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Robert Enke feierte sein Profi-Debut 1995 gegen seinen jetzigen Klub Hannover 96 © getty

Endlich ist es raus. Der Befund der Ärzte stimmt Hannovers Keeper zufrieden. Sein Einsatz im Russland-Spiel ist jedoch fraglich.

München - Nach rund zweiwöchiger Ungewissheit über Art und Auslöser der Erkrankung bei Nationaltorhüter Robert Enke konnten die behandelnden Ärzte am Freitag eine endgültige Diagnose stellen.

Im Körper des Keepers von Hannover 96 wurden sogenannte Campylobakter-Bakterien festgestellt, die bei einer Magen- und Darminfektion auftreten können.

Dennoch ist ein Einsatz des Hannoveraners im wichtigen Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland fraglich.

Der Bundestrainer selbst wollte sich noch nicht konkret dazu äußern. "Wir werden die Entwicklung der nächsten Tage zunächst einmal abwarten", sagte Joachim Löw.

"In jedem Fall wird es eng"

Vor allem bleibt die Frage, ob Enke bis zum möglicherweise alles entscheidenden Spiel seinen Trainingsrückstand aufholen kann. "Er hat mit dem Bundestrainer gesprochen. In jedem Fall wird es sehr eng", sagte Enkes Berater Jörg Neblung.

"Das ist sicher nicht ideal", meinte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Schmadtke ist ohnehin der Ansicht, dass es Wichtigeres als die Partie am 10. Oktober in Moskau gibt: "Wir sind froh, dass endlich ein Befund vorliegt und wir wissen, was zu tun ist. Uns bewegt weniger das Russland-Spiel, es geht erstmal um die Gesundheit."

Erste Symptome vor Südafrika-Spiel

Enke hatte über Beschwerden beim Training der Nationalmannschaft vor dem Länderspiel am 5. September in Leverkusen gegen Südafrika (2:0) geklagt.

Einzelne Symptome waren zuletzt zwar abgeklungen, dauerhafte Mattheit und allgemeines Unwohlsein halten jedoch bis heute an.

"Die Zeit der Ungewissheit war sehr nervig. Nach dieser Diagnose hoffe ich, jetzt bald wieder fit zu werden und ins Training mit der Mannschaft einzusteigen", sagte Enke nach dem Befund erleichtert.

Dortmund-Spiel kommt zu früh

Wann der Torhüter wieder einsatzbereit ist, steht jedoch noch nicht fest. Für das Punktspiel der Hannoveraner am Samstag gegen Borussia Dortmund (ab 15 Uhr LIVE) fällt er weiter aus.

"Jetzt wird Robert gezielt mit antibiotischen Medikamenten behandelt. Er kann parallel auch ein individuelles Trainingsprogramm absolvieren", sagte 96-Vereinsarzt Wego Kregehr.

Bereit für Kampf um die Nummer Eins

Kregher schloss nach verschiedenen Tests und Untersuchungen bei unterschiedlichen Experten andere Diagnosen aus.

Enke hofft durch seine baldige Rückkehr ins Teamtraining auch den Kampf um den Stammplatz im Tor der deutschen Nationalmannschaft wieder aufnehmen zu können.

Aufgrund seiner Erkrankung, wegen der er neben der Partie gegen Südafrika auch für das WM-Qualifikationsspiel vier Tage später gegen Aserbaidschan (4:0) nicht zur Verfügung stand, war der Keeper im Hinblick auf das wahrscheinlich entscheidende WM-Qualifikationsspiel immer mehr unter Druck geraten.

Enkes Trainingsrückkehr für Löw entscheidend

Löw war zuletzt bereits ein wenig von der ursprünglichen Einsatzgarantie für den Hannoveraner abgerückt und hatte die Vergabe des umkämpften Platzes im deutschen Tor auch von Enkes baldiger Trainingsrückkehr abhängig gemacht.

In den vergangenen beiden Länderspielen war Enke vom Leverkusener Rene Adler gut vertreten worden.

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