Der Sport1.de-Blog: Sport1.de-Redakteur Thorsten Mesch erlebt in Gelsenkirchen den Übergang von der Trauerphase in den Alltag.

In Schalker Arena herrscht eine gedämpfte Stimmung. Die Trauer um Robert Enke schwebt über dem halbleeren Stadion.

Es ist still, keine laute Bumm-Bumm-Musik, endlich können sich die Fans und auch die Journalisten vor einem Spiel wieder einmal unterhalten, ohne sich gegenseitig anschreien zu müssen.

Als die Mannschaften das Spielfeld betreten, klatschen die etwa 33.000 Zuschauer Beifall und stehen auf.

Die Spieler der Elfenbeinküste tragen weiße T-Shirts mit der Aufschrift "in memoriam Robert Enke". Eine schöne Geste der Gäste.

Dann wird ein kurzer Film über Enkes Leben und seine Karriere gezeigt. Noch einmal bewegende Momente nach einer ereignisreichen und schwierigen Woche seit dem Selbstmord des Nationaltorwarts.

Als dann endlich der Ball rollt und auch schnell das erste Tor fällt, ist es für die deutschen Spieler und die Menschen auf den Rängen so, als fiele eine Last von ihnen ab.

Es dauert nicht lange, und die Welle geht durchs Stadion. Auch die Fans der Elfenbeinküste trauen sich nun und packen ihre Trommeln aus. So wie bei einem ganz normalen Spiel.

Dann Pfiffe gegen die Bayern-Spieler Mario Gomez und Bastian Schweinsteiger: nicht schön, aber ein Stück Realität in der Heimstätte des FC Schalke 04.

Tosender Jubel nach Lukas Podolskis Ausgleich in der Nachspielzeit. Zufriedene Gesichter.

In der Mixed Zone und den VIP-Bereichen läuft die Zusammenfassung der WM-Playoffs. "Rehhagel hat es mit den Griechen geschafft! Die Russen sind raus! Mann, haben die Franzosen Schwein gehabt!" Der Alltag hat uns wieder.

Auch auf der Fahrt ins Hotel. Stau auf der A2, und das mitten in der Nacht! So ein Mist!

Doch plötzlich ein Hupkonzert, orange-weiß-grüne Fahnen wehen aus drei Autos. Kennzeichen aus Kleve, Kassel und Berlin. Drinnen Fans der Elfenbeinküste. Sie feiern das 2:2 wie einen Sieg. Sie freuen sich auf die WM. Und ich freue mich mit ihnen.

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