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Die DFB-Elf startet am 13. Juni in Durban gegen Australien in die WM © getty

Löw überlegt, wieder ein vorläufiges Aufgebot mit mehr als 23 Spielern für die WM zu nominieren. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, so Löw.

Aus Stuttgart berichtet Martin van de Flierdt

Stuttgart - Die Zusammenstellung der deutschen WM-Kaders für Südafrika könnte erneut zu einem Casting in zwei Akten werden.

Zwar will Bundestrainer Joachim Löw schon "einige Tage vor dem letzten Bundesligaspieltag", also in der ersten Maiwoche, seine Auswahl für die Titelkämpfe am Kap der Öffentlichkeit vorstellen. (DIASHOW: 196271Löws WM-Roulette)

Doch ist es durchaus möglich, dass der Bundestrainer zunächst über die endgültige Kaderstärke von 23 Spielern hinausgeht und das Aufgebot später wie im Vorfeld der EM 2008 zurechtstutzt.

Gute Erfahrungen vor zwei Jahren

"Wir haben vor der EM 2008 gute Erfahrungen damit gemacht", sagte Löw beim DFB-Medienworkshop in Stuttgart. "Beide Varianten sind denkbar."

Vor der vergangenen Europameisterschaft hatten Löw und sein Trainerteam 26 Spieler berufen.

Nach dem Vorbereitungstrainingslager auf Mallorca wurden dann Marko Marin, Patrick Helmes und Jermaine Jones wieder nach Hause geschickt.

Ob er potenzielle Nachrücker bis zur endgültigen Meldefrist bei der FIFA am 5.Juni in die Vorbereitungen miteinbindet, will Löw erst im Mai entscheiden.

Hintertür für Rolfes?

"Das hängt auch davon ab, wie der Stand von einzelnen Spielern ist", sagte der Bundestrainer.

Er könne mit einem erweiterten Kader aber auf kurzfristige Verletzungen oder Trainingsrückstände fest eingeplanter Spieler reagieren.

"So haben wir Planungssicherheit", meinte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

Erst beim Fitnesstest Anfang der Woche hatte sich mit Simon Rolfes ein potenziell sicherer WM-Fahrer mit einer Knorpelverletzung im Knie für Wochen in die Reha verabschiedet.

Ob er rechtzeitig zum Saisonende wieder fit wird ist fraglich. Entscheidet sich Löw für einen vorläufigen Kader 23 plus X, käme dies auch Rolfes entgegen. (Rolfes droht WM-Aus)

Leistungstest in Düsseldorf

Die Vorbereitung der deutschen Mannschaft beginnt wenige Tage nach der Nominierung am 11. oder 12. Mai mit einem Leistungstest in Düsseldorf.

Nach einem Benefizspiel am 13. Mai gegen Malta in Aachen fliegen die DFB-Kicker vom 14.bis 21. Mai mit Anhang zum Regenerationstrainingslager nach Sizilien.

"Technische und taktische Gesichtspunkte werden dann aber erst beim zweiten Trainingslager in Eppan in Südtirol vom 21.Mai bis 2. Juni im Mittelpunkt stehen", kündigte Löws Assistent Hansi Flick an.

Südtirol als gutes Omen?

Für Franz Beckenbauer ist das Trainingslager in Eppan ein gutes Omen.

"Die deutsche Mannschaft hat den Vorteil, dass sie sich in Südtirol vorbereitet", erklärte Beckenbauer, der als Stargast am Medienworkshop teilnahm.

Beckenbauer erinnerte sich an die WM vor 20 Jahren, als die Nationalmannschaft mit ihm als Teamchef in Italien den Titel gewann:

"Diese Gegend hat uns schon 1990 die Kraft gegeben. Wir haben uns damals auch in Südtirol vorbereitet. Man hat ja gesehen, wie die Spieler damals gelaufen sind."

Beckenbauer glaubt an eine reibungslose Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft: "Der Weg ist geebnet."

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Zwei weitere Tests vor dem Abflug

Die letzten beiden Tests am 29. Mai in Budapest gegen Ungarn und in Frankfurt gegen Bosnien-Herzegowina am 3. Juni sollen zudem wesentlich zur Findung der Startelf für das erste Turnierspiel der deutschen Mannschaft gegen Australien am 13. Juni in Durban beitragen.

Nach zwei freien Tagen am 4. und 5.Juni, an denen die Spieler zu Hause noch einmal durchatmen sollen, reist der DFB-Tross am 6. Juni nach Südafrika.

Ein "Wintermärchen" in Filmformat analog zum WM-"Sommermärchen" von Sönke Wortmann wird es übrigens nicht geben.

"Das war 2006 im eigenen Land eine einmalige Sache", sagte Löw. "Wir werden sie 2010 nicht wiederholen."

"Gehe davon aus, dass wir eine gute Rolle spielen"

Wiederholt werden soll aber das erfolgreiche Abschneiden bei den letzten Weltmeisterschaften mit Platz 2 und 3.

"Ich gehe, davon aus, dass wir bei dem Turnier eine gute Rolle spielen", sagte Löw.

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