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Aaron Hunt wechselte in der Jugend vom Goslarer SC 08 zu Werder Bremen © imago

Aaron Hunt hofft auf seinen ersten Einsatz im DFB-Team. Sein Berater Karlheinz Förster spricht von Interessenten aus dem Ausland.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Düsseldorf - Eigentlich war für Aaron Hunt schon vor vier Jahren klar, dass er lieber für Deutschland spielen würde.

Als er 2005 in die U-21-Auswahl des DFB berufen wurde, stand sein Entschluss gegen England schon fest.

"Mit 16, 17 Jahren habe ich mir darüber mal Gedanken gemacht. Aber dann habe ich mich klar entschieden", sagt Hunt, der als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin in Goslar aufwuchs.

Am Mittwoch könnte der 23-Jährige gegen die Elfenbeinküste (ab 20.15 Uhr LIVE) sein Länderspieldebüt in der A-Nationalmannschaft geben.

Es wäre ein weiterer wichtiger Schritt in seiner Karriere, die von Höhen und Tiefen gekennzeichnet ist.

Hunts Talent wurde schnell über den beschaulichen Harz hinaus bekannt. 2001 wechselte er in Werders Jugend, 2003 in die Bremer Reserve und 2004 gab er sein Bundesligadebüt.

Im Februar 2005 stand er zum ersten Mal in der Startelf, erzielte gleich einen Treffer und ist bis heute mit 18 Jahren und 161 Tagen Werders jüngster Bundesliga-Torschütze aller Zeiten.

Doch die ersten Rückschläge ließen auch nicht lange auf sich warten. 2006 verpasste er wegen einer Schleimbeutelentzündung die komplette Rückrunde, 2007 fehlte er lange wegen Leistenproblemen.

Er kämpfte sich heran, ließ sich fit spritzen, wurde aber immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen.

Premier League eine Alternative?

In dieser Saison ist er frei von Blessuren ? erzielte schon fünf Tore und spielt dermaßen stark auf, dass er nicht nur für Bundestrainer Joachim Löw interessant wurde.

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Englands italienischer Nationaltrainer Fabio Capello ließ den Offensiv-Allrounder, der von Werders Coach Thomas Schaaf vom Stürmer zum Mittelfeldspieler umfunktioniert wurde, beobachten, doch Hunt erteilte den Briten eine Absage.

Es könnte aber sein, dass Hunt doch bald in England spielt. Sein Vertrag in Bremen läuft aus, ein Wechsel in die Premier League wäre sicher eine verlockende Alternative 110436(Diashow: Die Wechselbörse).

"Klubs aus dem Ausland haben Interesse"

Sein Berater Karlheinz Förster sprach zuletzt von "Interesse aus dem In- und Ausland von Klubs, die etwas vorzuweisen haben". Mittelmaß-Vereine kämen nicht in Frage.

Spitzenklubs wie der FC Chelsea oder Manchester United sollen Hunt im Blick haben, auch mit dem FC Barcelona wurde er in Verbindung gebracht.

"Bei uns kann man gutes Geld verdienen. Aber wenn Barcelona oder Chelsea anklopfen, wird es eng", weiß Werder-Sportchef Klaus Allofs.

"In der Winterpause werden wir mit Werder reden", sagt Förster kurz vor dem erhofften ersten Länderspiel seines Klienten zu Sport1.de.

Werder erster Ansprechpartner

"Fakt ist, dass Aaron in einer sehr guten Form ist und Bremen ihn gerne halten würde. Werder ist unser erster Ansprechpartner", betont der ehemalige Nationalmannschaftskapitän.

"Richtig ist, dass er sich in Bremen immer sehr wohlgefühlt hat und richtig ist auch, dass Thomas Schaaf und Klaus Allofs immer zu ihm gestanden haben", erklärt Förster.

"Aber auf der anderen Seite ist es so, dass wenn ein Spieler gute Leistungen bringt, andere Vereine auf ihn aufmerksam werden." Man müsse "einfach mal schauen, wie das jetzt weiter geht."

Dass Hunt in dieser Saison wie verwandelt auftrumpft liegt für Förster in erster Linie daran, dass er von Blessuren verschont blieb.

"Seit Diego weg ist, spielt Aaron freier"

"Das Wichtigste für ihn ist, dass er jetzt verletzungsfrei ist und voll trainieren kann. Er hat sich in eine sehr gute körperliche Verfassung gebracht, und dass er Fußballspielen kann, hat er ja schon oft gezeigt."

Dass er in der Vergangenheit sein Potenzial aber nicht voll ausschöpfen konnte, lag auch an der Konkurrenz im Verein.

"Ein Spieler wie Diego hat einen ziemlichen Machtanspruch", sagt Förster. "Seitdem Diego weg ist, spielen Aaron und auch Mesut Özil viel freier. Sie haben mehr Ballkontakte und müssen selbst Entscheidungen treffen."

Magisches Dreieck in Bremen

Mit Marko Marin, der aus Mönchengladbach nach Bremen kam, harmonieren Hunt und Özil sehr gut.

Dass die drei Bremer Youngster auch im DFB-Team als "magisches Dreieck" glänzen könnten, ist durchaus vorstellbar 174978(DIASHOW: Das erste Training der DFB-Auswahl).

"Wobei Aaron erstmal Leistung in der Nationalmannschaft bringen muss", schränkt Förster ein. "Wenn er das tut, kann man weiterdenken. Mesut und Marko haben einen Vorsprung auf Aaron, der ja zum ersten Mal dabei ist."

"Aaron kann in jeder Liga spielen"

Angst, dass sein Schützling durch die Berufung ins DFB-Team und das Interesse anderer Klubs abheben könnte, hat Förster nicht.

"Ich habe zu ihm gesagt, er soll sich auf Fußball konzentrieren und sich erstmal stabilisieren", sagt der Europameister von 1980.

Förster, der mit Stuttgart Deutscher Meister wurde und kurz vor seinem Karriere-Ende 1990 in Frankreich mit Olympique Marseille das Double gewann, ist sich sicher, "dass Aaron in jeder Liga und in jedem Land spielen könnte. Wichtig ist einfach, dass er fit bleibt."

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