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Oliver Bierhoff (l.) und Joachim Löw arbeiten seit 2004 zusammen © getty

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nimmt im DSF Stellung zu den öffentlichen Vorwürfen und räumt auch Fehler ein.

Von Martin van de Flierdt

München - Oliver Bierhoff steht schwer in der Kritik.

Der Manager der deutschen Nationalmannschaft hat seit der geplatzten Vertragsverlängerung der sportlichen Leitung am vergangenen Donnerstag hate Attacken unter anderem von Franz Beckenbauer, Günter Netzer und Oliver Kahn über sich ergehen lassen müssen.

Nun meldet er sich zu Wort.

"Ich werde als Buhmann hingestellt, aber so etwas wird immer an einer Person festgemacht", sagt der Manager des DFB-Teams mit einem Anflug von Fatalismus im DSF.

"Ich stehe bei gewissen Aspekten an vorderster Front. Dieser Prellbock zu sein, ist nicht angenehm."

Nicht alleine losmarschiert

Es sei am Wochenende zunehmend "der Eindruck entstanden, ich wäre da allein losmarschiert".

Jeder würde sich fragen, warum er für Bundestrainer Joachim Löw und seine Assistenten neue Forderungen für eine Vertragsverlängerung beim DFB gestellt habe.

"Aber es war besprochen, dass ich da hingehe und das bespreche. Ich gehöre zum Team Löw und wir sind einfach als Team aufgetreten", erläuterte Bierhoff sein Vorgehen.

Löw bestätigt diese Fassung: "Dass wir vom Trainerteam Oliver Bierhoff damit beauftragt haben, mal ein paar Vorstellungen zusammenzufassen und diese vorzutragen, ist doch unser gutes Recht", äußerte der Bundestrainer im "kicker".

"Es ist doch völlig normal, in Verhandlungsgesprächen Forderungen zu stellen, zumal wir klar betont haben, dass alles verhandelbar ist."

Vetorecht beim Bundestrainer keine Bedingung mehr

Allerdings hatten besonders Bierhoffs eigene Ansprüche Ablehnung beim DFB-Präsidium hervorgerufen.

Das geforderte Vetorecht bei der Besetzung des Bundestrainerpostens hätte "nur im Zeitraum von 2010 bis 2012" gegolten, verteidigte sich der Manager am Sonntagabend bei "Sky90".

Dem "kicker" gegenüber sagte er gar, die Klausel sei zudem "keine Bedingung für ein Weitermachen".

Bierhoff soll dem Fachblatt zufolge vom DFB auch den Segen dafür verlangt haben, selbst wieder für Nike aktiv werden zu dürfen, obwohl der Verband vertraglich an adidas gebunden ist.

Die kolportierte Unterschriftsprämie in Höhe eines Jahresgehalts pro Person schließlich war laut Bierhoff so nie ein Thema:

"Die Forderung einer 'Signing Fee' hat es nie gegeben. Es ist von einer Einmalzahlung die Rede gewesen, die aber erst im Nachhinein während der Laufzeit gezahlt werden sollte."

Weiter für das gleiche Geld?

Bierhoff nannte das eine "Gehaltserhöhung in einer Einmalzahlung". Löw hat nun am Rand der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen in Warschau mehrfach verlauten lassen, dass für ihn die Verbesserung seiner Bezüge keine Priorität hat.

"Ich muss mich in keiner Form rechtfertigen", meinte der Bundestrainer.

"Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht getrieben bin von Macht- und Geldgier, sondern dass mir sportliche Dinge viel wichtiger sind."(EINWURF: Kaum noch zu kitten)

Wenn dem so sei, sagt Bierhoff, "dann machen wir für das gleiche Geld weiter".

Er räumte ein, bei seinem Vorstoß beim DFB-Präsidium Fehler begangen zu haben: "Natürlich würde man im Nachhinein versuchen, das eine oder andere anders zu präsentieren."

Hoeneß als Halt

Dass sein Image innerhalb weniger Tage arg ramponiert worden ist, setzt Bierhoff durchaus zu.

"Aber ich beruhige mich immer damit, wie oft Uli Hoeneß über die Jahre für seine Standpunkte beschimpft wurde", sagte der 41-Jährige.

"Ich möchte kein Hindernis für den Erfolg der Mannschaft sein. Aber die vergangenen Jahre haben ja gezeigt, dass wir erfolgreich arbeiten können."

Nicht zuletzt deshalb hatte Löw seine Zukunft mit der Bierhoffs verknüpft.

Ein Rücktritt vor den Titelkämpfen in Südafrika kommt für den Bundestrainer übrigens nicht in Frage.199554(DIASHOW: Joachim Löws Karriere)

"Dafür ist mir die WM viel zu wichtig", erklärt Löw.

"Was danach kommt, muss man sehen. Vielleicht wird man mich dann fragen, und sicher muss ich mich dann auch fragen, ob ich dann noch zu Gesprächen bereit bin."

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