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Simon Rolfes (l.) bestritt in Russland sein 21. Länderspiel für Deutschland © getty

Bei Sport1.de spricht Simon Rolfes über den Sieg in Russland, seine Position im DFB-Team, die WM-Aussichten und das Gastspiel beim HSV.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Hamburg - Tabellenführer mit Bayer Leverkusen, jetzt als Stammspieler die WM-Qualifikation gesichert.

Bei Simon Rolfes könnte es im Moment kaum besser laufen.

"Das stimmt", sagt der Mittelfeldspieler.

"Mit Leverkusen sind wir ganz ordentlich in die Saison gestartet und der Sieg in Russland war schon eine Erleichterung für uns alle, weil wir jetzt nicht noch ein Endspiel gegen Finnland haben.

Wir haben eigentlich bereits seit Beginn des Jahres auf diese Partie in Moskau hingefiebert, von daher freue ich mich natürlich über den Sieg."

Im Sport1.de-Interview spricht Simon Rolfes vor dem abschließenden Spiel der WM-Qualifikation gegen Finnland (Mi., ab 17.30 Uhr LIVE) über den 1:0-Sieg in Russland, seine Position im DFB-Team, seine Leverkusener Teamkollegen Rene Adler und Stefan Kießling und das Bundesliga-Spitzenspiel beim Hamburger SV.

Sport1.de: Herr Rolfes, wie groß ist die Zufriedenheit über Ihre eigene Leistung gegen Arschawin und Co?

Simon Rolfes: Erstmal war es für die Mannschaft ein wichtiger Schritt, dass wir in Russland bestanden haben. Für mich selbst war es natürlich auch ein wichtiges Spiel. Arschawin ist ganz eindeutig der Kopf der Russen und es war unter anderem meine Aufgabe, ihn aus dem Spiel zu nehmen. Ich denke, das ist ganz gut gelungen.

Sport1.de: Sie haben erstmals in der WM-Qualifikation Thomas Hitzlsperger verdrängt. Haben Sie jetzt bessere Karten für die Startelf?

Rolfes: Ich war in einer guten Verfassung und wäre schon enttäuscht gewesen, wenn ich nicht zum Einsatz gekommen wäre. Und jedes Länderspiel ist natürlich eine Chance, sich für höhere Aufgabe zu empfehlen. Deshalb bin ich zufrieden, wie es gelaufen ist. Mein Ziel bleibt ein Stammplatz bei der WM 2010. Trotzdem habe ich weiter ein gutes Verhältnis zum Thomas.

Sport1.de: Haben Sie in der Fußballwelt mit dem Sieg in Russland Eindruck gemacht?

Rolfes: Mit Sicherheit haben viele in Europa geschaut, ob wir dieser Aufgabe gewachsen sind. Unsere Leistung war ein eindrucksvolles Beispiel, dass wir Deutschen da sind, wenn es darauf ankommt. Das ist psychologisch wichtig für uns und hinterlässt auch Eindruck beim Gegner.

Sport1.de: Wie bewerten Sie die Aussichten für die WM?

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Rolfes: Ich denke, dass wir schon eine gute Mannschaft sind. Wir sind Vize-Europameister und WM-Dritter, haben acht von neun WM-Qualifikationsspielen gewonnen. Von daher gehören wir immer zum engeren Kreis der Favoriten. Das hat sich in den letzten 50 Jahren nicht geändert, Deutschland hat nicht immer glorreich Fußball gespielt, aber dafür effizient.

Sport1.de: Und wenn es nach Ihnen geht wäre Rene Adler in Südafrika die Nummer 1?

Rolfes: Ich bin ja nicht der Trainer. Aber natürlich bin ich Renes Vereinskollege in Leverkusen und sehe ihn jeden Tag im Training. Von daher kann ich nur sagen, dass er ein großartiger Torwart ist. Seine Leistung in Russland freut mich für ihn - weil ich weiß, wie gut er ist.

Sport1.de: Wie bewerten Sie das Fehlen von Stefan Kießling?

Rolfes: Auch das ist Sache des Bundestrainers. Als Mitspieler von Stefan habe ich ihm schon mehrmals gesagt, dass er sich auf das konzentrieren soll, was er beeinflussen kann: Seine Leistung in Leverkusen. Das hat er zuletzt wunderbar gemacht und das muss er weitermachen. 161916(DIASHOW: Wer ist in Südafrika dabei?)

Sport1.de: Wie schwierig ist jetzt das Spiel gegen Finnland, wo die Erwartungen der Fans hoch sind, die Luft bei der Mannschaft aber raus ist?

Rolfes: Es ist völlig klar, dass die Spannung nicht mehr so hoch sein kann wie gegen Russland. Aber wir können befreit aufspielen und werden versuchen, ein gutes Spiel abzuliefern.

Sport1.de: Sind Sie etwas erleichtert, dass es gegen Ihren Teamkollegen Sami Hyypiä nicht mehr um alles oder nichts geht?

Rolfes: Es ist schön für alle Beteiligten, dass die WM-Qualifikation vorher geklärt ist und es hoffentlich ein gutes Fußballspiel wird. Und danach freue ich mich, Sami bei Bayer wiederzusehen. Er ist auf dem Platz und außerhalb eine sehr wichtige Stütze für uns.

Sport1.de: Eigentlich könnten Sie direkt in Hamburg bleiben, denn am Samstag treten Sie mit Leverkusen beim HSV an. Ist das Wiedersehen mit Ex-Trainer Bruno Labbadia ein Thema?

Rolfes: Wieso wusste ich, dass diese Frage kommt (lacht) Ich denke, dass darüber schon im Sommer genug geredet wurde. Wir haben uns ab Saisonbeginn auf etwas anderes konzentriert als auf die Vergangenheit. Daher spielt das keine große Rolle mehr für uns. Wir sind neu aufgestellt in Leverkusen und ich bin froh, dass wir wieder in die Erfolgsspur gefunden haben.

Sport1.de: Die Gefahr der Übermotivation besteht nicht?

Rolfes: Nein. Aber es ist ein Spitzenspiel zwischen dem Ersten und dem Zweiten. Da ist es für die Motivation völlig egal, ob unser Ex-Trainer die Hamburger trainiert oder nicht.

Sport1.de: Wagen Sie schon eine Aussage, was Bayer in dieser Saison erreichen kann?

Rolfes: Nein, ganz bewusst nicht. Jetzt sind erst acht Spiele gespielt. Letztes Jahr waren wir nach dem 13. Spieltag Erster und am Ende fernab von den internationalen Plätzen. Wir müssen uns diese Saison bis zum letzten Spieltag beweisen. Anfang Mai können Sie mich dann noch mal fragen.

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