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Joachim Löw war als Spieler u.a. in Freiburg, Frankfurt und Karlsruhe aktiv © getty

Der Bundestrainer prohezeit den Youngstern im DFB-Team eine große Zukunft und gibt sich im Hinblick auf die WM optimistisch.

München - Bundestrainer Joachim Löw traut den "jungen Wilden" um Mesut Özil bei der WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) Großes zu und hat mit Blick auf das Großereignis am Kap eine "weltmeisterliche Vorbereitung" angekündigt.

Der deutsche Fußball habe in den letzten Jahren junge Spieler hervorgebracht, die "in die Weltspitze" kommen können.

Es sei toll zu sehen, dass sich Spieler wie Özil, Andreas Beck, Jerome Boateng, Sami Khedira oder die Torhüter Rene Adler und Manuel Neuer super entwickelt und den Sprung geschafft hätten.

"Das sind Leute, denen ich enorm viel zutraue. Nicht erst in der Zukunft, vielleicht schon kurzfristig bei der WM", sagte Löw auf der DFB-Homepage.

Schockzustand nach Enkes Tod

In seiner Jahresbilanz machte der Bundestrainer zudem deutlich, dass ihn der Selbstmord des depressiven Nationalkeepers Robert Enke am 10. November kurzzeitig in eine Art Schockzustand versetzt hatte.

"Ich wusste nicht, was zu tun ist. Ich habe Robert nicht nur als Spieler geschätzt, sondern auch als Mensch", sagte Löw, der bei Enke keinerlei Alarmzeichen ausgemacht hatte:

"Er hat mir in Gesprächen immer den Eindruck vermittelt, dass er mit schweren Situationen umgehen kann und sehr reif ist. Es ist besonders schlimm, dass wir alle nicht erkennen konnten, dass er so große Probleme hatte." 174538(DIASHOW: Gedenkfeier für Robert Enke)

Hoffen auf Umdenken

Löw hofft, dass durch den Fall Enke ein Umdenken stattfindet.

"Ich hoffe, dass Spieler den Mut haben zu sprechen. Dass die Öffentlichkeit mit Themen wie Krankheit, Depression und Schwäche sensibler umgeht", sagte der Bundestrainer.

Warnung vor Gruppengegnern

Ein halbes Jahr vor dem Startschuss der Weltmeisterschaft in Südafrika gibt sich Löw ebenso kämpferisch wie optimistisch, warnt aber gleichzeitig vor den Gruppengegnern des Vize-Europameisters:

"Wer von einem Glückslos spricht, hat wenig detaillierte Kenntnisse. Serbien hat in der Quali gut gespielt und ist technisch beschlagen. Ghana ist physisch enorm stark. Und Australien hat immer toughe Sportler, die positiv verrückt sind." (GRAFIK: Die Gruppen im Überblick)

Löw erwartet interessantes Turnier

Insgesamt sieht Löw die Mannschaften "enger zusammengerückt" und erwartet in Südafrika ein interessantes Turnier, nicht zuletzt wegen der besonderen Bedingungen.

"Es ist kalt, dann die Höhe. Es wird hart, wir werden Top-Leistungen zeigen müssen, um uns durchzusetzen. Ich glaube auch, dass die afrikanischen Mannschaften eine wichtige Rolle spielen werden", sagte Löw, der seine grundsätzliche Zuversicht auch aus den Entwicklungen 2009 schöpft:

"Es war enorm positiv, wie sich die Mannschaft in Sachen Hierarchie nach der EM gefunden und Verantwortung übernommen hat."

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