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Im Februar 2010 waren diese Dinge allerdings plötzlich nebensächlich, als die schon als perfekt vermeldete Vertragsverlängerung mit einem lauten Knall platzte
Joachim Löw ist seit Sommer 2006 der Bundestrainer © imago

Auch kurz vor der Auslosung der WM-Vorrundengruppen in Südafrika ist von Nervosität bei der DFB-Delegation nichts zu spüren.

Aus Kapstadt berichtet Martin Volkmar

Kapstadt - Oliver Bierhoff sitzt entspannt auf der Hotelterrasse, genießt das malerische Ambiente und lächelt.

Von Nervosität ist bei der DFB-Delegation vor der Auslosung der WM-Vorrundengruppen in Kapstadt (ab 18 Uhr LIVE) nichts zu spüren.

"Nein, ich bin positiv angespannt. Ich genieße diese Veranstaltungen, das Fachsimpeln, das Diskutieren über die Auslosung", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach seiner Ankunft am Donnerstag der "Bild".

Fast wortgleich äußern sich sein Assistent Hansi Flick und Oliver Bierhoff im Gespräch mit Sport1.de.

"Bei Auslosungen bin ich nie nervös. Ich kann es ohnehin nicht ändern", erklärte Bierhoff.

"Wer Weltmeister werden will, muss jeden schlagen. Wir sind selbstbewusst genug, dass wir mit allen Gegnern mithalten können."

Der erste WM-Titel nach 20 Jahren ist das erklärte Ziel der deutschen Nationalmannschaft bei der Endrunde im Juni 2010 in Südafrika (DATENCENTER: WM-Qualifikation).

Vogts lobt Deutschland

Einer von Löws Vorgängern glaubt fest daran. "Deutschland ist der Top-Favorit bei dieser Weltmeisterschaft", sagte Ex-Bundestrainer Berti Vogts Sport1.de.

"Neben Spanien und einer afrikanischen Mannschaft. Den Südamerikanern traue ich dagegen nicht so viel zu."

Auch das DFB-Trainerteam hat vor allem von den westafrikanischen Teams wie Elfenbeinküste, Kamerun oder Ghana eine hohe Meinung.

"Diese WM wird wahrscheinlich sehr ausgeglichen, sehr intensiv und auf einem hohen Niveau sein", meinte Löw.

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Und Flick ergänzte: "Bei den Afrikanern muss man abwarten, ob sie ihre Qualitäten über ein gesamtes Turnier abrufen können. Dann haben Teams wie die Elfenbeinküste sicher Chancen, ganz vorne dabei zu sein."

Flick sieht Spanien als größten Rivalen

Darüber hinaus hat der Ex-Profi natürlich auch die "üblichen Verdächtigen" auf dem Zettel.

"Spanien ist sicher der Top-Favorit. England ist taktisch sehr stark und hat enormes Potenzial", erklärte er.

"Holland hat eine überzeugende Qualifikation gespielt. Auch Brasilien und Argentinien muss man immer nennen."

Frankreich fehlt in dieser Liste, ist zudem nach der erst in den Playoffs knapp gelungenen Qualifikation nicht als einer der acht Gruppenköpfe gesetzt.

Dementsprechend ist der Vize-Weltmeister wohl der härteste Vorrundengegner, der heute Abend drohen könnte.

Frankreich droht

"Eine Gruppe mit Frankreich, Elfenbeinküste und den USA wäre schon der Hammer", sagte Bierhoff dem DSF. "Gerade die Franzosen sind ein Gegner, auf den man ungern treffen würde."

So sieht es auch der Bundestrainer. "Frankreich hätte ich nicht gerne in der Vorrunde. Die sind viel stärker, als sie zuletzt gespielt haben", meinte Löw.

"Aus Topf zwei halte ich Mexiko für die stärkste Mannschaft, noch stärker als die USA. Und in Topf drei würde ich gerne Algerien aus dem Weg gehen."

Löw: Algerien ist stark

Durch einen Bekannten ist er bestens über die Nordafrikaner informiert. "Dort gibt es viele Talente, dort entsteht was. Und außerdem haben sie mit Ägypten den Afrika-Meister ausgeschaltet. Algerien hat eine ganz starke Mannschaft."

Bei den Nationalspielern gibt es wiederum andere Prioritäten. "Meine Wunschgegner: USA, Paraguay und die Schweiz", verriet Philipp Lahm der "Bild".

Simon Rolfes will unbedingt den Chilenen aus dem Weg gehen, Jerome Boateng den Portugiesen und Arne Friedrich den Serben.

200 Millionen TV-Zuschauer

Ob einer dieser Wünsche am Ende erfüllt wird, wird die Auslosung im Cape Town Convention Center zeigen. Bis zu 200 Millionen TV-Zuschauer werden mit Spannung erwarten, wen Oscar-Gewinnerin Charlize Theron ziehen wird.

"Vielleicht ist es sogar besser, direkt in der Gruppenphase einen sehr starken Gegner zugelost zu bekommen", meinte Vogts.

"Vielleicht ist ein so ein frühes Duell gegen einen Top-Gegner besser als im Achtelfinale. Aber Deutschland muss sich ohnehin keine Sorgen machen, die Mannschaft wird sehr, sehr weit kommen."

Die vier Lostöpfe im Überblick:

Topf 1 (Gruppenköpfe): Deutschland, Südafrika (Gastgeber), Italien (Titelverteidiger), Brasilien, Spanien, Argentinien, England, Niederlande

Topf 2 (Asien/Ozeanien/Nord-/Mittelamerika): Australien, Neuseeland, Japan, Nordkorea, Südkorea, Mexiko, USA, Honduras

Topf 3 (Afrika/Südamerika): Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Kamerun, Algerien, Chile, Paraguay, Uruguay

Topf 4 (Europa): Frankreich, Portugal, Schweiz, Griechenland, Dänemark, Serbien, Slowakei, Slowenien

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