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Simon Rolfes spielt seit der Saison 2005/2006 für Bayer 04 Leverkusen © getty

Dem Leverkusener droht nach einer erneuten Knie-OP eine lange Pause. Der Bundestrainer denkt bereits über Alternativen nach.

Stuttgart - Schock für Simon Rolfes, Bayer Leverkusen und die deutsche Nationalmannschaft:

Dem Mittelfeldspieler von Bundesliga-Spitzenreiter Leverkusen droht nach einer erneuten Knie-Operation das WM-Aus.

"Es ist ein bitterer Schlag für mich. Über die WM mache ich mir keine Gedanken. Wichtig ist jetzt nur meine Gesundheit", sagte Rolfes der "Sport-Bild".

Auch Joachim Löw war tief betroffen.

"Das war schon ein Schock für uns, weil Simon zuletzt immer sehr stark gespielt hat, auch bei unserem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland", sagte der Bundestrainer.

"Nun müssen wir die Situation abwarten und uns Gedanken machen. In erster Linie ist es aber ganz bitter für ihn."

Trotz der drohenden Personalnot im Mittelfeld schloss Löw eine Rückkehr von Bremens Routinier Torsten Frings aber kategorisch aus: "Das kommt nicht in Frage."

Operation gut verlaufen

Positiv aus Sicht des Bundestrainers ist, dass die Operation am Dienstagmorgen ohne Komplikationen verlaufen ist.

"Das ist schon mal sehr gut, nun müssen wir den Heilungsverlauf verfolgen. Wir dürfen Simon nicht zu früh abschreiben, aber müssen natürlich auch mit dem Schlimmsten rechnen und über Alternativen nachdenken", sagte Löw.

Der 49-Jährige geht davon aus, dass Rolfes wegen seines Knorpelschadens am rechten Knie einige Monate ausfällt.

Nach der Diagnose im Anschluss an eine Kernspintomografie war Rolfes bereits am Montagabend aus dem DFB-Quartier in Stuttgart abgereist.

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff berichtete, dass die Nachricht über die erneute Verletzung des Mittelfeldspielers, der für die erste WM auf afrikanischem Boden (11. Juni bis 11. Juli) gesetzt war, für große Betroffenheit innerhalb der Mannschaft gesorgt habe.

Schock für Leverkusen

Dasselbe gilt für Leverkusen. "Das ist ein großer Schock für uns und tut richtig weh, vor allem aber Simon, der sich sehr auf die WM gefreut hatte", sagte Leverkusens Sport-Direktor Rudi Völler.

Der ehemalige DFB-Teamchef erklärte weiter: "Wir müssen ihn nun aufbauen und werden ihn so gut es geht unterstützen. Er muss positiv denken."

Rolfes, der bereits die vergangenen Tage über heftige Schmerzen geklagt und deshalb auch nicht am Fitnesstest der DFB-Auswahl teilnehmen konnte, wurde in Augsburg am Dienstagmorgen von Kniespezialist Dr. Ulrich Boenisch operiert.

Herber Rückschlag

"Das ist für uns ein Rückschlag, aber wir müssen erstmal abwarten, wie lange er wirklich ausfällt", sagte Löw.

Der Bundestrainer hatte noch zu Beginn des Kurzlehrgangs in der Schwaben-Metropole eine längere Unterredung mit dem 21-maligen Nationalspieler, der erst zu Beginn der Rückrunde nach fast drei Monaten Pause sein Comeback gegeben hatte.

Dabei ging es um die Perspektiven des Bayer-Kapitäns bei seinem Klub unter Trainer Jupp Heynckes, der den 28-Jährigen jeweils gegen Mainz und Hoffenheim eingewechselt hatte.

"Ich will ihn behutsam wieder an die Mannschaft heranführen", hatte Heynckes kurz vor der neuerlichen Verletzung von Rolfes noch erklärt.

Fest eingeplant

Der frühere Aachener spielte in den Planungen von Löw eine große Rolle. Der Bayer-Star war der erste Anwärter auf die Rolle neben Kapitän Michael Ballack im defensiven Mittelfeld.

Das Knie könnte Rolfes nun aber einen Strich durch die Rechnung machen. Sowohl im Juni als auch im Oktober des vergangenen Jahres musste er sich Eingriffen an seinem Knie unterziehen lassen.

Nach der arthroskopischen Gelenkspülung im Oktober waren zunächst lediglich zehn Tage Pause angedacht gewesen, aus denen dann fast drei Monate wurden.

Frings keine Alternative

Dass durch seine schlimme Verletzung Torsten Frings wieder in den Fokus rücken könnte, stand für Löw nie zur Debatte.

Der Bundestrainer hatte den Bremer Kapitän vergangene Woche in einem persönlichen Gespräch darüber informiert, dass er in seinen Planungen keine Rolle mehr spiele, woran sich nichts ändert.

"Es ist eine grundsätzliche Entscheidung. Es ist so, dass ich nicht mehr mit Torsten plane. Einige Spieler stehen vor ihm auf seiner Position als Sechser im Mittelfeld. Spieler wie Khedira, Gentner oder auch Hitzlsperger und auch Schweinsteiger können im Mittelfeld spielen, falls Simon nicht zur Verfügung steht", sagte Löw.

Schweinsteiger in die Zentrale

Da derzeit auch Hitzlsperger bei seinem Klub VfB Stuttgart keinen Stammplatz hat, könnte sich Löw vorstellen, dass demnächst der Münchner Bastian Schweinsteiger von der Außenposition in die Zentrale rückt.

"Das ist eine von vielen Möglichkeiten. Bastian hat das Zeug dazu, diese Rolle auszufüllen. Das hängt aber auch davon ab, ob zum Beispiel Toni Kroos sich weiter so positiv entwickelt und vielleicht bei uns die Außenbahn besetzen kann", sagte der Bundestrainer.

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