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Michael Ballack (l.) ist in Löws Elf mit 95 Länderspielen der Erfahrenste © getty

Kapitän Michael Ballack meldet sich fit für das Russland-Spiel. Von Felix Magath erntet Bundestrainer Joachim Löw Kriitk.

München - Bundestrainer Joachim Löw hat offenbar eine Sorge weniger.

Nach seiner Wadenverletzung hat Kapitän Michael Ballack eine Woche vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland am 10. Oktober Entwarnung gegeben.

"Nach meinem Kenntnisstand wird Michael fit sein", sagte Teammanager Oliver Bierhoff Sport1.de.

Die Probleme, die den Chelsea-Profi auch in der Champions League zu einer Pause gezwungen hatten, seien nicht schwerwiegend, hatte Ballack dem DFB-Chefcoach zuvor übermittelt.

Sein Aufgebot für die beiden Partien in Moskau gegen Russland und vier Tage später in Hamburg gegen Finnland wird Löw am 2. Oktober bekanntgeben.

Eine Rückkehr des zuletzt ausgemusterten Bremers Torsten Frings ist weiterhin fraglich.

Fest steht nur, dass Torhüter Robert Enke wegen einer Viruserkrankung definitiv ausfällt.

Kein Einfluss auf Arbeit der Vereinstrainer

Im Dauerkonflikt mit den Bundesliga-Trainern betonte Löw in einem Streitgespräch mit Schalke-Coach Felix Magath in der "Bild", dass er keinen Einfluss auf die Arbeit des Vereinstrainers nehme.

Er gebe den Spielern höchstens "mal ein gymnastisches Programm" mit.

Magath dagegen fordert von Bundestrainer Joachim Löw eine bessere Kommunikation.

Magath wehrt sich gegen Einmischung

Zu Löw sagte er:

"Grundsätzlich wäre es besser, wenn es mehr Kommunikation geben würde - direkt, von Bundestrainer zu Vereinstrainer, nicht über den Spieler. Denn in dem Moment, wo du dem Spieler sagst, dass er das und das machen soll, empfinde ich das als Einmischung."

Doch selbst dieses Vorgehen hält Schalkes Trainer Magath für problematisch:

"Wenn Sie einen Spieler haben, dem der Bundestrainer gesagt hat, was er machen soll, und ich dann sage: 'Schmeiß den Zettel weg und mach, was ich dir sage'. Was glauben Sie, was der dann denkt? So bringen wir den Spieler in die Bredouille."

Deutschland nicht ganz vorne

Als stärkste Fußball-Nationen nannte Löw unterdessen Spanien, England, Brasilien, Argentinien und die Niederlande.

Magath glaubt, dass England, Spanien und Brasilien momentan stärker seien als die deutsche Elf und auch Argentinien "`wieder kommen werde".

Der Wolfsburger Meistercoach kritisierte dennoch mangelndes Selbstbewusstsein im deutschen Fußball.

"Brauchen uns vor niemand zu verstecken"

"Uns fehlt eigentlich nichts für ganz oben. Ich glaube, dass wir die beste Liga der Welt haben", sagte der Wolfsburger Meistertrainer und fügte mit Blick auf die Nationalmannschaft hinzu:

"Wir erzählen immer, wie schlecht wir sind, wie stark die anderen sind."

Und am Ende gewännen immer die Deutschen:

"Wir waren 2002 Vize-Weltmeister, wir waren 2006 WM-Dritter, wir waren 2008 EM-Zweiter. Bei der Formel 1 würde man sagen: Dreimal in sechs Jahren auf dem Treppchen. Und da frage ich mich: Wo war Spanien 2002 und 2006? Ich weiß es nicht! Und England 2008? Wenn wir über Länder-Fußball sprechen, brauchen wir uns vor niemandem zu verstecken."

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