vergrößernverkleinern
Nach Jürgen Klinsmanns Rücktritt 2006 engagierte Theo Zwanziger Joachim Löw © getty

Selbst bei einem Scheitern in der WM-Qualifikation will der DFB-Boss an Löw festhalten. Der Bundestrainer äußert sich vorsichtig.

Mainz - Für die deutsche Nationalmannschaft geht es am Samstag um die direkte WM-Qualifikation, für Joachim Löw steht aber weit mehr auf dem Spiel.

Denn die DFB-Auswahl spielt auch um die Zukunft des Bundestrainers, auf dessen eigenen Wunsch die zunächst für den Sommer geplanten Vertragsgespräche mit dem DFB) bis nach der WM-Qualifikation verschoben wurden.

Für DFB-Präsident Theo Zwanziger ist Löw aber unabhängig vom Ausgang der WM-Quali mindestens bis 2012 der richtige Mann.

"Wüsste keinen Besseren"

"Wir gehen seit 2004 einen erfolgreichen Weg mit ihm, und ich weiß, dass man strategische Ausrichtungen nicht nach einem einmaligen Misserfolg verändern sollte. Ich sage es deutlich: Ich wüsste keinen Besseren als ihn", sagte der DFB-Präsident der "Sport Bild".

Damit gab er dem Bundestrainer vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel des Vize-Europameisters am Samstag in Russland (Sa., ab 16.30 Uhr LIVE) quasi eine Jobgarantie.

Löw fokussiert auf entscheidende Spiele

Löw versicherte aber vor der Abreise am Donnerstag nach Moskau, dass er sich derzeit mit diesem Thema nicht beschäftigen würde.

"Ich konzentriere mich derzeit nur auf die Spiele gegen Russland und Finnland. Alles andere blende ich aus. Danach kann man sich darüber Gedanken machen, wie es weitergeht", stellte der 49-Jährige klar.

EM-Aus hätte Rücktritt bedeutet

Ob Löw allerdings selbst an einer Vertragsverlängerung interessiert ist, wenn die DFB-Auswahl das Ticket zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika verpassen sollte, ist äußerst fraglich.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Löw eingeräumt, dass er bei einem Scheitern in der EM-Vorrunde über einen Rücktritt nachgedacht hätte. .

Auch damals hatte Zwanziger bereits vor dem entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Österreich (1:0) klargestellt, dass Löw Bundestrainer bleibt, "egal was passiert".

Unentschieden reicht

Am Samstag kann sich die deutsche Mannschaft durch einen Sieg gegen Russland vorzeitig für die WM qualifizieren.

Selbst bei einem Unentschieden könnte sie im abschließenden Spiel der WM-Qualifikation vier Tage später in Hamburg gegen Finnland mit einem Sieg als Gruppenerster die Teilnahme an der WM-Endrunde klar machen.

Als Zweiter der Europa-Gruppe 4 müsste der Vize-Europameister am 14. und 18. November in die Play-offs. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Verhandlungen über Verlängerung geplant

Ebenso wie die Zukunft von Löw, dessen Vertrag bei einer erfolgreichen WM-Qualifikation schnell bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine verlängert werden dürfte, steht derzeit auch noch die Zukunft von Teammanager Oliver Bierhoff in den Sternen.

"Unsere Linie ist seit langem klar und mit den Beteiligten abgesprochen. Wir wollen zunächst die WM-Qualifikation abwarten und dann mit Löw, seinem Trainerteam und Bierhoff über eine Vertragsverlängerung verhandeln", beschreibt DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach die Vorgehensweise des Verbandes.

Bierhoff realistisch

"Sie haben in den vergangenen Jahren gute und erfolgreiche Arbeit geleistet. Die Vertrauensbasis ist beiderseits sehr stark, und deshalb stehen alle Zeichen auf eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit", zeigt sich optimistisch.

Dies sieht Bierhoff offenbar genauso. "Wie ich die Verantwortlichen beim DFB verstanden habe, bestehen dort keine Zweifel an der Effektivität unserer Arbeit", sagte er, fügte aber auch hinzu: "Ich weiß natürlich auch, wie die Dinge im Misserfolg laufen können."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel