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Lagebesprechung auf Kunstrasen: Hansi Flick, Joachim Löw und Oliver Bierhoff © getty

Der ungewohnte Untergrund macht der DFB-Elf vor dem Gruppenfinale in Russland doch wesentlich mehr Probleme als erwartet.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Mainz ? Der ungewohnte Kunstrasen macht der deutschen Nationalmannschaft vor dem Gruppenfinale in Russland (Sa., ab 16.30 Uhr LIVE) doch wesentlich mehr Probleme als erwartet:

Gleich in doppelter Hinsicht sorgten die ersten Trainingseinheiten auf dem synthetischen Boden in Mainz für Verdruss.

Zum einen kassierte die DFB-Auswahl in einem Testspiel über viermal 15 Minuten eine 0:1-Niederlage gegen ein Team aus Junioren und Amateuren des FSV Mainz 05.

Zum anderen klagten nach der dritten Übungseinheit am Mittwoch so viele Nationalspieler wegen der unüblichen Belastung über muskuläre Probleme und Gelenkschmerzen, dass ein geplantes weiteres Testspiel am Nachmittag abgesagt und stattdessen Regeneration angesetzt wurde.

Flick beschwichtigt

"Es sind minimale Dinge, die mit guter Pflege wieder weg zu machen sind. Unsere Mediziner haben alles im Griff", beschwichtigte Co-Trainer Hansi Flick.

Ob das auch nach den weiteren zwei Trainingseinheiten so sein wird, ist jedoch die Frage. Daher denkt man beim DFB sogar darüber nach, nur noch zum Abschluss im Moskauer Luschniki-Stadion auf Kunstrasen zu trainieren.

Schon am Mittwoch humpelte Bastian Schweinsteiger mit einem Tape um die Wade zur Pressekonferenz, bei der er von Bayern-Teamkollege Mario Gomez begleitet wurde.

Dessen Probleme sind eher psychischer Natur, denn wie seine Sturmpartner Miroslav Klose, Lukas Podolski und Cacau steckt Gomez derzeit in der Krise. Diese manifestiert sich in der Torflaute des Quartetts, die sich wie zum Beweis auch beim Kunstrasen-Kick gegen die munteren Mainzer Reservisten fortsetzte.

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"Haben uns etwas schwer getan"

"Wir haben uns etwas schwer getan", gab Flick zu, meinte aber auch: "Dieses Spiel hat uns wichtige Erkenntnisse gebracht." Eine nicht besonders positive waren die anhaltenden Probleme beim Torabschluss. Trotzdem zeigt sich Joachim Löw fast demonstrativ zuversichtlich.

"Der Angriff bereitet mir fast überhaupt keine Sorgen, nur weil die Stürmer zuletzt in der Bundesliga nicht getroffen haben", erklärte der Bundestrainer. "Solche Phasen gibt es immer wieder, selbst bei Weltklassespielern wie Messi."

Auch Gomez meinte, "dass Verein und Nationalmannschaft zwei Paar Stiefel sind. Jeder hat genügend Selbstvertrauen und weiß, was er kann". Zudem sei es nur wichtig, "dass wir uns für die WM qualifizieren. Wer die Tore macht, ist dabei egal."

Erneut mit nur einem Stürmer

Allzu große Hoffnungen setzt Löw dabei aber anscheinend nicht in seine Stürmer, deshalb wird er fast sicher das in den letzten beiden Länderspielen getestete 4-5-1-Systems beibehalten.

Diese defensivere Variante deutete auch Schweinsteiger an: "Die Russen müssen kommen, wir können abwarten."

Als einzige Spitze hat Klose offenbar die besten Karten. Dahinter spricht vieles für Piotr Trochowski anstelle des offensiveren Podolski.

Dreikampf rechts hinten

Offen ist auch die Formation der Viererkette, wobei Heiko Westermann wohl wie beim 2:1 im Hinspiel neben Per Mertesacker auflaufen wird.

Auf rechts kämpfen der zuletzt formschwache Arne Friedrich sowie Youngster Andreas Beck und Neuling Jerome Boateng um einen Platz in der Startelf.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Adler - Friedrich (Beck), Mertesacker, Westermann, Lahm - Ballack, Rolfes - Schweinsteiger, Özil, Trochowski (Podolski) ? Klose (Gomez)

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