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Theo Zwanziger ist seit Juli 2005 Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse © imago

Trotz der Qualifikation für Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika beherrschen viele negative Themen den Fußball zum Jahresende.

München - Der Selbstmord von Nationalkeeper Robert Enke, der neue Wettskandal und der offenbar vergebliche Kampf gegen Homophobie im Fußball.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat trotz der gelungenen Qualifikation der Nationalelf für die WM 2010 in Südafrika eine ernüchternde Jahresbilanz gezogen 186832(DIASHOW: Die schönsten Bilder).

"Da ist zum einen der Tod von Robert Enke, und zum anderen der Wettskandal", sagte der DFB-Boss in einem Interview mit mehreren Zeitungen.

Vor allem der Selbstmord von Hannovers Keeper Enke am 10. November 174538(die Bilder der Trauerfeier) lässt Zwanziger an Weihnachten nicht los.

"Ich ringe noch immer um Worte, die erklären könnten, warum ein Mensch, der von den Fans und Kollegen so geschätzt wird wie Robert Enke, sich das Leben nimmt, weil er glaubt, nicht mehr Fußball spielen zu können", sagte Zwanziger.

Trotz der Tragödie ist Zwanziger eigenen Angaben zufolge aber nie davon ausgegangen, dass in der Fußball-Gesellschaft tatsächlich ein Umdenken stattfindet.

Einfluss vom Wettskandal

"Ich habe jedenfalls nicht damit gerechnet, dass man nun im Fußball zur Mutter Teresa wird. Trotzdem erhoffe ich mir, dass der tragische Tod von Robert Enke nachdenklich stimmt. Aber ich bin auch Realist: Es wird unsere Gesellschaft allenfalls ganz, ganz wenig beeinflussen."

Stark beeinflusst hat den Fußball zum Jahresende der neuerliche Wettskandal.

Kopfzerbrechen bereitet dem DFB-Boss, dass wie vor fünf Jahren im Fall Hoyzer offenbar erneut Referees in die Betrügereien verwickelt sind.

Besorgniserregende Kriminalität

Allerdings weiß auch Zwanziger, dass die Manipulationen von angeblich 32 Spielen von der Zweiten Liga abwärts kaum nachzuweisen sind.

"Was bleibt übrig? Manipulation in 32 deutschen Spielen wird kaum zu beweisen sein."

Besorgniserregend sei die ungeheure Kriminalität, die sich aus diesen organisierten Banden auf den Fußball hin auswirkt.

Zwanziger hätte das nicht für möglich gehalten, dass so minutiös strukturiert versucht wird, mittel- und langfristig Fußballklubs zu unterwandern.

Kampf gegen Homophobie

Ein wichtiges Anliegen ist dem DFB-Boss auch weiter der Kampf gegen Homophobie im Profifußball.

Nach Angaben des 64-Jährigen gehen homosexuelle Profis allerdings auch aus finanziellen Gründen mit ihrer Neigung nicht an die Öffentlichkeit.

"Ich habe in letzter Zeit mit einigen Leuten geredet, die in dieser Situation sind, und sie haben mir vermittelt, weshalb sie sich nicht outen wollen. Es hängt damit zusammen, dass für einen Homosexuellen im Fußball die persönlichen Bindungen, die Freude am Sport und auch das Geldverdienen verloren gehen können, wenn er sich outet", sagte Zwanziger.

Zwanziger hatte sich zuletzt für Outings homosexueller Fußballer ausgesprochen.

"Kein leichter Weg"

Nach intensiven Gesprächen mit betroffenen Profis hat beim DFB-Boss aber ein Umdenken eingesetzt.

"Der erste Homosexuelle, der sich im Profifußball outet, wird keinen leichten Weg zu gehen haben. Ich habe geglaubt, das kann nicht sein. Denn in Politik, Kunst und Kultur ist das ja gar kein Problem mehr."

Auch der Amateurfußball gehe inzwischen besser damit um. "Aber der Profifußball ist da offenbar noch einmal fester gefügt."

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