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Lukas Podoski (l.) hat 69 Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Lukas Podolski trifft im Test gegen die Elfenbeinküste zweimal. Den Doppelpack widmet er dem verstorbenen Nationalkeeper.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Gelsenkirchen - Hätte man nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste einen "Man of the Match" gewählt, wäre Lukas Podolski sicher einer der Favoriten gewesen.

Der Kölner bewahrte die deutsche Mannschaft beim 2:2 (1:0) gegen den afrikanischen WM-Teilnehmer mit zwei Toren vor einer Niederlage.

Dennoch stand nicht Podolski, sondern natürlich auch die Trauer um Robert Enke und die Rückkehr in den "Fußball-Alltag" im Mittelpunkt.

"Die letzten Tage waren für uns alle nicht einfach. Aber das Leben muss weitergehen", sagte Podolski nach dem letzten Länderspiel des Jahres.

Nach seinen Treffern streckte Podolski den rechten Zeigefinger in Richtung Himmel - eine Geste in Gedenken an den verstorbenen Robert Enke.

"Die Mannschaft hat für Robert gespielt"

"Die ganze Mannschaft hat heute für Robert gespielt, und meine Tore waren auch für Robert."

Durch seine beiden Treffer hat Podolski in der "ewigen" Torjägerliste des DFB mit Oliver Bierhoff gleichgezogen.

Der Kölner hat in 69 Länderspielen 37 Treffer erzielt, der jetzige Teammanager Bierhoff benötigte 70 Begegnungen für seine 37 Tore.

Im Interview spricht Lukas Podolski über das erste Spiel nach Robert Enkes Tod, seine beiden Tore und blickt ins WM-Jahr 2010.

Frage: Herr Podolski, wie haben Sie dieses sehr besondere Spiel erlebt?

Lukas Podolski: Wir waren in den letzten Tagen in Gedanken bei Robert. Das Spiel sollte ein Anstoß werden, um wieder in die Normalität zurückzukommen. Ich denke, dass ist mit dem Spiel gelungen.

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Frage: Wie schwer ist Ihnen dieser Schritt in die Normalität gefallen?

Podolski: Na klar ist das schwergefallen. Die letzten Tage waren für uns alle nicht einfach. Aber das Leben muss weitergehen. Ich war auch wieder froh, Fußball spielen zu können.

Frage: Widmen Sie Ihre beiden Tore Robert Enke?

Podolski: Die ganze Mannschaft hat heute für Robert gespielt, und meine Tore waren auch für Robert. Jeder weiß, dass ich Katholik bin. Es war auch eine Geste für Robert. Er hat uns von oben zugeschaut und uns die Daumen gedrückt.

Frage: Die Rolle, die Sie gespielt haben, scheint Ihnen gefallen zu haben.

Podolski: Nach jedem Länderspiel wird über meine Rolle geredet. Ich habe keine Lust mehr darüber zu sprechen.

Frage: Sie haben mit den beiden Toren Oliver Bierhoff in der DFB-Torschützenliste eingeholt. Wie fällt Ihr Fazit für 2009 aus?

Podolski: Ich freue mich über jedes Länderspiel und über jedes Tor. Das Spiel war ein guter Abschluss dieses Jahres. Im März geht es gegen Argentinien weiter.

Frage: Wie gehen Sie das WM-Jahr 2010 an?

Podolski: Zuversichtlich. Wir haben, vor allem in der ersten Halbzeit, ein gutes Spiel gezeigt und wir haben in diesem Jahr viele junge Leute in die Mannschaft eingebaut, von denen auch einige gegen die Elfenbeinküste gespielt haben.

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