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Huub Stevens trainierte in der Bundesliga Schalke 04 und den Hamburger SV © getty

Vor dem Gruppenfinale gegen Russland analysiert Sport1.de-Kolumnist Huub Stevens die Unterschiede zwischen Natur- und Kunstrasen.

Von Mathias Frohnapfel

Mainz/Salzburg ? Vor dem Gruppenfinale um die direkte WM-Teilnahme in Russland (Sa., ab 16.30 Uhr LIVE) beschäftigt vor allem ein Thema die deutschen Fans: Der ungewohnte Kunstrasen, auf dem die Partie im Luzhniki-Stadion ausgetragen wird.

Daher hat sich Nationalmannschaft zur Vorbereitung in Mainz getroffen, wo der Bundesligist über einen sehr ähnlichen Untergrund verfügt.

Ein absoluter Fachmann in Sachen Kunstrasen ist mittlerweile auch Huub Stevens, der deshalb auch im Vorfeld von DFB-Seite kontaktiert wurde.

In Salzburg schon seit Jahren auf Kunstrasen

Der Sport1.de-Kolumnist trainiert seit Sommer Red Bull Salzburg, wo schon seit Jahren alle Meisterschaftsspiele auf einem synthetischen Boden ausgetragen werden.

Fast ein identischer Untergrund erwartet die DFB-Auswahl am Samstag beim Gruppenfinale im Moskauer Luschniki-Park gegen Russland.

Im Sport1.de-Interview analysiert Ex-Bundesligacoach Stevens die Vor- und Nachteile des Kunstrasens.

Sport1.de: Warum spielt Red Bull Salzburg auf Kunstrasen?

Huub Stevens: Wir haben nur sehr wenige Trainingsplätze hier und den Kunstrasen können einfach mehrere Teams nutzen. Die Jugendteams spielen genauso darauf wie die Profis und auch der Trainingsbetrieb läuft sehr gut darauf ab.

Sport1.de: Was ist das Besondere am Spiel auf diesem Untergrund?

Stevens: Ich weiß natürlich nicht, was für ein Kunstrasen in Moskau verlegt wurde, aber bei uns in Salzburg ist der Kunstrasen ganz hervorragend. Dennoch ist ein solcher Belag immer etwas anders als natürlicher Rasen. Der Ball springt anders, das Spiel ist ein wenig schneller, es ist eben kein natürlicher Rasen. Darauf muss sich das deutsche Team einstellen.

Sport1.de: Heißt das, man muss genauer spielen?

Stevens: Ja, das ist richtig und man kann auch nicht immer ein hohes Tempo gehen, sonst ist der Ball sehr schnell weg.

Sport1.de: Welches Team hat durch den Kunstrasen einen Vorteil?

Stevens: Ich denke schon, dass Russland einen Vorteil hat. Sie können bereits im Vorfeld auf dem Untergrund trainieren und sich auf das Spiel einstellen.

Sport1.de: Wie schwer wiegt das?

Stevens: Ich habe eigentlich keine Bedenken. Die Deutschen sind immer gut darin, sich an veränderte Gegebenheiten einzustellen und können sich taktisch gut darauf vorbereiten. Man darf da überhaupt keine Angst davor haben, sondern muss einfach Gas geben während der 90 Minuten.

Sport1.de: Wie würden Sie das deutsche Team auf die besonderen Begebenheiten einstellen?

Stevens: Ich würde darüber eigentlich gar nicht so viel reden. Die Spieler wissen ja selbst, dass sie sich umstellen müssen. Die Situation ist vergleichbar mit einem Spiel auf einem gefrorenen Untergrund: Auch darauf stellt man sich doch im Vorfeld ein.

Sport1.de: Ist der Boden für technisch versierte Spieler wie Mesut Özil sogar ein Vorteil?

Stevens: Ja, absolut.

Sport1.de: Wie sieht es umgekehrt für die deutschen Verteidiger aus? Früher konnte man auf Kunstrasen nicht voll in die Zweikämpfe gehen.

Stevens: Das ist nicht mehr der Fall. Man kann auf Kunstrasen genauso grätschen und alles andere machen, was man auch auf normalem Rasen machen würde. Bei uns in Salzburg ist der Unterschied zu einem normalen Rasen wirklich minimal.

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