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Theo Zwanziger gehörte 2006 zum Organisationskomitee der WM © getty

Für DFB-Präsident Zwanziger ist Deutschland ein Kandidat auf den WM-Titel. Über Löws Zukunft macht er sich keine Sorgen.

Frankfurt/Main - DFB-Präsident Theo Zwanziger traut der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika den Titel zu.

"Ich glaube, dass Deutschland in Südafrika zum vierten Mal Weltmeister werden kann und wir gute Chancen haben, erstmals seit 1990 wieder den Titel zu gewinnen. Aber es gibt immer fünf, sechs Teams, die zum Kreis der engsten Favoriten zählen. In den entscheidenden Spielen ist dann viel von der Tagesform und dem nötigen Quäntchen Glück abhängig", sagte Zwanziger.

Zwanziger setzt am Kap der guten Hoffnung vor allem auf die Leistungsträger des Sommermärchens in Deutschland.

Gute Vorbereitung wichtig

"Bei uns sind die wesentlichen Leitfiguren der WM 2006 bei der WM im kommenden Jahr im besten Fußballer-Alter. Ob Kapitän Michael Ballack oder jüngere Spieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Auch eine gute WM-Vorbereitung wird ganz entscheidend sein, um in Südafrika das große Ziel zu erreichen. Deshalb werden wir als Verband alles dafür tun, damit sich die Mannschaft ganz gezielt auf das Turnier vorbereiten kann", sagte der 64-Jährige.

"Ich erwarte Leidenschaft"

Eine besondere Erwartungshaltung hat der DFB-Boss auch für die beiden abschließenden Länderspiele des Jahres gegen Chile in Köln am 14. November (ab 20 Uhr LIVE) und vier Tage später gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen (ab 20.15 LIVE) .

"Ich erwarte Leidenschaft. Ich will, dass die Jungs im DFB-Trikot nicht leichtfertig mit dem Ruf der Nationalmannschaft spielen. Ich erwarte von jedem, der eine Chance erhält, dass er sich reinhängt und mit einer starken Leistung empfehlen will", sagte Zwanziger auch mit Blick auf die Nominierungen der beiden Neulinge Thomas Müller (Bayern München) und Aaron Hunt (Werder Bremen).

Keine Garantie auf Top-Leistung

Dass bislang beide Spiele bei weitem nicht ausverkauft sind, will Zwanziger nicht überbewerten.

"Die Nationalmannschaft ist der Deutschen liebstes Kind. Deshalb gibt es auch immer mal schnell Kritik, wenn das Team mal nicht so gut und attraktiv spielt. Aber wir können den Zuschauern mit dem Kauf einer Eintrittskarte nicht die Garantie dafür geben, dass es zu einem spannenden Spiel mit tollen Toren kommt", sagte Zwanziger, der die DFB-Auswahl vor dem Jahresausklang aber dennoch in die Pflicht nimmt:

"Die Chilenen und die Ivorer sind starke Gegner, die sich in schwierigen Gruppen für die WM in Südafrika qualifiziert haben. Wir dürfen sie in diesen beiden Spielen nicht unterschätzen, das sind bereits Härtetests für die WM", sagte Zwanziger.

Kein Verständnis für Hoeneß-Kritik

Kein Verständnis zeigte der DFB-Präsident für die Kritik von Bayern-Manager Uli Hoeneß wegen der Nominierung von Münchens Jungstar Müller.

"Ich denke, es ist richtig von Löw, gegen Chile und die Elfenbeinküste noch einmal zu experimentieren. Mir ist eine solche Situation natürlich viel lieber, als wenn wir keine Spieler in dem Alter hätten, die wir einladen könnten. Es ist doch toll zu sehen, wie sich ein Mesut Özil oder ein Thomas Müller zuletzt entwickelt haben. Vor ein paar Jahren haben wir noch ein Team 2006 gegründet, damit junge deutsche Spieler überhaupt Spielpraxis sammeln können. Jetzt wird darüber diskutiert, dass sie zu viel spielen", erklärte Zwanziger.

Vertragsgespräche mit Löw

Entspannt geht der DFB-Boss die anstehenden Vertragsgespräche mit dem Stab um Bundestrainer Joachim Löw sowie Teammanager Oliver Bierhoff an.

Vor den beiden Spielen gegen Chile und Elfenbeinküste wird es keine weiteren Gespräche geben, anschließend kann es aber theoretisch sehr schnell gehen.

"Im Moment stehen noch die Spiele gegen Chile und die Elfenbeinküste für Löw im Vordergrund. Aber wir setzen uns sicher noch vor der WM zusammen. Der Bundestrainer hat viel für uns geleistet. Ich bin mir sicher, dass er das auch in Zukunft tun wird", sagte Zwanziger.

Zukunft beim DFB

Ebenso gelassen geht Zwanziger seine bevorstehende Wiederwahl zum DFB-Präsidenten im kommenden Jahr an.

"Es ist eine große Ehre für mich, den DFB zu leiten. Wichtig ist aber erst einmal, dass ich gesund bleibe und immer ausreichend Platz für die Familie bleibt, schließlich bin ich kürzlich zum dritten Mal Großvater geworden. Aber natürlich bereitet mir das Amt sehr große Freude. Und meine Planung ist auch so, dass ich weitermachen möchte", sagte Zwanziger.

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