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Jogi Löw (r.) und Hansi Flick werden mit Oliver Bierhoff bei der Auslosung sein © imago

Der Bundestrainer fiebert der Auslosung der WM-Gruppen entgegen. Wunschgegner hat er nicht, seine Zukunft stellt er hinten an.

München - Der Chef kommt als Letzter. Obwohl Joachim Löw erst einen Tag vor der Auslosung der WM-Vorrundengruppen in Kapstadt am Freitag (ab 18 Uhr) einfliegen wird, ist der Bundestrainer schon ganz aufgeregt.

"Ich freue mich wahnsinnig auf die Auslosung. Denn dann beginnt für mich das Turnier, dann geht die WM los. Am Freitag werden wir wissen, gegen wen wir spielen, wo wir spielen und wann wir spielen. Danach können wir mit den konkreten Planungen beginnen", sagt Löw.

Bierhoff und Flick inspizieren WM-Quartier

Am Dienstag reisen bereits Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Löws Assistent Hansi Flick ans Kap der guten Hoffnung.

Vor der mit Spannung erwarteten Auslosung im International Convention Centre von Kapstadt werden Bierhoff und Flick zunächst noch einmal das deutsche WM-Quartier Velmore Grande inspizieren, um sich über den Stand der Umbauarbeiten zu erkundigen.

Feinschliff im Februar

Löw wird sich erst im Februar um den Feinschliff in der Unterkunft der deutschen Mannschaft kümmern.

"Dann fliege ich noch mal nach Südafrika und werde das Hotel begutachten, um dann möglicherweise noch einige Korrekturen festzulegen", sagt der Bundestrainer.

Die betreffen nicht nur die Räumlichkeiten der zurzeit noch im Umbau befindlichen Nobelherbege nahe Pretoria, sondern auch die Trainingsplätze, für die allerdings in erster Linie der Weltverband und WM-Ausrichter FIFA verantwortlich ist.

Löw hat keine Wunschgegner

Zunächst aber fiebert der Bundestrainer dem Freitagabend entgegen, wenngleich er nach außen Gelassenheit demonstriert.

"Wir müssen es einfach so nehmen, wie es kommt", sagt er und beteuert, dass er keinen Wunschgegner hat.

"Es ist ja ganz schon ganz gut, dass wir gesetzt sind. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden wir einen europäischen und einen afrikanischen Gegner zugelost bekommen", so Löw weiter, der in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) ein außergewöhnliches WM-Turnier erwartet.

Frankreich, Niederlande oder England drohen

Mit Gastgeber Südafrika sind Deutschland, Weltmeister Italien, Europameister Spanien, Argentinien und Brasilien definitiv als Gruppenköpfe gesetzt.

England, Frankreich und die Niederlande streiten um die letzten beiden freien Plätze, wobei "Oranje" die schlechtesten Aussichten für einen Platz in Lostopf 1 hat.

Die härteste Gruppengegner für Deutschland wären wohl neben den den Niederlanden, England oder Frankreich die Elfenbeinküste und die USA.

Ungewöhnliche Bedingungen

"Egal, mit wem wir uns in der Vorrunde messen müssen, es wird nicht einfach. Denn es erwartet uns wegen der ungewöhnlichen Bedingungen ein schwieriges Turnier", erklärt der Bundestrainer.

"Wir müssen mit dem Höhenunterschied (Johannesburg liegt 1750 Meter über dem Meer, Kapstadt auf Meereshöhe, Anm. d. R.) klarkommen und wir spielen in der Winterzeit, das sind schon große Unterschiede zu den bisherigen Turnieren."

Konkrete Vorbereitung beginnt

Direkt nach der Auslosung will Löw die Planungen für die WM-Vorbereitung konkretisieren.

"Falls wir zum Beispiel schon an den ersten beiden Tagen spielen müssen, werden wir überlegen, ob das vorgesehene Regenerations-Trainingslager terminlich überhaupt zu machen ist. Zudem wollen wir bis zum Jahresende dann auch festlegen, gegen welche Mannschaften wir in der direkten Vorbereitung spielen."

Keine Eile bei persönlicher Planung

Weiter hintenan stehen für Löw auch Gespräche über seine eigene Zukunft beim DFB. Weder Löw noch Teammanager Oliver Bierhoff haben ihre 2010 auslaufenden Verträge bislang verlängert.

"Es gibt nach wie vor keine Eile", betont Löw. "Nach der Auslosung wartet eine Menge Arbeit auf uns. Wenn wir die WM-Vorbereitung stehen haben, kann man mal darüber nachdenken, wann wir uns zusammensetzen."

Sicherheit an erster Stelle

Im Gegensatz dazu steht die Organisation der Sicherheit in Südafrika für den DFB und seine Fans an erster Stelle.

"Ganz wichtig wird sein, dass gerade am Anfang keine Sicherheitsprobleme bestehen", sagt Bierhoff, "dass dort keine Vorkommnisse passieren etwa mit reisenden Fans."

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