Der Sport1.de-Blog: Martin Volkmar ist in Hamburg beim DFB-Team und erlebt die Abschottung der teilweise getarnten Profis.

Das kleine, aber feine Hotel der deutschen Nationalmannschaft liegt zwar mitten in Hamburg unweit des Gänsemarktes, ohne den davor stehenden DFB-Bus würde man aber wohl daran vorbeilaufen.

Auch eine Handvoll Fans hat den Weg gefunden und wartet auf dem Gehweg meist vergeblich auf ein Autogramm oder ein Foto mit den Idolen.

Die Abschottung gehört bei der Nationalelf seit Jahren zum Prinzip und wird auch nach der vorzeitigen WM-Qualifikation durchgezogen.

Entsprechend groß sind die Mützen, die Mario Gomez und Bastian Schweinsteiger bei ihrer möglichst unauffälligen City-Tour auf dem Kopf haben.

Kein Wunder, schließlich hat ja Jogi Löw höchstselbst erklärt, dass er auf Reisen nicht ständig angesprochen werden möchte.

Viele Nationalspieler - sieht man mal von den aus Erfahrung meist abweisenden Bayern-Profis ab - haben da weniger Probleme.

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So erklärt Deutschlands neuer Superstar Mesut Özil beim Gespräch mit Sport1.de in der futuristisch gestylten Bar des Hotels, dass er es schön findet, wenn Menschen auf der Straße auf ihn zugehen und für seine Leistung loben oder um ein Autogramm bitten.

Doch das sahen die Verantwortlichen auch beim öffentlichen Training am Montag in der Hamburger Arena nicht vor - offiziell aus Sicherheitsgründen.

Die meisten der 25.000 Zuschauer waren trotzdem begeistert und feierten das Team mit La Ola und Sprechchören.

Die Euphorie der teilweise über mehrere hundert Kilometer angereisten Fans hing allerdings auch mit dem Altersdurchschnitt zusammen: Die Mehrheit waren aufgrund der Herbstferien in Hamburg und Schleswig-Holstein Kinder.

Nur bei Tim Wiese legte das Publikum eine Jubel-Pause ein. Denn der Bremer ist spätestens nach den vielen Werder-Erfolgen im Frühjahr gegen den HSV alles andere als beliebt in der Hansestadt.

Doch der Keeper ließ die Pfiffe mit einem einfachen Trick verstummen: Er ließ ein paar Bälle rein - und schon hatten die Zuschauer auch Wiese in ihr Herz geschlossen.

Als dann zum Abschluss noch kleine Bälle ins Publikum geworfen wurden, war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt.

Der DFB-Tross konnte sich wieder zufrieden in seine Wagenburg in der Hamburger Innenstadt zurückziehen. Nun herrscht Ruhe bis zum nächsten öffentlichen Training 2010.

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