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Rene Adler wird wie zuletzt auch gegen Russland im DFB-Tor stehen © getty

Nach dem Ausfall von Robert Enke wird der Leverkusener in den entscheidenden beiden WM-Qualifikationsspielen im DFB-Tor stehen.

München - Bundestrainer Joachim Löw schenkt Rene Adler sein Vertrauen und macht den Leverkusener zur Nummer 1.

Nach dem Verzicht auf den erkrankten Hannoveraner Robert Enke wird der 24-Jährige in den entscheidenden WM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft gegen Russland (10. Oktober) und Finnland (14. Oktober) im Tor stehen.

"Rene Adler wird in den Spielen gegen Russland und Finnland, sofern nichts dazwischenkommt, im Tor stehen. Er hat in den beiden letzten Spielen überzeugt", sagte Löw.

Gleichzeitig schränkte er ein: "Aber es ist absolut noch keine Vorentscheidung über die WM-Stammtorhüterrolle gefallen. Warum sollten wir auch jetzt entscheiden, wenn die WM 2010 erst im Juni losgeht? Wir werden den Kader im Mai nominieren, natürlich etwas früher wird schon eine Entscheidung bei den Torhütern fallen."

"Nominierung macht keinen Sinn"

Am Montag hatte Löw den Verzicht auf den an einer bakteriellen Infektion erkrankten Enke bekannt gegeben, der bis zu den WM-Ausscheidungsspielen nicht mehr genügend Spielpraxis sammeln kann.

"Ich habe am Wochenende mit Robert telefoniert und gesagt, dass eine Nominierung keinen Sinn macht, weil er noch zwei Wochen Antibiotika nehmen muss", erklärte der DFB-Coach.

"Und er ist meiner Meinung, dass er bis zum Russland-Spiel nicht wieder auf Top-Niveau sein kann."

Enke nicht überrascht

Für Enke, der schon die letzten Länderspiele gegen Südafrika (2:0) und Aserbaidschan (4:0) nicht bestreiten konnte, kam die Entscheidung des Bundestrainers nicht überraschend:

"Natürlich klatsche ich nicht vor Freude in die Hände, aber ich kann die Entscheidung voll und ganz nachvollziehen, vor dem Hintergrund, dass ich noch mindestens zwei Wochen kein reelles Training absolvieren werde", meinte der 32-Jährige in der "Bild".

"Jetzt hoffe ich, die Länderspielpause für eine Art 'kleine Vorbereitung' nutzen zu können, um anschließend wieder für meinen Verein Hannover 96 aufzulaufen."

Löw sei über den zu erwartenden Ablauf seiner Therapie von allen Seiten informiert worden und habe sich zu einer frühzeitigen Aussage entschlossen, so Enke weiter.

Nach ausführlichen medizinischen Untersuchungen und Labortests waren Campylobakter-Bakterien, die bei einer Magen- und Darmerkrankung auftreten können, als Ursache der Erkrankung festgestellt wurden.

Damit endete eine zweiwöchige Ungewissheit. Einzelne Symptome waren zuletzt zwar abgeklungen, dauerhafte Mattheit und allgemeines Unwohlsein hielten jedoch zunächst an.

Schon im Hinspiel ausgefallen

Bereits kurz vor dem 2:1 im Hinspiel im vergangenen November gegen Russland war Enke aufgrund eines Kahnbeinbruchs ausgefallen. Dafür war damals Adler eingesprungen.

"Es ist unglücklich gelaufen für Robert. Aber er macht auf mich einen gefestigten Eindruck. Grundsätzlich ist auf Robert weiter Verlass. Er kommt wieder, ganz sicher", sagte Löw.

Ähnlich äußerte sich Adler. "Es ist schade und bitter für Robert. Ich drücke ihm die Daumen, dass er schnell wieder fit wird. So etwas gönnt man keinem", erklärte er.

Gleichzeitig sieht er sich für den Einsatz auf Kunstrasen in Moskau gewappnet: "Das Spiel in Russland ist ein unheimlich wichtiges Spiel und sicherlich ein Höhepunkt."

Auch Neuer und Wiese dabei - Hoffnung für Frings

Neben Adler wird Löw den Schalker Manuel Neuer und den Bremer Tim Wiese zu den beiden kommenden Begegnungen einladen.

Den Kader will er aber wohl erst Ende kommender Woche bekanntgeben: "Wir wollen bis zur Nominierung noch möglichst viele Eindrücke sammeln."

Dabei könnte auch der zuletzt nicht berücksichtigte Torsten Frings wieder dabei sein.

Löw zeigte sich jedenfalls angetan von dessen aktueller Verfassung.

"Bei Torsten sieht man, dass er wieder einen gewissen Rhythmus bekommt, weil er regelmäßig spielt und von Verletzungen verschont bleibt. Das ist das, was wir im Trainer-Team festgestellt haben."

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