vergrößernverkleinern
Steht da bereits schon die WM-Abwehr? Per Mertesacker (l.) und Heiko Westermann © imago

Friedrich wird gegen Finnland wohl für Westermann in die Innenverteidigung rücken. Sonst hat aber der Schalker die Nase vorn.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Hamburg - Heiko Westermann ist gut gelaunt in diesen Tagen, auch wenn ihm am Mittwoch gegen Finnland (Mi. ab 17.30 Uhr LIVE) die Ersatzbank droht.

Joachim Löw wird im unbedeutenden letzten WM-Qualifikationsspiel einige Wechsel in der Startelf vornehmen und voraussichtlich Arne Friedrich in der Innenverteidigung eine Chance geben.

Am Samstag aber im viel wichtigeren Gruppenfinale in Russland (1:0) setzte der Bundestrainer neben Per Mertesacker auf Westermann.

"Es ist natürlich schön, dass mir der Bundestrainer das Vertrauen gibt, obwohl ich diese Position im Verein zurzeit nicht spiele", sagte Schalkes Kapitän im Gespräch mit Sport1.de.

"Jetzt hoffe ich natürlich, dass es so weiterläuft und ich bei der WM dabei bin."

Tragende Rolle bei der WM wahrscheinlich

Alle Anzeichen deuten nicht nur auf eine Teilnahme Westermanns in Südafrika, sondern auf eine tragende Rolle in der deutschen Defensive 161916(DIASHOW: Wer ist in Südafrika dabei?).

Denn die Abwehr stand trotz des russischen Angriffswirbels größtenteils sicher, was in den vergangenen Monaten gegen schwächere Gegner nicht immer der Fall war.

"Wir haben taktisch sehr, sehr klug gespielt und auch verteidigt. Vor allem die erste Halbzeit war richtig gut, weil wir die Ordnung gehalten haben", meinte Per Mertesacker zu Sport1.de.

Lange Suche

Der lange Bremer ist trotz seiner 25 Jahre mit 58 Länderspielen seit der WM 2006 der unumstrittene Abwehrchef, doch zuletzt war ihm sein Nebenmann abhanden gekommen.

WM-Partner Christoph Metzelder spielte nur eine mäßige EM-Endrunde und wurde danach aufgrund seines anhaltenden Reservistendaseins bei Real Madrid von Löw aussortiert.

Der Stuttgarter Serdar Tasci konnte trotz zweifellos vorhandenen Potenzials im DFB-Trikot bislang nicht überzeugen, der Berliner Friedrich befindet sich in einer heftigen Formkrise.

Bei Schalke fast nie Innenverteidiger

Bleibt Westermann, obwohl der unter Schalkes neuem Coach Felix Magath wegen des Überangebots an Innenverteidigern fast nur noch im defensiven Mittelfeld oder in der Viererkette außen spielt.

Entsprechend unsicher war vorher, ob Löw dem gebürtigen Franken trotzdem im Moskauer Hexenkessel den Vorzug geben würde.

"Natürlich war es für mich auch ein wichtiges Spiel, aber noch wichtiger war es für Mannschaft", meinte Westermann dazu nach seinem 15. Länderspiel.

"Jetzt wollen wir erstmal gegen Finnland gewinnen und dann hat die Bundesliga natürlich Vorrang."

Auch Mertesacker wirbt für Westermann

Dort muss der 26-Jährige eigentlich nur seine Leistungen beibehalten, dann dürfte bei der WM kein Weg an ihm vorbei führen. Dafür wirbt auch Mertesacker.

[image id="f3603c42-65da-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Wir sind für die Zukunft gut gerüstet und wollen in der Defensive so weitermachen wie in Russland. Denn es ist ja nicht selbstverständlich, dass wir in so einem Spiel so gut harmonieren."

Nur eine Position offen

Da auch Philipp Lahm gesetzt ist und fast alles für Rene Adler im Tor spricht, steht die deutsche Defensive - bis auf die rechte Seite.

Dort feierte Jerome Boateng zwar ein ordentliches Debüt, brachte den Sieg aber durch seinen Platzverweis noch in Gefahr.

Trotzdem verteidigt Mertesacker den Debütanten vom HSV. "Jerome war sehr selbstbewusst, auch wenn er zwei unglückliche Aktionen hatte. Aber das bringt ihn nicht aus der Ruhe", sagte der Bremer.

Thomas Berthold, 1990 beim letzten deutschen WM-Triumph Rechtsverteidiger, sieht das allerdings völlig anders.

"Boateng, das hat sich in Moskau gezeigt, ist kein Außenverteidiger. Auch wenn er es beim HSV schon gespielt hat. Deshalb muss Löw einen Mann für rechts suchen."

Löw will nun die Nachrücker testen

Der Bundestrainer will auch noch einigen Nachrückern in den nächsten Länderspielen eine Chance geben: Andreas Beck (rechts) und Marcel Schäfer (links) spielen gegen Finnland.

Zudem können sich noch Marcell Jansen, Andreas Hinkel, Christian Träsch und Gonzalo Castro Hoffnungen auf die WM machen.

In der Abwehrmitte aber hat Löw offenbar seine Idealbesetzung schon gefunden.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Adler - Beck, Friedrich, Mertesacker (Westermann) - Schäfer - Schweinsteiger (Marin), Ballack, Hitzlsperger, Trochowski - Gomez, Cacau

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel