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Sidney Sam (r.) debütierte im September 2009 gegen Tschechien bei der U 21 © getty

Neun Spieler der U 21 durften sich in San Marino über ein Tor freuen. Die Qualifikation für die EM bleibt aber in weiter Ferne.

Serravalle - Zumindest die Frustbewältigung hat eindrucksvoll geklappt.

Das Jahr des ersten EM-Titels endete mit einem Rekordsieg, der die Stimmung im Lager der deutschen U 21 zumindest kurzzeitig anhob.

"Heute konnten wir uns von der Seele schießen, was sich in den vergangenen Begegnungen angestaut hatte", sagte Kapitän Mats Hummels nach dem 11:0 (5: 0)-Schützenfest auf dem glitschigen Kunstrasen in San Marino.

Gegen den völlig überforderten Nachwuchs aus dem 30..000-Einwohner-Staat nutzten die deutschen Junioren die Chance zum ersten zweistelligen Sieg im 277. U-21-Spiel der Geschichte entschlossen.

Hummels mit Hattrick

Fast jeder Spieler konnte etwas für sein Selbstvertrauen tun. Der Dortmunder Hummels feierte den ersten Dreierpack seiner Karriere (4./56./71.).

Daniel Schwaab (31., Foulelfmeter), Andre Schürrle (45.), Sidney Sam (48.), Thomas Müller (58.), Richard Sukuta-Pasu (69.) und Philipp Bargfrede (82.) erzielten ihre Premieren-Tore für die U 21.

"Mein Bremer Trainer Thomas Schaaf hat mich gleich nach dem Spiel angerufen und gesagt, dass ich für Werder gerne auch mal ein Tor schießen darf", meinte Bargfrede, bei Bremen noch torlos, schmunzelnd.

Schwaab zum Glück gezwungen

Da auch Eric-Maxim Choupo-Moting (12.) und Holger Badstuber (33.) erfolgreich waren, trafen letztlich neun der 13 eingesetzten Feldspieler.

Obwohl so manch einer zu seinem Glück gezwungen werden musste.

"Da Mats bereits getroffen hatte und ich trotz 22 U-21-Länderspielen noch keinen Treffer erzielt hatte, haben mich die Jungs gedrängt, den Elfer zu schießen", sagte Schwaab.

Konkurrent siegt ebenfalls

So sorgten die DFB-Junioren für eine erfolgreiche Premiere der WM-Trikots für Südafrika, die das A-Team erst am Tag danach gegen die Elfenbeinküste (ab 20.15 Uhr LIVE) erstmals in einem Spiel tragen durfte.

Doch die gelöste Stimmung wurde gleich wieder sachlicher, als die Kunde vom tschechichen 2:1-Sieg in Nordirland kam. Der erhoffte Ausrutscher des bisher unantastbaren Rivalen war ausgeblieben.

Bei einem Spiel weniger hat das Adrion-Team als Tabellendritter acht Punkte Rückstand auf den souveränen Tabellenführer, gegen den es selbst zu Hause schon 1:2 verloren hat.

EM-Qualifikation wird schwer

"Das war ein Pflichtsieg, der an unserer Ausgangslage wenig geändert hat", meinte denn auch Schwaab, einer von vier noch verbliebenen Europameistern vom Juni in Schweden:

"Wir haben immer noch fünf Punkte zu wenig."

Die zehn Gruppensieger und die vier besten Zweiten qualifizieren sich für die Playoffs zur Endrunde 2011 in Dänemark.

"Da die Tschechen wieder gewonnen haben, bleibt die Qualifikation weiterhin schwer für uns. Aber vielleicht lassen sie noch ein paar Punkte", meinte Choupo-Moting.

"Möglichst alle Spiele gewinnen"

Doch auch gegen den völlig hilflosen Gegner diente das höchste Ergebnis der Geschichte als kleiner Motivationsschub.

"An unserer Ausgangslage hat sich kaum etwas geändert. Aber an diese Leistung wollen wir im kommenden Jahr anknüpfen", meinte Adrion, der eine "engagierte Leistung" gesehen hatte.

"Wir müssen ab sofort jedes Spiel wie ein entscheidendes angehen und möglichst alle gewinnen. Dann haben wir gute Chancen auf das Erreichen der Playoffs", meinte Schürrle.

Zum ersten Spiel nach der Jahreswende empfangen die deutschen Junioren am 2. März die überraschend starken Isländer.

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