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Joachim Löw ist seit Sommer 2006 deutscher Bundestrainer © imago

Nach dem Schock und der Trauer über den Selbstmord von Robert Enke geht der Blick beim Bundestrainer und der DFB-Auswahl nach vorne.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Düsseldorf - Nach dem Schock und der Trauer über den Selbstmord von Robert Enke will die deutsche Nationalmannschaft einen ersten Schritt zurück in die Normalität machen.

Dies erklärte Bundestrainer Joachim Löw bei seinem ersten Auftritt vor Medien nach dem Tod des DFB-Keepers am vergangenen Dienstag. (Sonderseite zu Robert Enke)

"Die nächsten Tage werden wichtig um zu sehen, wer in der Lage ist und wer die Kraft hat, am Mittwoch zu spielen", sagte Löw.

"Wir müssen versuchen, den normalen Rhythmus aufzunehmen, nach vorne zu schauen und uns zu konzentrieren. Ob wir in der Lage sein werden, ein gutes Spiel zu zeigen, weiß ich noch nicht. Aber wir werden es versuchen. Wir werden alles tun, um zur Normalität zurückzukommen."

Würdigung für Enke

Den verstorbenen Enke würdigte Löw noch einmal on den höchsten Tönen. "Er war nicht nur ein außergewöhnlich guter Torhüter, sondern auch ein außergewöhnlich guter Mensch", meinte er.

In einem längeren Telefonat hatte sich der DFB-Coach auch mit Enkes Vater Dirk ausgetauscht. "Dieses Gespräch war für beide Seiten sehr gut", sagte er.

"Er hat mir einige Dinge erklärt, mit denen ich mich bereits in den Tagen zuvor beschäftig hatte. Aber es war mir wichtig, die Dinge aus seiner Sicht zu erfahren, da er ja schon lange mit der Situation vertraut war."

Niemand müsse sich Vorwürfe machen, meinte Löw: "Aber wir brauchen Zeit für unsere Trauer."

Der Bundestrainer dankte ausdrücklich den Nationalspielern und DFB-Präsident Theo Zwanziger für ihren Auftritt bei der Trauerfeier für Enke am Sonntag. 174538(DIASHOW: Die Trauerfeier für Enke)

Danach war die DFB-Auswahl nach Düsseldorf gereist und wird am Mittwoch in Gelsenkirchen zum ersten Länderspiel gegen die Elfenbeinküste antreten (ab 20.15 Uhr LIVE).

Dabei wird das Team mit Trauerflor auflaufen, zudem sollen ein Trikot von Enke auf der Bank und Bilder auf der Videoleinwand an den Ex-Teamkollegen erinnern.

Nach Klose fällt auch Ballack aus

Fehlen wird neben Miroslav Klose, dessen Zwillingssöhne an Schweinegrippe erkrankt sind, auch Michael Ballack.

Der Kapitän laboriert an einer Reizung im Knie und konnte deshalb auch nicht an der ersten Trainingseinheit am Montagvormittag in der Düsseldorfer Arena teilnehmen.

Damit stehen Löw noch 19 Profis zur Verfügung, die alle an der ersten Einheit teilnahmen.

Kießling spielt - Torwartfrage noch offen

Eine Einsatzgarantie für das Duell gegen den WM-Teilnehmer aus Westafrika gab der Bundestrainer Stefan Kießling von Bayer Leverkusen, "weil er über Wochen hervorragende Leistungen gebracht hat".

Unklar ist hingegen noch, ob Manuel Neuer von Schalke 04 oder Werder Bremens Tim Wiese im Tor stehen wird.

"Wir haben noch nicht entschieden, welcher Torhüter spielen wird", erklärte Löw.

Kein Verständnis zeigte der DFB-Coach für die Unmutsbekundugen beim 1:1 im letzten Spiel Mitte Oktober in Finnland:

"Das hat die Mannschaft nach der erfolgreichen WM-Qualifikation nicht verdient."

Das deutsche Aufgebot für das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste:

Tor: Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Heiko Westermann (Schalke 04)

Mittelfeld: Christian Gentner (VfL Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Aaron Hunt, Marko Marin, Mesut Özil (alle Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff: Mario Gomez (Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (1. FC Köln)

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