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Joachim Löw führte die DFB-Auswahl bei der EURO 2008 ins Finale © getty

Bundestrainer Joachim Löw knüpft seine Vertragsverlängerung an einige Forderungen. Einem Kuranyi-Comeback erteilt er eine Absage.

München - Bundestrainer Joachim Löw lässt zum Auftakt des WM-Jahres die Muskeln spielen und hat seine per Handschlag vereinbarte Vertragsverlängerung bis 2012 noch einmal an knallharte Forderungen geknüpft.

"Fakt ist, dass ich Verantwortung für das Trainerteam habe, das bestimmte Vorstellungen und Wünsche hat. Ich werde deshalb der Letzte sein, der seinen Vertrag unterschreibt", sagte Löw der "Welt am Sonntag".

"Denn ich möchte gewährleistet haben, dass wir unter den bisherigen Voraussetzungen weiterarbeiten können, auf jeden Fall mit der einen oder anderen Verbesserung."

Bundestrainer sieht Gesprächsbedarf

Löw hat für die Zukunft klare Visionen und will seine Vorstellungen alsbald in richtungweisenden Gesprächen vom DFB-Präsidenten Theo Zwanziger absegnen lassen.

Erst dann wird der 49-Jährige wohl seine Unterschrift unter den millionenschweren neuen Vertrag setzen.

In puncto Motivation und Energie indes hatte Löw ("Ich bekenne mich zum DFB") bezüglich der anstehenden Vertragsverlängerung nie Zweifel.

"Aber das ist das eine. Das andere sind neue Ziele, die wir brauchen, Visionen." Darüber habe er nachgedacht und dahingehend gebe es "einiges zu besprechen", sagte Löw und mahnte:

"Wir haben uns in der Weltspitze etabliert, aber wir müssen schauen, dass dies auch von Dauer ist." Mit seinem Trainerteam hat er deshalb bereits ein entsprechendes Konzept erstellt.

Kurz vor Weihnachten hatte Theo Zwanziger angekündigt, Löw sämtliche Forderungen zu erfüllen.

So soll der Zugriff auf die U21 künftig allein dem Bundestrainer obliegen - auch, um den Kompetenzstreit mit Sportdirektor Matthias Sammer zu unterbinden.

Spieler werden intensiv beobachtet

Mit Blick auf die WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) vertraut Löw dem "Big Brother"-System zur Sichtung der WM-Kandidaten und einer forcierten Kommunikation innerhalb der Mannschaft, um den gefürchteten Lagerkoller zu vermeiden.

"Da wir mit dem Spiel gegen Argentinien am 3. März nur noch einen Test vor der Bekanntgabe des WM-Kaders haben, werden wir unsere Spieler nun noch intensiver beobachten", kündigte Löw an.

Keine Chance für Kuranyi - Frings darf hoffen

Löw machte zudem deutlich, dass es in seiner Amtszeit kein Nationalmannschafts-Comeback von Stürmer Kevin Kuranyi geben wird: "Da gibt es eine klare Linie, von der ich nicht abweichen werde."

Kuranyi war im Oktober 2008 aus der Nationalelf verbannt worden, nachdem er die Mannschaft während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland in Dortmund verlassen hatte, weil er auf der Tribüne hatte Platz nehmen müssen.

Der Angreifer von Schalke 04 hatte zuletzt wiederholt geäußert, dass er sich eine zweite Chance im Nationalteam wünsche.

Vorentscheidung im Tor im März

Dagegen wollte Löw eine WM-Nominierung der zuletzt unberücksichtigten Torsten Frings (Werder Bremen) und Christoph Metzelder (Real Madrid) nicht ausschließen.

Im Gerangel um den Stammplatz zwischen den Pfosten könnte bis März eine Vorentscheidung zwischen Rene Adler (Bayer Leverkusen), Tim Wiese (Werder Bremen) und Manuel Neuer (Schalke 04) fallen.

"Derjenige, der gegen Argentinien im Tor steht, hat auf jeden Fall einen Vorteil", sagte Löw.

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