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Oliver Bierhoff ist seit Ende Juli 2004 Manager der Nationalmannschaft © imago

Die WM-Vorbereitungen des DFB werden immer konkreter. Dabei ist das Thema Sicherheit auch bei den Spielern vorherrschend.

Stuttgart - Der Zeitplan war eng gesteckt, entsprechend kurz fiel die Einstimmmung auf die Afrika-Safari im kommenden Sommer aus.

"Wir hatten nicht viel Gelegenheit, mit der Mannschaft zu sprechen. Mich hat aber gefreut, dass sich alle Spieler trotz ihrer Verpflichtungen in den Vereinen schon gedanklich mit der WM in Südafrika auseinandersetzten", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nach dem ersten kurzen Treffen der DFB-Auswahl in diesem Jahr in Stuttgart.

136 Tage vor dem WM-Start nutzten Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw die wenigen Freiräume zwischen den TV-Werbespots für die DFB-Partner und den diversen Übungen innerhalb des Leistungstests, um die WM-Kandidaten auf das erste Welt-Championat auf afrikanischem Boden einzustimmen.

Nicht zuletzt der Terroranschlag beim Afrika-Cup hatte auch bei den Nationalspielern einige Verunsicherung ausgelöst.

"Wir beschäftigen uns intensiv mit diesem Thema. Nicht nur in Bezug auf das Team, sondern auch mit Blick auf die mitreisenden Familienangehörigen und die Fans", sagte Bierhoff.

"Da ist sich der DFB seiner Verantwortung bewusst und da wird einiges getan. Den Spielern werden wir zunächst über entsprechende Lektüre, Vorträge und Filmbeiträge das Land und die Kultur vermitteln."

Weitere Informationen im März

Nachdem die Spieler in Stuttgart bereits über den genauen Fahrplan bis zur Abreise am 6. Juni nach Südafrika informiert worden sind, sollen sie vor dem ersten Länderspiel des Jahres am 3. März in München gegen Argentinien weitere wichtige Hilfestellungen erhalten.

"Es ist unsere Aufgabe zu vermitteln, dass dies eine andere WM wird als 2006. Wir können den Spielern nicht einfach sagen: 'Geht doch mal ins Kino'," sagte Bierhoff und erklärte weiter:

"Es wird gegen fünf Uhr dunkel, es ist kalt, deshalb werden sich die Abende zwischen den Spielen größtenteils in Räumen abspielen. Wir werden also Computer-, Fotokurse oder solche zur Bildverarbeitung anbieten. Vielleicht richten wir auch eine kleine Videothek ein, denn die Spieler müssen immer die Möglichkeit haben, abschalten zu können."

Kino im Mannschaftsquartier

Der Manager plant sogar, im noblen Mannschaftsquartier Velmore Grande in der Provinz Gauteng nahe Johannesburg ein Kino für die DFB-Stars einzurichten.

Für den früheren Kapitän, der in den kommenden Tagen ebenso wie Bundestrainer Joachim Löw seinen Vertrag beim DFB um weitere zwei Jahre bis 2012 verlängern wird, geht der Vize-Europameister trotz aller Widrigkeiten gut gerüstet in das WM-Turnier.

"Wir werden eine optimale Vorbereitung haben", sagte der 41-Jährige mit Blick auf die beiden Trainingslager auf Sizilien und in Südtirol.

"Haben alle Möglichkeiten"

Und auch das WM-Quartier in Südafrika, das Bierhoff und Löw im Februar noch einmal inspizieren werden, biete optimale Voraussetzungen: "Da haben wir den Umständen entsprechend alle Möglichkeiten. Ich bin froh, dass wir dieses Hotel, an dem auch die Engländer und Italien großes Interesse hatten, bekommen haben."

Zudem sei die deutsche Mannschaft noch gefestigter als bei der WM vor vier Jahren im eigenen Land, wo immerhin Platz drei heraussprang.

"Wir haben mehr gestandene Spieler als 2006 in unseren Reihen, als viele unserer jetzigen Leistungsträger noch Nachwuchshoffnungen waren", betonte der Europameister von 1996.

Deutschland traut er trotz starker Konkurrenz den vierten WM-Titel zu: "Spanien und Brasilien sind für mich die Topfavoriten. Und ich bin auch selbstbewusst genug, dass ich sage: auch wir haben alle Chancen."

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