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DFB-Präsident Theo Zwanziger arbeitet seit 2004 mit Joachim Löw (l.) zusammen © getty

Der DFB-Präsident hat von der Kontroverse zwischen dem Bundestrainer und dem Sportdirektor genug und will schlichten.

München - Der Boss hat ein Machtwort angekündigt.

In Anwesenheit der beiden Streithähne Matthias Sammer und Oliver Bierhoff will Verbandschef Theo Zwanziger auf einer Sondersitzung des DFB-Präsidiums die Fehde zwischen dem Sportdirektor und dem Teammanager der Nationalmannschaft beenden.

Damit soll auch die per Handschlag bereits erfolgte Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw bis 2012 frei gemacht werden. (DIASHOW: 196271Löws WM-Roulette)

"Es gibt mehrere Tagesordnungspunkte. Jeder weiß, dass ich mit dem Bundestrainer verlängern und dies auch beschleunigen will", sagte Zwanziger, der dieses Thema eigentlich schon im vergangenen Jahr abhaken wollte, der "Bild".

"Weil es eigentlich nur auf die WM-Vorbereitung ankommt. Darauf müssen wir uns konzentrieren."

Kompetenzgerangel beenden

Das höchste DFB-Gremium will in der Kontroverse zwischen Sammer, Löw und vor allem Bierhoff vermitteln und das Kompentenzgerangel im Zusammenhang mit der U 21 zwischen den sportlichen Führungskräften des Verbandes beenden.

Doch das wird nicht einfach.

"Die Diskussion im Moment gefällt mir nicht. Sie gibt kein gutes Bild. Jeder, der sich ein bisschen auskennt, weiß, dass die U 21 grundsätzlich parallel zur A-Mannschaft spielt", kritisierte Sammer bei "Sky".

Damit stichelte er einmal mehr gegen das Duo Löw/Bierhoff, das die bislang nicht eindeutig geklärte sportliche Verantwortung für die wichtigste Nachwuchsmannschaft des DFB komplett übernehmen will.

Nach Ansicht von Sammer, der 2006 gegen den Widerstand des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann und Bierhoff als erster Sportdirektor beim DFB installiert worden war, hat Löw gar keine Zeit, sich um den U-21-Nachwuchs zu kümmern.

Vertragsverlängerung in Gefahr?

Die am 17. Dezember mit Zwanziger per Handschlag bereits vereinbarte Vertragsverlängerung von Löw schien zuletzt wegen dieses Kompetenzgerangels sogar in Gefahr zu geraten. (Rolfes droht WM-Aus)

"Es gibt noch Handlungsbedarf, aber wir bekommen das ohne große Aufgeregtheit hin", sagte DFB-Generalssekretär Wolfgang Niersbach vergangene Woche am Rande des Kurzlehrgangs der WM-Kandidaten in Stuttgart.

In der Schwaben-Metropole führte der neben Zwanziger mächtigste Mann im Verband weitere Gespräche mit dem Bundestrainer, der den Zeitpunkt seiner Vertragsverlängerung stets "als nicht so wichtig" bezeichnet hatte.

Löw hat das letzte Wort

Angesichts der aktuellen Probleme gab es in der Frankfurter DFB-Zentrale ein Gespräch zwischen Zwanziger, Niersbach sowie Löw und Bierhoff, um das Thema endgültig zu klären.

Demnach soll der Verband Löw bei diesem Treffen folgenden Lösungsvorschlag unterbreitet haben: Der Bundestrainer hat das letzte Wort bei der U 21 in drei entscheidenden Punkten:

Trainerbesetzung, Spielphilosophie und Spieler-Abstellung für die A-Mannschaft. Sammer soll weiter "unterstützend" bei der U 21 mitwirken.

Adrion soll gestärkt werden

Zudem soll die Position von U-21-Trainer Rainer Adrion gestärkt werden, den Löw zum DFB geholt hat und der als Vertrauter des Bundestrainers gilt. Dieser Vertragskomplex soll am Donnerstag diskutiert werden.

Neben der Vertragsangelegenheit Löw geht es auch um die Weiterbeschäftigung von Bierhoff und von Löws engsten Mitarbeitern im Funktionsteam.

Der Bundestrainer hatte zur Bedingung gemacht, dass er mit seinem Trainerteam auch die kommenden zwei Jahre weiterarbeiten kann.

Zeitgleich mit Löw sollen deshalb auch die Verträge mit Assistenztrainer Hansi Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke, Chefscout Urs Siegenthaler sowie den Fitnesstrainern bis zur EM 2012 in Polen und der Ukraine verlängert werden.

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