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Karl-Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München © getty

Bayern Vorstandsboss übt ebenfalls Kritik an der geplanten Nominierung des Shootingstars. DFB-Boss Zwanziger kontert Hoeneß.

München - Auch Karl-Heinz Rummenigge steht einem Nationalmannschafts-Debüt von Thomas Müller skeptisch gegenüber.

Nach Manager Uli Hoeneß übte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender ebenfalls Kritik an der im November geplanten Nominierung des Shootingstars durch Bundestrainer Joachim Löw.

"Wir würden es schätzen, wenn Joachim Löw Thomas Müller erst im März testet", meinte Rummenigge vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel am Mittwoch in Bordeaux.

"Jetzt ist es noch ein bisschen zu früh. Es wäre besser, noch drei, vier Monate abzuwarten."

Langsam heranführen

Man müsse Schritt für Schritt vorgehen, so der FCB-Boss weiter: "Wenn man von der zweiten auf die fünfte Stufe springt, kann man sich auch leicht verletzen."

Der FC Bayern wolle aber "nicht den Nationalspieler Müller verhindern. Es wäre von Interesse, dass er eine erfolgreiche Karriere hinlegt. Wenn er so weitermacht hat er die Chance verdient, dann wird er sie auch nutzen".

Müller will Chance nutzen

Der 20 Jahre alte Offensivspieler machte indes deutlich, dass er die Chance sehr gerne wahrnehmen würde.

"Ich kann beide Seiten verstehen. Aber ich denke, dass ich damit zurecht kommen würde. Ich weiß, dass das Wichtigste mein Job beim FC Bayern ist. Darauf konzentriere ich mich auch", sagte Müller.

"Aber was dazu kommt, nehme ich gerne mit. Natürlich wächst der Druck. Aber das gehört dazu und bringt mich nicht aus dem Tritt."

Löw weist Einwände zurück

Bundestrainer Jogi Löw hatte zuvor schon die Einwände von Hoeneß ("Die Nationalmannschaft ist gut genug, um ohne Thomas Müller eine WM zu bestreiten") zurückgewiesen, dass eine Nominierung von Müller für die Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste noch zu früh käme.

"Über Thomas Müller habe ich schon einmal bei einem Besuch in München mit Louis van Gaal gesprochen. Er bestätigte mir dabei den Eindruck, dass Müller für sein Alter bereits sehr reif ist", sagte Löw.

Zwanziger kontert Hoeneß-Kritik

Auch die massive Hoeneß-Kritik am Sinn der Test-Länderspiele wurde von DFB-Seite bestritten.

"Es kann doch zum Beispiel nicht sein, dass jetzt, wo es keine Qualifikationsspiele mehr gibt, so alberne Länderspiele gegen Chile und Ägypten stattfinden. Die sollen die Bundesliga in Ruhe spielen lassen und aufhören mit ihrer Testerei", hatte der Bayern-Manager erklärt.

"Was den Begriff 'alberne Länderspiele' angeht, hat sich Uli Hoeneß vergriffen. Ich weiß, wie stolz er selbst auf seine Erfolge mit der Nationalmannschaft ist", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der "Bild".

"Die Termine sind auf EM- und WM-Qualifikation beschränkt. Die verbliebenen Freundschaftsspiele braucht der Trainer, um seine Mannschaft zu formieren, die für Deutschland und damit auch für die Bundesliga spielt. Das ist bei anderen Nationalverbänden in Europa nicht anders."

Bayern gibt keine Stürmer ab

Derweil wies Rummenigge Spekulationen zurück, dass der deutsche Rekordmeister im Winter einen Angreifer abgeben werde.

"Wir wollen von unseren Stürmern definitiv keinen abgeben. Bei Toni wurde schon geschrieben, dass er verkauft wird, aber wir haben uns nie damit befasst", sagte Rummenigge.

"Die Qualität von Luca können wir gut gebrauchen. Das haben wir auch mit dem Trainer diskutiert. Van Gaal ist sehr zufrieden mit ihm."

Geduld mit Gomez

Unterstützung erhielt auch der bisher glücklose 30-Millionen-Einkauf Mario Gomez.

"Es tut mir leid, dass er in einen negativen Trend reinkommt, den er so nicht verdient hat. Wir werden die Geduld mit ihm haben", betonte Rummenigge:

"Er hat in Stuttgart und in der Nationalmannschaft gezeigt, dass er ein sehr guter Spieler ist, das wird er auch beim FC Bayern zeigen."

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