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Verhärtete Fronten: Bundestraine Jogi Löw (l.) und DFB-Boss Theo Zwanziger © imago

Im Machtpoker beruft der Verband kurzfristig eine Pressekonferenz ein: Wird der Konflikt beigelegt, oder geht er erst richtig los?

München - Dieser Termin kommt überraschend - und lässt Spekulationen in jede Richtung zu:

Im eskalierenden Streit um die Vertragsverlängerung von Bundestrainer Jogi Löw hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kurzfristig eine Pressekonferenz einberufen (ab 14 Uhr LIVE).

Neben Löw und DFB-Präsident Theo Zwanziger werden sich dabei auch der ebenso heftig in die Kritik geratene Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff der Öffentlichkeit stellen. 201377(DIASHOW: Reizfigur Oliver Bierhoff)

Am vergangenen Donnerstag hatte Zwanziger nach einer außerordentlichen Sitzung des Präsidiums noch verkündet, die Verhandlungen mit Löw und seinem Team bis auf die Zeit nach der WM zu verschieben.

Plötzliche Kehrtwende

Jetzt die plötzliche Kehrtwende: Bis zur Zusammenkunft in Frankfurt, bei der personelle Konsequenzen nicht völlig auszuschließen sind, wollen sich alle Beteiligten dennoch nicht erklären.

Dafür ergreifen andere das Wort: So fordert Rudi Völler in dem Konflikt so schnell wie möglich einen runden Tisch - der nun wohl kommen dürfte.

Völler sieht WM gefährdet

"Reißt euch zusammen! Es müssen jetzt alle Beteiligten an einen Tisch, um die Angelegenheit zu beruhigen", so Bayer Leverkusens Sportdirektor im "Express".

Denn: Der frühere DFB-Teamchef sieht das WM-Projekt 2010 ernsthaft gefährdet. Völler glaubt dennoch, dass es trotz der Zerwürfnisse zwischen Löw und Bierhoff auf der einen und Zwanziger auf der anderen Seite im Sinne des deutschen Fußballs eine Annährung geben wird.

"Ich habe lange beim DFB gearbeitet und weiß, dass der Verband alles tun wird, um die Sache vor der WM noch zu bereinigen." (EINWURF: Kaum noch zu kitten)

Rummenigge sieht "Maulwurfproblem"

Auch Karl-Heinz Rummenigge sprach sich für eine schnelle Lösung aus: "Beide Seiten sind gut beraten, sich schnell und fair an einen Tisch zu setzen. Das kann man nicht aussitzen, das muss gelöst werden", sagte der Vorstands-Boss des FC Bayern in der Sendung "Blickpunkt Sport".

Andernfalls werde das Problem bei jedem Länderspiel neue Unruhe bringen.

Zugleich aber kritisierte Rummenigge die Vorgehensweise des DFB scharf - und befürchtet undichte Stellen im Verband:

"Der DFB hat gravierende Fehler gemacht - den größten, indem man Vertragsinhalte nach außen gebracht hat. Der DFB hat da offenbar ein Maulwurfproblem."

"Löw verdient Respekt"

Rummenigge riet dem DFB "dringend, mit Jogi Löw eine Lösung zu finden", und unterstrich seine Wertschätzung für den 50-Jährigen: "Dieser Mann verdient Respekt, dass man ihm kein Ultimatum stellt und einen vernünftigen Vertrag vorlegt."

Der Bayern-Boss verwahrte sich zudem dagegen, in Bierhoff den Alleinschuldigen für die atmosphärischen Störungen zu suchen.

"Wenn man populistisch ist, könnte man es so sehen, aber das wäre zu kurz gesprungen."

"Riesenfehler" von Bierhoff

Allerdings räumte Rummenigge ein, dass Bierhoff mit seiner Forderung nach einem Veto-Recht bei der Auswahl potenziell folgender Bundestrainer einen "Riesenfehler" gemacht und den DFB damit unnötig unter Druck gesetzt habe.

"Das war nicht akzeptabel", stellte er klar, "aber ich glaube, dass er bereit ist, davon zurückzutreten."

Der Manager wünscht sich schnelle Lösung

Bewegung dürfte in den Schwelbrand durch das Treffen in Frankfurt so oder so kommen:

Bierhoff hatte nach seiner Rückkehr aus Warschau von der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen den Wunsch nach einem schnellen Krisengipfel geäußert.

"Am liebsten wäre mir jetzt ein Gespräch mit allen vier Beteiligten, um die Dinge zu klären", so Bierhoff im "DSF".

Wie verhält sich Löw nun?

Löw allerdings hatte in den vergangenen Tagen mehrmals betont, dass eine vorzeitige Verlängerung seines nach der WM auslaufenden Vertrags für ihn nicht mehr infrage komme.

"Ich bin immer noch stark verärgert und habe unserem Präsidenten mitgeteilt, dass ich keine Gespräche mehr führen werde." 199554(DIASHOW: Joachim Löws Karriere)

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