Joachim Löw begeht seinen 50. Geburtstag als "Arbeitstag". Schließlich ordnet der Bundestrainer alles seinem großen Ziel unter.

So mancher feiert seinen 50. Geburtstag mit einem rauschenden Fest und blickt dabei auf sein bisheriges Leben zurück.

Jogi Löw dagegen verzichtet auf eine große Party und feiert nur im kleinen Kreis.

Das passt irgendwie, denn das Beste soll schließlich noch kommen, zumindest beruflich: Der WM-Titel in Südafrika.

Und danach möglichst eine Ära als Bundestrainer wie zuletzt unter Helmut Schön.

Denn mit der Vertragsverlängerung bis zur EM 2012, die in den nächsten Tagen endgültig perfekt sein dürfte, wäre Löw schon länger als seine drei Vorgänger im Amt.

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Der Job füllt ihn auch im Moment voll aus, der Geburtstag war für ihn "wie seit Jahren ein normaler Arbeitstag".

Selbst engsten Freunden antwortete er auf die Frage nach einem Geschenk, ein Glückwunsch per SMS würde erstmal reichen.

Was allerdings nicht so einfach ist, denn zumindest sein Dienst-Handy ist in letzter Zeit immer häufiger abgeschaltet.

Ein kleines Detail, was aber einiges über Löws Wandlung aussagt. Zu Zeiten als Assistent von Jürgen Klinsmann und auch lange danach war er fast immer erreichbar.

Zuletzt aber hat er sich rar gemacht, weil zu viele Seiten etwas von ihm wollen. Und das hat er nicht mehr nötig, denn als Bundestrainer ist er stark wie nie.

Zwar gibt es auch viel Kritik an seinen Personalmaßnahmen, zuletzt etwa beim WM-Verzicht auf Torsten Frings, aber bislang gibt ihm der Erfolg Recht.

Dafür hat er spätestens seit der EM 2008 seinen Stil geändert und scheut auch Konflikte nicht. Die Nationalelf, bis dahin fast identisch mit dem WM-Team von 2006, wurde konsequent umgebaut.

Dabei scheute Löw auch nicht den Streit mit Kapitän Michael Ballack, den er im Notfall sogar aus der Nationalmannschaft geworfen hätte.

Entsprechend sieht sich der DFB-Chefcoach laut eigener Aussage schon lange nicht mehr als "der nette Herr Löw", sondern als "der konsequente Herr Löw".

In der Öffentlichkeit jedenfalls kommt der Bundes-Jogi an, laut Umfragen gehört er zu den beliebtesten Deutschen.

Auch seine kleinen Laster sieht man ihm nach, die er sich auch an seinem 50. gönnen wird: Ein Glas Rotwein und eine Marlboro Light.

Martin Volkmar begleitet seit 2001 die deutsche Nationalmannschaft für Sport1.de und steht seit 2004 in regelmäßigem Kontakt mit Joachim Löw.

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