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Joachim Löw (l.) löste 2006 Jürgen Klinsmann als Nationaltrainer ab © getty

DFB-Präsident Theo Zwanziger macht sich um die Personalie Löw keine Sorgen. Stattdessen setzt er auf ein gutes Verhältnis.

Hamburg - Weder das angebliche Angebot aus der Türkei für Joachim Löw, noch die täglichen Forderungen nach einer schnellen Vertragsverlängerung mit dem Bundestrainer können Theo Zwanziger derzeit um den Schlaf bringen.

"Im Moment habe ich den Eindruck, dass der Termin der Vertragsgespräche ein großes mediales Thema ist. Wir beim DFB und ich persönlich sehen dieses Thema aber ganz entspannt", sagte der Präsident des DFB.

Beim weltgrößten Sportfachverband will man sich deshalb bei diesem Thema "alle Zeit der Welt" lassen, zumal "Löw im Rahmen seines laufenden Vertrages bis 2010 noch genug Aufgaben im Rahmen der Vorbereitung für die WM zu erledigen hat".

Vertragsverlängerung keine Frage

Dass Löw nach der souveränen WM-Qualifikation noch in diesem Jahr seinen Kontrakt beim DFB verlängert, steht für den DFB-Boss aber außer Frage, daran kann auch das Werben am Bosporus um den früheren Fenerbahce-Coach nichts ändern.

"Dieses Gerücht wird mir nicht den Schlaf rauben. Ich glaube, Joachim Löw weiß, woran er bei uns ist. Zudem hat er ja auch schon gesagt, dass es gar nicht stimmt, dass er ein Angebot aus der Türkei erhalten hat", äußerte sich Zwanziger recht gelassen.

Ginge es allein nach dem 64-Jährigen, müsste Löw gar keine Unterschrift unter einen neuen Vertrag setzen.

"Löw soll erstmal durchatmen"

"Es herrscht ein großes Vertrauensverhältnis zwischen dem Bundestrainer und mir. Löw gehört zu den wenigen Menschen, von denen ich sagen würde, dass ich von ihm gar keinen schriftlichen Vertrag brauche. Aber natürlich werden wir einen machen."

Zunächst solle der 49-Jährige aber "ein paar Tage durchschnaufen. Deshalb werden wir auch in der nächsten Woche nicht über dieses Thema sprechen".

Danach, so der DFB-Präsident, werde Löw irgendwann auf ihn zukommen, und dann werde zügig verhandelt.

"Denken von Turnier zu Turnier"

Auch wenn Zwanziger den Bundestrainer am liebsten mit einem Rentenvertrag ausstatten würde, will der DFB Löw zunächst mal bis 2012 weiter binden.

"Seit wir uns kennen, haben wir immer von Turnier zu Turnier gedacht. Ich denke, dass wir es auch dieses Mal so halten, auch wenn ich mir grundsätzlich eine längere Zusammenarbeit vorstellen kann. Der Zeitraum von zwei Jahren hat sich aber bewährt. Ich denke, das sieht der Bundestrainer genauso", berichtete der DFB-Präsident.

Ob Löw, dessen Jahressalär auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wird, mit einer Gehaltserhöhung rechnen kann, ließ der frühere DFB-Schatzmeister offen:

"Zu finanziellen Details werde ich keine Stellung nehmen. Damit bin ich bislang immer gut gefahren."

Neuer Vertrag auch für Bierhoff

Klar ist aber, dass bei einer weiteren Zusammenarbeit mit Löw auch der riesige Betreuerstab der DFB-Auswahl bis zur EURO 2012 neue Verträge erhält, was für Löw eine Grundvoraussetzung ist.

"Die Leistung dieses Stabes garantiert den Erfolg. Wenn man in diesen Bereich nicht investiert, ist man eines Tages zweit- oder drittklassig. Deshalb habe ich keinen Grund, dem Bundestrainer in diesem Fall zu widersprechen", sagte Zwanziger, der vor allem die Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Teammanager Oliver Bierhoff forcieren will:

"Jeder weiß, dass ich weiter mit Oliver Bierhoff arbeiten möchte, der neben seinen Vorzügen im Management und im sportlichen Bereich ein großes gesellschaftliches und soziales Engagement an den Tag legt."

Erfolgsprämien für Spieler

Wenn die neuen Verträge mit der sportlichen Führung in trockenen Tüchern sind, wird sich der DFB-Präsident auch mit den WM-Prämien für die Spieler beschäftigen.

"Dies wird voraussichtlich im Frühjahr passieren. Denn wir müssen zunächst mal abwarten, wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei diesem Turnier sind. Erst beim FIFA-Kongress im Dezember wird festgelegt, welche Start- und Erfolgsprämien es für die 32 teilnehmenden Verbände gibt. Danach sehen wir weiter, denn die Prämien sind auch abhängig von den Einnahmen", erklärte der DFB-Präsident.

Klar sei aber auch, "dass wir Leistungen belohnen wollen. Ich gehe davon aus, dass wir mit dem Spielerrat wie zuletzt auch in harmonischer Atmosphäre schnell eine Einigung erzielen werden."

WM-Kosten noch unklar

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen die WM-Teilnahme auf den DFB hat, kann der Verbandschef derzeit noch nicht absehen. 161916(DIASHOW: Wer ist in Südafrika dabei?)

"Das kann man noch nicht genau beantworten, denn auch dies ist davon abhängig, inwieweit die FIFA die Verbände ausstattet. Wir haben natürlich durch Prämien, Trainingslager und die Unterbringung in Südafrika hohe Kosten, die im Verhältnis aber nicht höher als bei der WM 2002 in Korea und Japan sein werden. Unser Ziel ist es immer, bei einem Turnier eine schwarze Null zu erzielen."

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