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Zakumi ist das Maskottchen der WM 2010 in Südafrika © getty

Manager Oliver Bierhoff und Co-Trainer Hansi Flick zeigen in Südafrika zufrieden mit dem Stand der Vorbereitungen.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Pressesprecher Harald Stenger hat sich einen Sonnenbrand eingefangen, aber dem Rest der kleinen DFB-Delegation in Kapstadt geht es sichtbar gut.

Kurz vor der WM-Auslosung am Freitag (ab 18 Uhr LIVE) zeigen sich Teammanager Oliver Bierhoff und Co-Trainer Hansi Flick beim Treffen mit Sport1.de zufrieden mit dem bisherigen Verlauf ihrer Reise.

Ohne Bundestrainer Joachim Löw, der erst am Donnerstag anreiste, haben die beiden in den vergangenen Tagen noch einmal das WM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft westlich von Pretoria besichtigt.

"Mit dem Quartier sind wir absolut zufrieden", sagt Flick.(DATENCENTER: WM-Qualifikation)

Trainingsplatz gefunden

Das liegt auch an der Tatsache, dass nun ein adäquater Trainingsplatz in der Nähe des Hotels Velmore Grande gefunden wurde.

Insgesamt sind die Planungen zum größten Teil abgeschlossen, obwohl die drei Vorrundengegner und die Spielorte und genauen Termine erst am Freitagabend feststehen werden.

"Könnten schwere Brocken auf uns zukommen"

"Es könnten schon schwere Brocken wie Frankreich, die Elfenbeinküste und die USA auf uns zukommen. Das wäre schon hart", weiß Bierhoff. "Aber wir nehmen es, wie es kommt, denn wir können es ja ohnehin nicht beeinflussen."

Zumal der Manager sicher ist, dass Flick für alle Eventualitäten geplant hat. "Am Samstag freue ich mich nach dem Frühstück auf Hansis Präsentation."

Zumindest was die unmittelbare WM-Vorbereitung betrifft, hat der Löw-Assistent alle Optionen bereits durchgespielt. "Nach der Auslosung werden wir die Details dann festzurren", sagt er.

Anreise eine Woche vor dem ersten WM-Spiel

Eine Woche vor ihrer ersten WM-Begegnung will die DFB-Auswahl anreisen.

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Frühester Zeitpunkt für den Auftakt wäre der Tag nach dem Eröffnungsspiel (12. Juni), spätester Termin Mittwoch, der 16. Juni, wenn auch die Gruppe H erstmals gespielt hat.

Die Vorbereitung beginnt mit einem Regenerations-Trainingslager auf Mallorca und Sardinien, danach geht es in die Schweiz oder Österreich.

Favorit ist ein Quartier am Wörthersee in Kärnten, bis Ende des Jahres soll die Entscheidung bekanntgegeben werden.

Längste Vorbereitung der DFB-Geschichte?

Es könnte sogar die längste WM-Vorbereitung der Verbandsgeschichte werden, denn theoretisch ist ein Beginn nach dem letzten Bundesliga-Spieltag am 9. Mai möglich.

"Wir überlegen, möglichst früh zu beginnen, weil wir einmal acht bis neun Tage am Stück trainieren wollen und noch drei Testspiele reinpacken müssen", erklärt Flick.

Die Länderspiele können aber wohl erst nach dem Champions-League-Finale am 21. Mai gemacht werden, weil es bis dahin eine fünftägige FIFA-Sperrfrist für alle Spiele gibt und vorher noch das DFB-Pokalfinale und das Endspiel der Europa League stattfinden.

Ein Gegner wird Malta sein, die anderen beiden Kontrahenten sollen recht kurz nach der Auslosung feststehen. Dabei wird nach Teams geschaut, die den Vorrundengegnern spielerisch ähnlich sind.

Nur ein Länderspiel bis zum Bundesliga-Finale

Ansonsten gibt es bis zum Ende der Bundesliga-Saison nur noch ein Länderspiel am 3. März in München gegen Argentinien.

Zudem hat die Liga drei weitere Termine freigemacht für einen Leistungstest Ende Januar, einen Kurz-Lehrgang im April sowie für eine zweitätige Zusammenkunft für alle Werbe- und Sponsorenaufnahmen zur WM Anfang Januar.

Ein halbes Jahr später geht es dann in Südafrika ums Wesentliche: Den vierten WM-Titel nach 1954, 1974 und 1990. "Wie bei vielen anderen Nationen ist es auch unser Ziel, Weltmeister zu werden", sagt Flick.

"Gute Mannschaft mit der richtigen Mischung"

"Ich denke, dass wir eine gute Mannschaft mit der richtigen Mischung haben. Wir sind nach der EM 2008 kontinuierlich den Weg weitergegangen, das Team zu verjüngen."

Wie diese Youngster wie Mesut Özil mit den Belastungen einer Weltmeisterschaft umgehen, ist noch nicht vorauszusehen. Zumindest die Voraussetzungen sollen aber gegeben sein.

Daher ist im Teamquartier binnen eines halben Jahres ein weiteres Gebäude mit 30 Zimmern errichtet worden. Und rund 15 Minuten Fahrtzeit entfernt hat man einen Trainingsplatz gefunden, der den hohen Ansprüchen des DFB genügt.

"Der Platz ist auf einem guten Niveau, auch wenn wir sicherlich noch ein bisschen machen werden, damit er perfekt sein wird", meint Flick.

Winterzeit könnte zum Problem werden

Problematischer könnte hingegen die Tatsache werden, dass die WM klimatisch in die Winterzeit in Südafrika fällt. Daher hat sich die deutsche Mannschaft für den Großraum Johannesburg/Pretoria entschieden.

Denn während es etwa in Kapstadt im Juni die meiste Zeit regnet, ist es in der Provinz Gauteng relativ trocken und tagsüber bis zu 20 Grad warm.

Allerdings wird es vor 17 Uhr dunkel und kühlt dann schnell auf Temperaturen um den Gefrierpunkt ab.

Daher ist die Gefahr eines Lagerkollers noch höher. "Dann ist man praktisch in die Räume eingeschlossen. Das wird nicht einfach, damit umzugehen", weiß Bierhoff.

"Wichtig ist, dass den Spielern das Dach nicht auf den Kopf fällt."

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