Ob der Frings-Rauswurf richtig ist, darüber kann man trefflich streiten. Allerdings hat Joachim Löw gute Gründe für seinen Schritt.

Der Rauswurf von Torsten Frings war zu erwarten gewesen. Von daher ist es gut für alle Beteiligten, dass die fast einjährige Phase der Ungewissheit endlich beendet ist.

Ob die Entscheidung von Joachim Löw die richtige war, darüber haben nicht nur die Betroffenen völlig unterschiedliche Meinungen.

Der Bundestrainer verzichtet auf einen Routinier, der bei seinen vier großen Turnieren zu den Leistungsträgern zählte und maßgeblichen Anteil an den Erfolgen hatte.

Andererseits zeigt die Formkurve des Mittelfeldspielers mit 33 Jahren langsam, aber sicher nach unten, zumal Frings? Kraft raubendes Spiel auch immer wieder zu Verletzungen führte.

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Darüber hinaus fiel Löw der Schritt vermutlich auch deshalb nicht so schwer, weil er auf der Position neben Michael Ballack in Simon Rolfes und dem nach innen drängenden Bastian Schweinsteiger derzeit bessere Alternativen hat.

Fraglich aber, ob das auch für die Frings vorgezogenen Kandidaten Thomas Hitzlsperger und Christian Gentner gilt, die im Verein schwächeln, oder den unerfahrenen Sami Khedira.

Doch bei Löws Entscheidung spielte wohl auch Frings? heftige Kritik am Bundestrainer aufgrund seiner Nichtberücksichtigung in der Startelf im Spiel gegen Russland im Oktober 2008 eine maßgebliche Rolle.

Danach war Löw trotz des mühsam erzielten Burgfriedens nicht mehr davon überzeugt, dass der Bremer Kapitän als frustrierter Bankdrücker bei der Weltmeisterschaft nicht für Unfrieden im Team sorgen würde.

Ob nun Ruhe herrscht, bleibt jedoch abzuwarten. Denn falls Frings eine überragende Rückrunde spielen sollte, werden die Diskussionen wieder von vorne losgehen.

Das muss den Bundestrainer nicht kümmern.

Klar ist aber auch, dass ihm die Entscheidung gegen Frings bei einem Misserfolg in Südafrika um die Ohren gehauen werden wird.

Dieses Berufsrisiko nimmt Löw aber offenkundig gerne in Kauf.

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