vergrößernverkleinern
Szene aus dem Hinspiel: Philipp Lahm (r.) im Zweikampf mit Andrej Arschawin © getty

Die Deutschen geben sich vor dem Russland-Spiel selbstbewusst. Nur Arschawin bereitet Löw Sorge. Die Fakten zum Spiel.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Moskau - Zum Spiel der Spiele ist es aufgeklart in Moskau: Nach zweitägigem Regenwetter wurden die deutschen Spieler am Samstagmorgen von strahlendem Sonnenschein geweckt.

Auch die Stimmung ist gut bei der DFB-Auswahl vor dem Gruppenfinale um die direkte WM-Qualifikation gegen Russland (ab 16.30 Uhr LIVE).

Angespannt, aber zuversichtlich gehe man in die Partie, sagte Joachim Löw: "Hatten wir schon jemals Angst? Wir haben immer die Nerven behalten, wenn es darauf angekommen ist."

Minimalziel Unentschieden

Der Bundestrainer weiß aber auch, dass seine Mannschaft nur mit einer Topleistung das Minimalziel im ausverkauften Luschniki-Park erreichen kann:

Ein Unentschieden, mit dem man weiter den Gruppensieg in der eigenen Hand hätte.

Der Schlüssel dazu ist für Löw das Ausschalten von Russlands Stürmerstar Andrej Arschawin.

"Er ist unberechenbar"

"Er ist die zentrale Figur des Spiels und in der Offensive der Effizienteste", sagte Löw. "Und er ist unberechenbar."

Daher will er den Arsenal-Torjäger permanent doppeln, um ihn so aus dem Spiel zu nehmen.

Der nur 1,72 Meter große Arschawin spuckte derweil große Töne in Richtung Rene Adler: "Ich habe schon zwei Tore gegen ihn geschossen - im Uefa-Cup-Viertelfinale gegen Leverkusen und beim Qualifikations-Hinspiel in Dortmund. Ich hoffe, das gelingt mir jetzt zum dritten Mal."

[image id="376d8f68-65db-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Hiddink martialisch: "Sauerstoff abdrehen"

Und auch der sonst eher zurückhaltende Nationalcoach Guus Hiddink kündigte martialisch an: "Wir wollen den Deutschen den Sauerstoff abdrehen." (Hiddinks offene Rechung mit Deutschland)

Doch davon wollen sich die DFB-Akteure nicht nervös machen lassen. "Ich habe Vertrauen in die Mannschaft, dass wir ganz klar als Sieger vom Platz gehen", erklärte Philipp Lahm.

Vieles spricht für Boateng und Hitzlsperger

Gerätselt werden darf dabei bis zum Schluss über die Startelf. Die Tendenz geht in Richtung eines Debüts von Jerome Boateng hinten rechts.

Zudem dürfte Thomas Hitzlsperger die Nase vor Simon Rolfes haben. Offen ist zudem, ob Lukas Podolski anstelle von Piotr Trochowski links vorne oder des einzigen Stürmers Miroslav Klose zum Einsatz kommt.

Sport1.de präsentiert die Fakten zum Spiel:

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Russland: Akinfejew - Anjukow, Ignaschewitsch, Wassilij Beresuzkij, Schirkow - Bystrow, Semak, Syrijanow, Biljaletdinow - Arschawin, Pogrebnjak.

Deutschland: Adler - Boateng, Mertesacker, Westermann, Lahm - Ballack, Hitzlsperger (Rolfes) - Schweinsteiger, Özil, Trochowski (Podolski) - Klose.

Schiedsrichter: Massimo Busacca (Schweiz)

Spieler im Fokus: Michael Ballack

Wenn Arschawin der Schlüsselspieler bei den Russen ist, dann ist es Ballack bei den Deutschen.

"Er ist unser wichtigster Spieler und muss vorangehen", forderte Franz Beckenbauer vom Kapitän, der erstmals seit der bitteren Niederlage im Champions-League-Finale mit Chelsea 2008 wieder in den Luschniki-Park zurückkehrt.

"Ich erwarte ein großes Spiel von ihm."

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Was mir ein gutes Gefühl gibt, ist die Tatsache, dass wir das Spiel nicht unbedingt gewinnen müssen. Wir müssen nicht auf Teufel komm raus alles auf eine Karte setzen. Wir hätten auch mit einem Unentschieden eine gute Ausgangslage."

Guus Hiddink: "Der Sieg über die Deutschen wäre für uns umso süßer, weil sie seit Zeiten ihres eisernen Kanzlers Otto von Bismarck bei großen Turnieren dabei sind."

Ausgangslage:

Bei einem Sieg ist Deutschland direkt qualifiziert. Bei einem Unentschieden hätte das Team vor dem letzten Spiel am Mittwoch gegen Finnland weiter einen Punkt Vorsprung.

Bei einer Niederlage zwei Zähler Rückstand auf Russland, das zum Abschluss am Mittwoch in Aserbaidschan antritt. (DATENCENTER: Alles zur WM-Qualifikation)

Deutsche Bilanz:

18 Länderspiele gegen die Sowjetunion und Russland: 13 Siege, zwei Unentschieden, drei Niederlagen.

Letzte Niederlage: 0:1 am 28.8.1985 in Moskau

Statistik:

Die DFB-Auswahl hat noch nie ein WM-Qualifikationsspiel auswärts verloren und noch nie eine WM-Endrunde verpasst.

Russland hat noch nie ein WM-Qualifikationsspiel zuhause verloren und ist seit Oktober 1998 in Pflichtspielen vor eigenem Publikum unbesiegt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel