf der rechten Seite mehrfach lehrbuchmäßig bis zur Torauslinie durchstartete, waren zudem deutlich präziser als diejenigen Lahms von dort in der ersten Hälfte.

Ganz zu schweigen vom erneut mäßigen Auftritt von Marcel Schäfer auf links.

Beck hat sich deshalb trotz seiner Jugend eine Bewährungschance von Beginn an verdient.

Torhüter Rene Adler wiederum bewies seine Verlässlichkeit bei zwei gefährlichen Torschüssen der Aserbaidschaner, Heiko Westermann erfüllte seine Rolle in der Abwehrzentrale solide. 150210(die Einzelkritik)

Wirkliche Pluspunkte hinsichtlich der Startelf für Moskau hat die Begegnung aufgrund des übersichtlichen gegnerischen Niveaus beiden aber nicht eingebracht.

Indes: Ein Monat ist genug Zeit, die Karten hinsichtlich der Abwehrformation neu zu mischen.

Joachim Löw wird sie nutzen müssen, sonst könnte es in Russland ein böses Erwachen geben.

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