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Wieder ein Herz und eine Seele: Joachim Löw (r.) und Theo Zwanziger © getty

Die Führung der Nationalmannschaft und die DFB-Spitze haben den Machtkampf um die geplatzte Vertragsverlängerung für beendet erklärt.

Von Martin Volkmar

München/Frankfurt - Joachim Löw, Oliver Bierhoff und Theo Zwanziger haben offiziell Frieden geschlossen.

Nach mehreren Gesprächen am Montag und Dienstag erklärten alle Beteiligten auf einer Pressekonferenz in der DFB-Zentrale in Frankfurt den Streit für beendet.

Dieser hatte sich an der geplatzten Verhandlung über eine Vertragsverlängerung mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft bis zur EM 2012 entzündet.

"Die Irritationen sind ausgeräumt und abgehakt. Es wird keine Zugabe geben", sagte Bundestrainer Löw.

"Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden bis zur WM."

Keine neuen Gespräche vor der WM

Neue Gespräche wird es allerdings nach wie vor nicht geben, weshalb die Zukunft Löws völlig offen bleibt.

"Ich kann damit gut leben, alles Weitere wird man nach der WM sehen", meinte der 50-Jährige.

Gleichzeitig betonten alle Seiten, dass ab sofort die gesamte Konzentration einer erfolgreichen Weltmeisterschaft in Südafrika gelten soll.

"Wir haben eine klare Linie gefunden. Alle diese Dinge dürfen uns nicht bis zur WM begleiten. Dafür werden wir alles tun", so Löw.

Zwanziger sicherte ihm dafür seine volle Rückendeckung zu. "Ein Erfolg bei der WM ist nur mit diesem Trainer machbar, alle anderen an diesem Tisch sind auswechselbar", erklärte der DFB-Präsident.

"Aber das Tischtuch zwischen uns ist nicht zerschnitten."

Der Verbandsboss bestritt auch, dass er eine Trennung von Bierhoff anstrebe: "Ich habe ihn immer gewollt, er ist das Gesicht der Nationalmannschaft."

Bierhoff entschuldigt sich

Zudem wurde nach der Eskalation der letzten Tage der verbale Rückwärtsgang eingetreten.

Nach dem Scheitern am vergangenen Donnerstag hatte Eiszeit zwischen Verbandsspitze und der Führung der DFB-Auswahl geherrscht. "Davon kann man jetzt nicht mehr reden", sagte Bierhoff.

Er entschuldigte sich auch für seine Vorgehensweise bei der Präsentation der Forderungen, die vom Präsidium als überzogen einstimmig abgelehnt worden waren.

201377(DIASHOW: Reizfigur Oliver Bierhoff)

"Ich bedauere es sehr, dass es zu so einer Situation gekommen ist. Mir ist deutlich geworden, dass die Art und Weise der falsche Weg war", erklärte der frühere DFB-Kapitän.

"Ich habe mich vor allem bei Dr. Zwanziger entschuldigt, dass ich seine Gefühle verletzt habe, das tut mir leid. Aber nach den Gesprächen bin ich mir sicher, dass wir wieder harmonisch zusammenarbeiten können."

Gleichzeitig bezeichnete der hart in der Kritik stehende Teammanager aber einige Berichte über seine persönlichen Forderungen als "nicht korrekt und teilweise sogar ganz falsch".

Niedersbach bedauert Indiskretionen

Auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach drückte sein Bedauern über die Indiskretionen an die Presse aus, die schon vorher über angebliche Vertragsforderungen berichtet hatte.

"Leider sind in diesem Fall Informationen nach außen gedrungen, aber wir werden da nicht weiter nachforschen. Es wird keinen Maulwurf-Beauftragten geben", erklärte er.

Man habe zudem versäumt, vor dem Scheitern der Verhandlungen mehr miteinander zu reden. Daher sei auch das Ultimatum an Löw, das Gegenangebot binnen 48 Stunden zu unterschreiben, ein Fehler gewesen.

"Die Chose ist vorbei, von unserer Seite kommt da jetzt ein Deckel drauf. Das Vertrauensverhältnis wird wieder kommen", sagte Niersbach.

Selbstkritisch ergänze er: "Was waren wir für Hornochsen, dass wir eine solche Diskussion in der Öffentlichkeit zugelassen haben."

199554(DIASHOW: Joachim Löws Karriere)

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