Udo Lattek lobt in seiner Sport1.de-Kolumne Keeper Adler und setzt auf ihn als Nummer 1. Bei der DFB-Elf sieht er noch Schwächen.

Hallo Fußball-Freunde,

das WM-Qualifikationsspiel gegen Russland hat gezeigt, dass wir Hoffnungsträger in der Mannschaft haben und dass die Mannschaft gut spielen kann.

Aber wenn ich höre, das sei Weltklasseformat, dann zieht sich bei mir einiges zusammen.

Das sehe ich ein wenig anders: Wir sind auf dem besten Weg dahin, aber in der zweiten Halbzeit haben wir gesehen, dass wir bei schnellen Stürmern noch erhebliche Schwächen in der Abwehr haben.

Wir wollen das jetzt aber nicht schlecht reden. Es ist gut, dass wir weiter gekommen sind.

Jetzt können wir in Ruhe alles aufbauen - beim Torwart angefangen, über die rechten Verteidiger. Da sind noch so ein paar Stellen, die man noch ein bisschen sauber klopfen muss.

Aber im Grunde genommen muss man zufrieden sein: Jetzt kann man durchatmen, jetzt kann man frei arbeiten und noch das eine oder andere probieren.

Man steht nicht unter Zugzwang. Das ist eine Situation, mit der man ganz komfortabel leben kann.

An Rene Adlers Leistung gibt es absolut nichts zu zweifeln, die war absolut fehlerfrei.

Man hatte das Gefühl, dass sich die Mannschaft an seiner Leistung hochgezogen hat. Man wusste, man kann jetzt den Gegner ruhig mal schießen lassen. Wir haben einen Torwart hinten drin, der sicher ist und das Haltbare hält.

Mir wäre es auch egal gewesen, wenn Elfmeter gepfiffen worden wäre: Rene Adler hätte ihn sowieso gehalten. Wenn man diese Leistung als Maßstab nimmt, würde ich sagen, er ist die Numero eins.

Löw kann sich jetzt aber noch nicht festlegen - wenn etwas passiert, Adler krank wird oder ähnliches, dann muss er die anderen wieder aufbauen.

Deswegen muss er sie noch am Köcheln halten. Im Moment ist Adler die Nummer eins. Aber für nächstes Jahr heißt das noch gar nichts.

Euer Udo Lattek

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