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Heribert Bruchhagen stört sich sehr an Oliver Bierhoffs Nebentätigkeiten © imago

Heribert Bruchhagen verurteilt Oliver Bierhoffs Werbeaktivitäten: Schließlich sei er doch "steinreich und verdient exzellent".

München - So ein bisschen hört's sich an wie eine neue Neid-Debatte:

Heribert Bruchhagen, Vorstandsboss von Eintracht Frankfurt, sind die Nebentätigkeiten des Nationalmannschafts-Managers Oliver Bierhoff ein Dorn im Auge.

"Oliver ist steinreich und verdient wie wir alle exzellent", sagte der 60-Jährige der Illustrierten "Bunte". Er verstehe nicht, warum Bierhoff "als DFB-Manager immer noch Nebengeschäfte" mache.

Laut Bruchhagen mache sich Bierhoff, dessen schwelender Streit mit Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack laut DFB ausgeräumt ist, durch seine Nebentätigkeiten angreifbar.

Objektivität angemahnt

"Eigentlich ist er in seinem Job zu völliger Objektivität verpflichtet. Als Spieler ist es zulässig, Werbeverträge zu haben. Als Funktionär geht das nicht", meinte der Eintracht-Boss.

"Mich stört auch, dass Oliver mit Projekt B eine Agentur betreibt, die neben dem Dortmunder Trainer Jürgen Klopp sogar den Koch der Nationalmannschaft vermarktet. Das gehört sich nicht."

Niersbach ergreift Partei

Rückendeckung hingegen bekommt Bierhoff via "Sport-Bild" von DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach: Bierhoff habe "klar das Recht, sich als Persönlichkeit zu vermarkten". Der DFB begrüße es sogar, "wenn unsere Köpfe als Testimonial für unseren Partner auftreten".

Derweil hat Bierhoff betont, noch vor dem Qualifikationsspiel Deutschlands gegen Russland am 11. Oktober ein erneutes Gespräch zu suchen mit Michael Ballack. Eine erste Aussprache mit dem Kapitän der Nationalmannschaft hatte es schon beim Abschiedskick von Oliver Kahn Anfang September in München gegeben.

"Pisser"-Affäre

Hintergrund des Zwistes: Nach dem verlorenen EM-Finale der Deutschen gegen Spanien hatte Ballack den Manager Bierhoff als "Pisser" bezeichnet.

Ex-Teamchef und Bierhoff-Kritiker Rudi Völler springt in der "Sport-Bild" nun Ballack zur Seite: "Es ist nicht okay, was gerade mit Michael gemacht wird", sagte der Leverkusener Sportdirektor zur öffentlichen Schelte an Ballacks Führungsstil.

Ballack müsse Chef der Nationalmannschaft bleiben und dürfe nicht in Frage gestellt werden: "Der DFB braucht Ballack für die WM 2010. Daran führt kein Weg vorbei."

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