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Der Stuttgarter Artur Boka gab 2003 sein Länderspieldebüt für die Elfenbeinküste © getty

Die Elfenbeinküste muss gegen das DFB-Team auf ihren Superstar vom FC Chelsea verzichten. Die Stadion-Katastrophe wirkt nach.

Kamen - Superstar Didier Drogba fehlt verletzt, doch das erste Länderspiel gegen Deutschland ist für die Elfenbeinküste ein ganz besonderer Härtetest.

"Diese Partie ist für uns wie ein WM-Finale", sagt Arthur Boka vom VfB Stuttgart vor dem Duell mit dem Vize-Europameister am Mittwoch in Gelsenkirchen (ab 20.15 Uhr LIVE):

"Und das wollen wir gewinnen."

Schaffen müssen die "Elefanten" das ohne Stürmerstar Drogba (Rippenprellung).

Doch auch wenn der 31-Jährige vom FC Chelsea als Kapitän, Torjäger und Führungsfigur unverzichtbar ist, ist der Weltranglisten-19. nicht zu unterschätzen.

Zahlreiche Stars im Kader

Die aktuelle Generation, nach dem letztlich glücklosen, aber begeisternden Auftritt bei der WM 2006 in Deutschland als die "goldene" bezeichnet, brachte zahlreiche Stars hervor.

Fünf von ihnen - neben Drogba noch Salomon Kalou (Chelsea), Yaya Toure (FC Barcelona), Emmanuel Eboue (FC Arsenal) und Kolo Toure (Manchester City, damals ebenfalls Arsenal) - standen im Frühjahr im Halbfinale der Champions League.

Als einziger deutscher Spieler war zu diesem Zeitpunkt Chelsea-Akteur Michael Ballack vertreten, der am Mittwoch verletzt fehlen wird.

"Wir müssten den WM-Titel holen"

Doch so sehr das aktuelle Team begeistert, es wartet immer noch auf den ersten Titel.

Dieser soll bei der Afrika-Meisterschaft im Januar oder spätestens bei der WM in Südafrika, wo die Ivorer als Geheimtipp gelten, errungen werden (DATENCENTER: WM-Quali Afrika).

"Viele nennen uns die goldene Generation", sagt Boka: "Aber wir müssten mal den Afrika-Cup holen oder den WM-Titel. Sonst ist das in zehn Jahren alles vergessen."

Zumal den Stars die Zeit davonrennt. Drogba ist bereits 31, viele andere nur knapp jünger.

"Einige von uns sind jetzt 28 oder 29 Jahre alt, der Afrika-Cup oder die WM 2010 werden vielleicht die letzten großen Wettbewerbe sein, wo Drogba, Kolo Toure oder ich selbst dabei sein können", sagt Didier Zokora vom FC Sevilla (28).

Katastrophe von Abidjan wirkt nach

Derzeit stehen die Ivorer noch immer unter dem Eindruck der Stadionkatastrophe am 29. März in Abidjan, als vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Malawi (5:0) durch den Einsturz einer Mauer in der überfüllten Arena 20 Menschen ihr Leben verloren und 132 weitere verletzt wurden.

Vor dem Spiel am Samstag gegen Guinea (3:0) hatte der da schon verletzte Drogba das Stadion-Mikrofon übernommen.

"Ich möchte, dass wir den Menschen gedenken, die bei der schlimmen Katastrophe im März gestorben sind", sagte er und verband mit diesem Appell zwei Hoffnungenen:

Einerseits darf man die schreckliche Tragödie nie vergessen werden, andererseits gilt nun nur noch der Blick nach vorne.

Zusammenhalt als Stärke

Die Stadionkatastrophe schweißte die Spieler aber weiter zusammen.

Der Zusammenhalt, durch lautes gemeinsames Trommeln bei der Einfahrt des Mannschaftsbusses auf Trainingsgelände oder ins Stadion stets deutlich demonstriert, gilt grundsätzlich als Stärke.

Doch wenn Trainer Vahid Halilhodzic, Nachfolger dvon Uli Stielike, erklärt, "man müsse noch einen Mannschaftsgeist finden", deutet dies auch auf Probleme hin.

Zumal Kalou und Abdoulaye Meite (West Bromwich Albion) durch einen handfesten Streit im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Guinea für Unruhe sorgten.

Halihodzic hatte sie am Samstag suspendiert, ob sie für Mittwoch begnadigt werden, ist noch offen.

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