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HSV-Profi Jerome Boateng bestritt 14 Spiele für die U-21-Nationalmannschaft © getty

Mit Jerome Boateng hat es der nächste aus der U 21 ins A-Team geschafft. Jetzt bastelt der Trainer an einer neuen Erfolgstruppe.

Fürth - Die Kapitän weilt in Russland, fünf Spieler fehlen verletzt und die EM-Euphorie ist nach der bitteren Niederlage gegen Tschechien verflogen:

Mit schwierigen Voraussetzungen geht die deutsche U 21 in die Länderspiele am Freitag gegen Slowenien und vier Tage später in Frankfurt gegen Israel.

Nachdem das wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien Anfang September (1:2) für die nächste Generation ganz offensichtlich zu früh gekommen war und die EM-Teilnahme 2011 in weite Ferne gerückt ist, will der neue Trainer Rainer Adrion sich nun in aller Ruhe dem Neuaufbau widmen.

"Wir sind für die beiden Spiele gut neun Tage zusammen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das gibt mir die Gelegenheit, neue Erkenntnisse zu sammeln und die Mannschaft weiter voranzubringen", sagt Adrion und stellt fest:

"Wir müssen alle Mannschaftsteile verbessern"

"Wir müssen die Abstimmung aller Mannschaftsteile verbessern und arbeiten auf der ganzen Bandbreite der taktischen Findung."

Seit Beginn der Woche hat der 55-Jährige die Mannschaft versammelt. "Wir waren noch nicht so oft zusammen. Deswegen ist es wichtig, dass wir jetzt einmal einige Tage am Stück konzentriert arbeiten können", sagt der Leverkusener Daniel Schwaab.

Nachdem Spielführer Jerome Boateng (Hamburger SV) zum A-Team aufgestiegen war, ist Schwaab nur noch einer von noch fünf verbliebenenen Profis, die im Juni den EM-Titel gewannen.

Boateng dient als Vorbild

Boateng ist dafür nach Mesut Özil, Marko Marin, Andreas Beck, Manuel Neuer und Sami Khedira schon der sechste Europameister, der den Aufstieg geschafft hat.

Für die aktuellen Spieler ein zusätzlicher Ansporn. "Da denkt man, die haben es geschafft. Das spornt auf jeden Fall an", sagt Innenverteidiger Holger Badstuber von Bayern München, dem Bundestrainer Joachim Löw kürzlich vorsichtig Hoffnungen auf eine Teilnahme an der WM 2010 gemacht hat.

Gleiches gilt für Klubkollege Thomas Müller, der gemeinsam mit dem Stuttgarter Julian Schieber wohl das Sturmduo bilden wird.

Adrion hat Verständnis

"Was im letzten Vierteljahr passiert ist, konnte man so nicht erwarten", sagt Adrion über Müller, für den der bei Bayern so große Name ebenso wenig Belastung war wie die millionenschwere Konkurrenz im Sturm.

Die fünf Absagen grämen den Coach indes trotz der Findungsphase nicht. "Alle Absagen waren begründet und der Kern der Mannschaft ist beisammen", erklärt er.

Und Boatengs Aufstieg freut ihn sogar: "Schließlich wollen wir doch das Sprungbrett sein."

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Sippel (1. FC Kaiserslautern) - Schwaab (Bayer Leverkusen), Höwedes (Schalke 04), Badstuber (Bayern München), Schmelzer (Borussia Dortmund) - Reinartz (Bayer Leverkusen), Hummels (Borussia Dortmund) - Kroos (Bayer Leverkusen), Rudy (VfB Stuttgart) - Müller (Bayern München), Schieber (VfB Stuttgart)

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