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Klose debütierte am 24. März 2001 gegen Albanien - und traf zum 2:1-Enstand © getty

Bei Sport1.de spricht Russland-Matchwinner Miroslav Klose über seine Situation und die Perspektiven bei der WM in Südafrika.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Hamburg - In der Liga mit mit Ladehemmung, in der Nationalmannschaft mit eingebauter Torgarantie:

Miroslav Klose hat seine Flaute ausgerechnet beim wichtigen Spiel in Russland beendet und Deutschland zur WM nach Südafrika geschossen.

Nach mittlerweile 464 Minuten ohne Treffer für den FC Bayern erzielte der 31-Jährige in Moskau bereits sein 48. Tor im 92. Länderspiel.

Damit überholte der WM-Torschützenkönig von 2006 seine früheren Bundestrainer Rudi Völler und Jürgen Klinsmann und steht nun alleine auf Platz drei der ewigen DFB-Torschützenliste.

Lob von Ballack

"Man hat gesehen, wie wichtig Miro für die Mannschaft ist", lobte Kapitän Michael Ballack seinen langjährigen Mitspieler.

"Es ist gut, dass Joachim Löw trotz der Kritik von außen an ihm festgehalten hat."

Bei Sport1.de spricht Miroslav Klose, der mit sieben Toren auch bester deutscher Schütze in der WM-Qualifikation ist, über seine Situation und die Perspektiven bei der WM.

Sport1.de: Nach Ihrem Treffer sind Sie nun alleiniger Dritter der ewigen DFB-Bestenliste. Eine Bestätigung für Sie?

Miroslav Klose: Diese Statistiken sind schön, aber viel wichtiger ist, dass wir durch mein Tor nach Südafrika fahren. Das ist die Hauptsache: Der Fisch ist im Netz.

Sport1.de: Wie haben Sie ihn gefangen?

Klose: Indem wir uns sehr fokussiert auf dieses wichtige Spiel vorbereitet haben. Man hat in der gesamten Vorbereitung gesehen, dass alle Spieler sehr konzentriert arbeiten und den Kunstrasen auch nicht unterschätzen.

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Sport1.de: Gab es da Probleme?

Klose: Ja, wir haben uns beim Abschlusstraining etwas schwer getan. Wir hatten Schwierigkeiten mit der Standfestigkeit und haben noch mal die passenden Schuhe testen müssen. Danach haben wir auch noch länger darüber diskutiert. Ich glaube, diese Erkenntnisse haben wir sehr gut umgesetzt, denn im Spiel war der Boden dann überhaupt kein Problem für uns.

Sport1.de: Wie gut tut Ihnen der Erfolg, nachdem die Nationalmannschaft zuletzt hart kritisiert wurde?

Klose: Ein Top-Team ist man ja dann, wenn man im entscheidenden Moment da ist. Und das sind wir Deutschen einfach. Man muss uns auch mal die Gelegenheit einräumen, ein schlechteres Länderspiel zu machen.

Sport1.de: Warum?

Klose: Wir haben zuletzt viele Spieler neu integriert und da kann nicht sofort ein Rad ins andere greifen. Das ist ganz normal, aber wenn wir so häufig wie vor dem Spiel gegen Russland miteinander trainieren können, dann sieht man auch, dass es geht.

Sport1.de: Hat sich der Einbau der jungen Spieler schon bezahlt gemacht?

Klose: Es ist richtig und wichtig, dass wir immer wieder neue Spieler dazuholen und sie in die Mannschaft integrieren. Wenn man so ein Talent wie Mesut Özil in der Mannschaft hat, dann kann man sich nur dazu beglückwünschen.

Sport1.de: Wie wichtig ist dann umgekehrt gerade bei solchen Endspielen die Erfahrung von Spielern wie Ihnen oder Michael Ballack?

Klose: Ich habe kein Problem damit, Verantwortung zu übernehmen. So eine Kulisse kenne ich ja. Wir spielen auch mit Bayern immer auswärts vor ausverkauftem Haus.

Sport1.de: Welche Bedeutung hatte der Treffer für Sie, nachdem Sie in der Bundesliga noch nicht erfolgreich waren?

Klose: Ich freue mich über jeden Treffer. Wenn es dann für den Sieg in so einem Spiel reicht, ist es natürlich umso schöner. Aber es war kein einfaches Tor, weil ich bei der Flanke von Mesut in Rücklage war. Jetzt hoffe ich, dass bei mir nun auch in der Bundesliga wieder der Knoten platzt.

Sport1.de: Wie sehen Sie nun die Aussichten für die Weltmeisterschaft?

Klose: Das ist im Moment schwer zu sagen. Wir haben auf jeden Fall eine gute Mannschaft und noch acht Monate Zeit, uns weiter für die WM einzuspielen.

Sport1.de: Hat dieses Team mehr Potenzial als die Mannschaften, mit denen Sie 2002 und 2006 an der WM teilgenommen haben?

Klose: Wir können mit dem Auftreten den jungen Spieler sehr zufrieden sein angesichts der Tatsache, wie sie die heiße Atmosphäre in Moskau weggesteckt und ihre Leistung gebracht haben. Aber während einer WM ist das alles noch mal eine ganz andere Geschichte.

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